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20:00 Uhr
Bildhauerinnen der frühen Moderne, Materialfragen
Vortrag|Figures of Emancipation: Neue Perspektiven auf die moderne Bildhauerei und Gender im 20. Jahrhundert im Dialog
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Online Online | Goethe-Institut Belgrad, Belgrad
Einführende Keynote von Julia Wallner (Arp Museum Bahnhof Rolandseck)
Ab den 1910er-Jahren werden in Europa zahlreiche Künstlerinnen im Kunstbetrieb sichtbar und ihre Werke öffentlich ausgestellt. Gerade die Bildhauerei galt vorher durch die vermeintlichen körperlichen Herausforderungen des Faches als eine den Männern vorbehaltene Domäne. Als sich nach dem Ersten Weltkrieg die europäischen Kunstakademien für die Frauen öffneten, arbeiteten sie zunehmend wie ihre männlichen Kollegen und wurden analog ausgebildet – oder ins kunsthandwerkliche Fach und damit aus dem Bereich der vermeintlichen „Hochkunst“ verdrängt oder erst gar nicht gesehen. Erst eine Neubewertung von materiellen Maßstäben und eine Entwicklung der Kunstgeschichte aus einem pluralistischen Denken jenseits heteronormativer Zuschreibung ermöglicht es, den Anteil er Frauen am Projekt der Moderne neu zu bewerten. Im Vortrag werden verschiedene Künstlerinnen aus Europa vorgestellt, die teilweise in klassischen Materialien arbeiteten, teilweise auch neue Wege beschritten und damit einen anderen Kunstbegriff prägten, der zugleich überkommene Narrative zu überwinden suchte.
Der Vortrag wird im Rahmen des internationalen Workshops „Figuren der Emanzipation: Neue Perspektiven auf die moderne Bildhauerei und Gender im 20. Jahrhundert im Dialog“ von Dr. Ana Ereš, Philosophische Fakultät in Belgrad und Prof. Dr. Ursula Ströbele, Institut für Kunstwissenschaft HBK Braunschweig organisiert. Das Projekt wurde vom Kultusministerium der Republik Serbien unterstützt. Die Veranstaltung wird auf Englisch und in hybridem Format stattfinden. Wer nicht in Person dabei sein kann, kann das Event als Livestream über den YouTube-Kanal des Goethe-Instituts Belgrad mitverfolgen.
© Helmut Reinelt
Dr. Julia Wallner
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Politik in Marburg, Freiburg und Madrid; Promotion zu Jenny Holzer. Von 2005 bis 2013 am Kunstmuseum Wolfsburg als Kuratorin tätig. Von 2013 bis 2022 Direktorin des Georg Kolbe Museums. Seit 2022 Direktorin des Arp Museums Bahnhof Rolandseck, einem internationalen Haus mit Schwerpunkten in der Avantgardekunst.
Sie verantwortete zahlreiche Ausstellungen und Publikationen zur Kunst im 20. und 21. Jahrhundert mit einem Schwerpunkt in der Skulptur, u.a. Alberto Giacometti (2010), Hans Arp (2015), den Bildhauerinnen der Berliner Moderne (2018) und zu Tänzerinnen in der Weimarer Republik mit einer Intervention von Ulla von Brandenburg (2021). Derzeit arbeitet sie an einem großen Projekt zu Geschlechterkonzepten bei Dada (2024).
Ab den 1910er-Jahren werden in Europa zahlreiche Künstlerinnen im Kunstbetrieb sichtbar und ihre Werke öffentlich ausgestellt. Gerade die Bildhauerei galt vorher durch die vermeintlichen körperlichen Herausforderungen des Faches als eine den Männern vorbehaltene Domäne. Als sich nach dem Ersten Weltkrieg die europäischen Kunstakademien für die Frauen öffneten, arbeiteten sie zunehmend wie ihre männlichen Kollegen und wurden analog ausgebildet – oder ins kunsthandwerkliche Fach und damit aus dem Bereich der vermeintlichen „Hochkunst“ verdrängt oder erst gar nicht gesehen. Erst eine Neubewertung von materiellen Maßstäben und eine Entwicklung der Kunstgeschichte aus einem pluralistischen Denken jenseits heteronormativer Zuschreibung ermöglicht es, den Anteil er Frauen am Projekt der Moderne neu zu bewerten. Im Vortrag werden verschiedene Künstlerinnen aus Europa vorgestellt, die teilweise in klassischen Materialien arbeiteten, teilweise auch neue Wege beschritten und damit einen anderen Kunstbegriff prägten, der zugleich überkommene Narrative zu überwinden suchte.
Der Vortrag wird im Rahmen des internationalen Workshops „Figuren der Emanzipation: Neue Perspektiven auf die moderne Bildhauerei und Gender im 20. Jahrhundert im Dialog“ von Dr. Ana Ereš, Philosophische Fakultät in Belgrad und Prof. Dr. Ursula Ströbele, Institut für Kunstwissenschaft HBK Braunschweig organisiert. Das Projekt wurde vom Kultusministerium der Republik Serbien unterstützt. Die Veranstaltung wird auf Englisch und in hybridem Format stattfinden. Wer nicht in Person dabei sein kann, kann das Event als Livestream über den YouTube-Kanal des Goethe-Instituts Belgrad mitverfolgen.
© Helmut Reinelt
Dr. Julia WallnerStudium der Kunstgeschichte, Germanistik und Politik in Marburg, Freiburg und Madrid; Promotion zu Jenny Holzer. Von 2005 bis 2013 am Kunstmuseum Wolfsburg als Kuratorin tätig. Von 2013 bis 2022 Direktorin des Georg Kolbe Museums. Seit 2022 Direktorin des Arp Museums Bahnhof Rolandseck, einem internationalen Haus mit Schwerpunkten in der Avantgardekunst.
Sie verantwortete zahlreiche Ausstellungen und Publikationen zur Kunst im 20. und 21. Jahrhundert mit einem Schwerpunkt in der Skulptur, u.a. Alberto Giacometti (2010), Hans Arp (2015), den Bildhauerinnen der Berliner Moderne (2018) und zu Tänzerinnen in der Weimarer Republik mit einer Intervention von Ulla von Brandenburg (2021). Derzeit arbeitet sie an einem großen Projekt zu Geschlechterkonzepten bei Dada (2024).
Ort
Online
Goethe-Institut Belgrad
Knez Mihailova 50
11000 Belgrad
Serbien
Knez Mihailova 50
11000 Belgrad
Serbien
Veranstaltungssaal (Eingang aus der Passage)