ÜBER DEN KÜNSTLER
Timon Kaleyta ist ein deutscher Schriftsteller und Drehbuchautor, dessen Roman Heilung 2024 für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde. In seinen Werken widmet er sich häufig innerlich zerrissenen Figuren, die durch ihre Ambivalenz und Selbstzweifel faszinieren. Er selbst beschreibt das Schreiben nicht als eine Leidenschaft, sondern als notwendiges Ringen, das oft mit langem Zögern und Zweifeln verbunden ist. Seine Texte leben von scharfem psychologischem Gespür und einer stilistischen Klarheit, die er sich mühsam erarbeitet. Der Einfluss seiner Drehbucharbeit zeigt sich in der klaren Szenenstruktur, wobei er sich in der Prosa deutlich mehr Freiraum zur Reflexion und sprachlichen Tiefe erlaubt.
ÜBER DIE RESIDENZ UND DAS PROJEKT
Im Rahmen seiner Residenz im Goethe-Institut Madrid arbeitete der Autor an seinem neuen Roman Heilung. Obwohl er dachte, bereits mit einem fertigen Konzept anzureisen, stellte sich in Madrid heraus, dass zentrale Elemente – Sprache, Figuren, Haltung – noch unklar waren. Diese kreative Krise war essenziell: Erst durch die Distanz, das Innehalten und die Reibung mit dem neuen Umfeld konnte er zum Kern seines Stoffes vordringen. Madrid, eine Stadt, die für ihn seit dem Studium eine besondere Rolle spielt, wurde somit erneut zu einem literarischen Rettungsort. Die Residenz ermöglichte ihm den Freiraum, ein vermeintlich fertiges Projekt noch einmal von Grund auf zu überdenken – ein zentraler Moment in seinem Schreibprozess.