Fotoausstellung Harald Hauswald - Alltag

Foto: Harald Hauswald - Alltag © Harald Hauswald

Mittwoch, 06.06.2018 - Sonntag, 26.08.2018

Goethe-Institut Madrid

c/ Zurbarán, 21
28010 Madrid

im Rahmen der PHotoEspaña 2018 - Internationales Festival für Fotografie und visuelle Künste

21 Fotos + 22 Minuten kommentierte Fotos von Harald Hauswald im Dokumentarfilm "Radfahrer"

Die Sommermonate stehen wie immer ganz im Zeichen der Fotografie. Im Rahmen des internationalen Festivals für Fotografie und visuelle Künste PHotoEspaña 2018 wird von deutscher Seite der Fotograf Harald Hauswald der renommierten Agentur OSTKREUZ mit einer Ausstellung seiner Werke aus der Serie ALLTAG vertreten sein. Die Arbeiten halten Szenen aus dem Leben in der DDR fest: Aufnahmen, die im Alltag auf der Straße entstanden, in Berlin, Ende der Siebziger-, Anfang der Achtzigerjahre, ohne einen Auftrag, ohne Zeitdruck, einfach beim Gehen.

"Hauswald ist mehr als ein Chronist, mehr als ein fotografischer Protokollant. Er ist ein Maler, ein Pleinair-Künstler der Kamera. Er sucht seine Motive nicht, er wartet und findet sie im Moment. In seinen Fotos leuchtet die große Tradition der europäischen Realisten nach, von August Sander bis Henri Cartier-Bresson. [...]

Wer wissen will, was die DDR war und was aus ihr im neuen Deutschland geworden ist, der muss sich diese Bilder anschauen. Sie zeigen Menschen im schwarz-weißen Lichtfluss der Zeit und entdecken auf einzigartige Weise das Neue im Alten wieder. Und das Alte im Neuen
."

(Giovanni di Lorenzo im ZEITmagazin, 46/07)

>> Der Dokumentarfilm "Radfahrer" wird begleitend in der Ausstellung gezeigt. In ihm kommentiert Harald Hauswald einige seiner Fotografien selbst.
 
 

harald hauswald

Foto: Harald Hauswald © Harald Hauswald Er wurde 1954 in der sächsischen Provinz Radebeul geboren und ist Gründungsmitglied der Agentur OSTKREUZ. Nach einer Lehre als Fotograf zog er 1977 nach Ostberlin und wurde dort in den Verband Bildender Künstler der DDR (VBK) aufgenommen. Das soziale Interesse machte ihn zusammen mit seiner künstlerischen Ambition innerhalb kürzester Zeit zu einem bedeutenden Fotografen des Ostens. Als erster DDR-Fotograf veröffentlichte er unter anonymen Namen Fotoreportagen in westlichen Magazinen wie GEO, dem Zeitmagazin oder der Taz. Mittlerweile ist Harald Hauswald Träger des Bundesverdienstkreuzes und wurde mit mehr als 250 Einzelausstellungen in ganz Deutschland, den USA, Frankreich, Italien und den Niederlanden, sowie unterschiedlichsten Publikationen zum Thema Ost-Berlin, zu einem angesehenen deutschen Fotografen. Seine Bilder aus der Zeit vor der Wende haben das Bild der DDR und die Erinnerungen an Ostberlin deutlich mitgeprägt.
 

RADFAHRER

Regie: Marc Thümmler, s/w, Digi Beta, 28 Min., 2008
Original mit spanischen Untertiteln


Stasi-Überwachung als Filmerfahrung: Über Jahre hinweg hat das Ministerium für Staatssicherheit der DDR den Fotografen Harald Hauswald bespitzeln lassen. Über 30 „IM's" (Inoffizielle Mitarbeiter) waren auf ihn angesetzt. Zu sehr wichen seine Arbeiten von jenem Bild ab, das die DDR gerne von sich gesehen hätte. Dass Hauswald seine Fotos auch im Westen publizierte, verstärkte das politische Mißtrauen der Behörden. Der Filmemacher Marc Thümmler konfrontiert im Off gelesene Texte aus Hauswalds Stasi-Akten mit den oft skeptischen, manchmal auch ironischen, aber in ihrer Sensibilität nie denunziatorischen Fotografien von Harald Hauswald.

Zum Film gehört auch ein sorgfältig geführtes Interview, das Marc Thümmler mit Harald Hauswald geführt hat: Der Fotograf erzählt von seinem Leben in der DDR und von dem, was sich nach der Wiedervereinigung für ihn geändert hat. Die Selbstzeugnisse sind auch als Kontrast zu den vorherigen „Zeugnissen" zu sehen, die ihm von den Spitzeln des MfS ausgestellt wurden.
 

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