6. Deutsche Filmwochen Barcelona

Siebte Filmwoche 24 Wochen

Vom 19. Oktober bis 5. November 2017


Vom 19. Oktober bis 5. November 2017 findet die 6. Ausgabe der Deutschen Filmwochen Barcelona statt. Das Goethe-Institut Barcelona und die Filmoteca de Catalunya zeigen, mit Unterstützung der Fundación Goethe España und German Films, eine Auswahl der interessantesten Filme des aktuellen deutschen Kinos. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den besten Werken des Autoren-Kinos und des Independent-Films. Alle Filme – zehn in der Hauptsektion, plus einem im Rahmen des Schulprogramms “Filmoteca per a les escoles” – werden im Original mit spanischen oder katalanischen Untertiteln projiziert.

Am 19. Oktober wird das Festival mit “Die Blumen von gestern” in Anwesenheit des Produzenten Danny Krausz und der Verlegerin Sigrid Kraus eröffnet. Es handelt sich um eine überdrehte, satirische und gleichzeitig bewegende Komödie über die Amour fou zwischen einem deutschen Historiker, der auf Themen des Holocaust spezialisiert ist, und einer Französin, die Enkeln von jüdischen KZ-Überlebenden ist.

Am Samstag, den 21. Oktober präsentiert der deutsch-schweizer Regisseur Dani Levy seinen Film „Die Welt der Wunderlichs”, eine überdrehte Mischung aus Road movie und  Screwball comedy. Die Protagonistin ist eine junge Frau, alleinerziehende Mutter und gescheiterte Musikerin, die für eine zweite Chance im Leben kämpft und dabei mit ihren Familienangehörigen klarkommen muss, die verschiedene psychische Störungen haben.

Mehrere Filme der diesjährigen Auswahl wagen es, tragikomische Geschichten über sehr ernste Themen zu erzählen. Neben den bereits erwähnten „Die Blumen von gestern“ und „Die Welt der Wunderlichs“ vollführt der Film „Alki Alki“ einen Balanceakt in diesem Genre. Es geht um die Geschichte einer Sucht, die sämtliche Lebensbereiche des Protagonisten in ihren Strudel zu reißen droht.

Zwei Filme begeben sich auf das Terrain des Dramas, um Geschichten von Menschen zu erzählen, die mit der Verwundbarkeit der körperlichen Existenz konfrontiert sind: In „Herbert“ ist der Protagonist ein ehemaliger Boxer, der gegen eine unheilbare degenerative Krankheit kämpft. „24 Wochen“ kreist um das Dilemma eines Paares, das eine Entscheidung auf Leben und Tod treffen muss, als es erfährt, dass sein ungeborenes Kind schwerste Behinderungen haben wird.

Wie immer bei den Deutschen Filmwochen Barcelona spielen auch die Themen Aufarbeitung der Vergangenheit und die aktuelle internationale Lage eine wichtige Rolle. Das Drama „Die Akte General“ ist eine Hommage an Fritz Bauer, einen deutschen Staatsanwalt jüdischer Herkunft, der Ende der fünfziger Jahre in der Bundesrepublik Deutschland die strafrechtliche Verfolgung der Naziverbrecher ins Rollen brachte. „After spring comes fall“ ist ein eindrucksvoller Thriller zu einem hochaktuellen Thema: Im Mittelpunkt steht eine junge Kurdin, die dem Bürgerkrieg in ihrem Heimatland Syrien entflieht. 

Drei Filme der diesjährigen Ausgabe nähern sich auf sehr unterschiedliche stilistische und inhaltliche Weise der Figur des Künstlers. „Zerrumpelt Herz“ ist ein poetisches und mysteriöses Werk, das im Deutschland der zwanziger Jahre spielt. Sein elliptisches Zentrum ist ein Komponist, der in den Tiefen eines Waldes „verschwindet“. Die bissige Komödie „Casting“ dagegen spielt im Fernsehmilieu der Gegenwart. Es geht um die Neuinszenierung eines emblematischen Werkes von Rainer Werner Fassbinder.

Last but not least präsentieren wir einen Film über einen der wichtigsten, innovativsten und umstrittensten bildenden Künstler der letzten Jahrzehnte: Am Dienstag, den 24. Oktober präsentiert der Filmregisseur Andres Veiel „Beuys“, seinen mit Spannung erwarteten Dokumentarfilm über Joseph Beuys, der im Wettbewerb der letzten Berlinale Premiere hatte.

Über das Abendprogramm hinaus setzen die Deutsche Filmwochen ihre Zusammenarbeit mit dem Schulprogramm „Filmoteca per a les escoles“ fort. Am Dienstag, den 24. Oktober präsentieren wir in einer Vormittagsvorstellung „About a girl“, eine ironische Geschichte über das Ende der Pubertät, die sich im Spannungsfeld zwischen Orientierungslosigkeit und Lebensfreude bewegt.