Gästebuch Lukas Miko

Foto: Barbara Miersch © Lukas Miko
Foto: Barbara Miersch © Lukas Miko

Über seine Eindrücke spricht Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Lukas Miko („71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“, Im Schweigen des Labyrinths“), der Mitte November 2015 zur Eröffnung unserer Filmreihe „Neuer Deutscher Film“ zu Besuch in Tallinn und Tartu war.

In Estland hat mich überrascht ...
… wie schnell ich mich da zuhause gefühlt habe. Die Leute vom Festival, die mich betreut haben, waren alle sehr offen und gebildet und konnten mir viel Interessantes über die komplexe Geschichte des Landes erzählen. Mir war zum Beispiel nicht bewusst, dass Estland jahrhundertelange von verschiedenen Ländern besetzt war und erst 1918 und dann nur für kurze Zeit unabhängig wurde, bevor es 1990 endgültig unabhängig wurde. Diese leidvolle Geschichte scheint ein wichtiger Schlüssel zu sein, um das Land verstehen zu können. Auch von der starken Verflechtung Estlands mit der Hanse wusste ich nichts, und wieviel deutschen Einfluss es dadurch vom Mittelalter an gab. Was sich noch an Restaurantnamen wie "Pfeffersack" ablesen lässt.

An Deutschland erinnert mich in Tallinn …
… die gut erhaltene und renovierte Altstadt, das große Interesse für Theater und dass man, etwa wie in Berlin, vielen Menschen begegnet, die bereits in anderen Ländern gelebt, studiert oder gearbeitet haben. Das mag aber auch nur eine Eigenheit der wunderbaren Leute sein, die für das Filmfest arbeiten.

Ich habe für mich entdeckt …
... dass Estland ein Land ist, dass ich gerne mit mehr Zeit bereisen möchte. Nicht nur Städte wie Tallinn und Tartu, sondern auch die Natur, z.B. die Moorlandschaften. Auch das Theater hier und das estnische Kino möchte ich das nächste Mal gerne besser kennenlernen. Mir gefällt, dass das Theater für die Esten einen so großen Stellenwert zu haben scheint. Die Gespräche mit den Menschen hier haben mir Lust gemacht, die Gespräche weiter zu führen. Und ja: ich habe ein Marzipanmuseum entdeckt!