Buchpräsentation "Die Kinderbuchbrücke" von Jella Lepman auf Spanisch

Jella Lepman © editorial creotz

Do, 04.05.2017

Goethe-Institut Madrid

c/ Zurbarán, 21
28010 Madrid

Jella Lepman

Im Goethe-Institut Madrid stellen wir Ihnen die spanische Ausgabe des Buchs "Die Kinderbuchbrücke" von Jella Lepman vor.

Am 4. Mai findet im Goethe-Institut Madrid die Präsentation der ersten spanischen Ausgabe von Die Kinderbuchbrücke der deutschen Autorin Jella Lepman statt.

Es handelt sich um die Autobiografie einer der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Kinder- und Jugendliteratur Europas. Die Projekte, die Jella Lepman im ausgehenden Zweiten Weltkrieg initiierte, legten damals die Bausteine für einige der heute wichtigsten internationalen Organisationen zur Literaturförderung.
 
In Die Kinderbuchbrücke erinnert Jella Lepman sich an die besonderen Herausforderungen ihrer Arbeit und beschreibt unter anderem die Einrichtung der internationalen Jugendbibliothek in München (1949), die Gründung des Internationalen Kuratoriums für das Jugendbuch IBBY (1953) – heute in 77 Ländern vertreten – oder die Einrichtung des Hans Christian Andersen Preises, welcher heute als  Nobelpreis für die Kinder- und Jugendliteratur gilt.

Literatur als Mittel zur Völkerverständigung

Die Kinderbuchbrücke wurde 1964 verfasst und erschien zunächst in Deutschland. 1969 wurde das Buch ins Englische und später auch in weitere Sprachen übersetzt. Trotzdem gab es bis heute keine spanische Edition dieses Werks. Während die Übersetzung nun ein bedeutendes Dokument der deutschen Nachkriegszeit in Spanien zugänglich macht, lässt sie auch die Stimme dieser einflussreichen Persönlichkeit wieder aufklingen. Das Buch erinnert an ihre Vision von einer internationalen Literatur als Mittel zur Völkerverständigung und ihren Glauben an die positive Kraft von Kindern und Jugendlichen: „Lassen Sie uns bei den Kindern anfangen, um diese gänzlich verwirrte Welt langsam wieder ins Lot zu bringen. Die Kinder werden den Erwachsenen den Weg zeigen.“
 
Die Ausgabe erschien bei dem Verlag Creotz und enthält zusätzlich einen Vortrag des Philosophen José Ortega y Gasset, den er auf Einladung Jella Lepmans zur Eröffnung der Konferenz zur Völkerverständigung durch Kinderbücher, 1951 in München hielt. Neben diesem bis heute unveröffentlichten Text, beginnt das Buch mit einem Prolog des Präsidenten des IBBY, Wally de Doncker und endet mit dem Nachwort Christiane Raabes, der Direktorin der internationalen Jugendbibliothek in München.

Anlässlich der Buchpräsentation freuen wir uns auf folgende Gäste: Den akademischen Direktor der Fundation Ortega-Marañón, Javier Zamora; den Leiter des Goethe-Instituts Madrid, Reinhardt Maiworm; die Präsidentin des Generalrats für Kinder- und Jugendbücher, Sara Moreno; die Kritikerin und Expertin für Jella Lepman, Birgit Dankert und die Zuständige des Creotz Vetrlags, Teresa Zataraín.

Stärke und Hoffnung für Kinder und Jugendliche

Die deutsche Schriftstellerin und Journalistin mit jüdischen Wurzeln, lebte während des Nationalsozialismus im Exil in England und kehrte zum Ende des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland zurück, um dort als Beraterin der US-Armee für Frauen- und Jugendfragen im Rahmen des „Reeducation“-Programms zu arbeiten. In einem Land, das unter den Folgen des Krieges, der Zerstörung und extremen Mangel litt, begriff Lepman sofort die Wichtigkeit den Geist der Kinder und Jugendlichen zu stärken und öffnete ihren Blick und ihre Hoffnung für die Zukunft durch Bücher. „In vielen Punkten auf der Erde, weit voneinander entfernt, halten Kinder dieselben Bücher in ihren Händen, sie stützen und treffen sich auf einer Kinderbuchbrücke.“ Mit diesem Satz beendete die Autorin ihre Memoiren, als ihre Projekte schon längst Wirklichkeit geworden waren.

Das Buch ist nun in spanischen Buchhandlungen erhältlich und wird in Kürze auch in Iberoamerika distribuiert.

 
Birgit Dankert © Birgit Dankert Birgit Dankert (geb. 1944) lehrte von 1981-2007 als Professorin der Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der HAW Hamburg, nahm  zahlreiche Bibliotheks- und kulturpolitische Ämter wahr. Sie rezensiert seit 1985 Kinder- und Jugendbücher in der Wochenzeitschrift DIE ZEIT und verfasste Biographien über Astrid Lindgren und Michael Ende. Mit der Internationalen Jugendbibliothek ist sie seit 1968 verbunden, als sie dort ein studentisches Praktikum absolvierte und die Arbeit Jella Lepman kennen lernte.
 

In Kooperation mit:
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