Ausstellung Wenn die Schmetterlinge der Seele mit den Flügeln schlagen

Wenn die Schmetterlinge der Seele mit den Flügeln schlagen © LABoral

Freitag, 27.11.2020 - Samstag, 24.04.2021

LABoral Centro de Arte y Creación Industrial - Gijón

Los Prados, 121
33394 Gijón (Asturien)

Ausstellung über Kunst, Neurowissenschaften und künstliche Intelligenz

Welches Potenzial haben Kunstwerke, die Neurotechnologie, Robotik oder künstliche Intelligenz einsetzen? Was kann Kunst zum Verständnis von Gehirn und Geist beitragen? Wie trägt sie zur Wahrnehmung, zum Denken, zu den Emotionen oder zu den vielfältigen menschlichen und künstlichen Intelligenzen bei?

Die Ausstellung ist ein Versuch, uns durch die Kunst an einige Erwartungen und Fragen, die die Neurowissenschaften und künstliche Intelligenz aufwerfen, anzunähern. Beide Bereiche sind derzeit Protagonisten in zwei der bedeutendsten Forschungsgebiete der Welt.

Die Protagonisten dieser Ausstellung sind die Neuronen, oder um es poetisch auszudrücken, die Schmetterlinge der Seele. Dies ist ein von Santiago Ramón y Cajal geprägter Begriff, der sie als eine der empfindlichsten Zellen der Natur bezeichnet. Schon damals fragte er sich, ob ihr Flügelschlag eines Tages das Geheimnis des geistigen Lebens klären würde. 

Seit diesen Worten von Cajal ist fast ein Jahrhundert vergangen. Heute ist die Enthüllung dieses Geheimnisses zu einer der größten Herausforderungen der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft geworden. Während sich die einen der Entschlüsselung der neuronalen Karte des Gehirns aus verschiedenen Bereichen der Neurowissenschaften widmen, entwickeln andere mit Hilfe von Mathematik und Informatik neue Arten künstlicher neuronaler Netze.

Genau im Zusammentreffen von wissenschaftlichen Fortschritten, die sich auf die Kartierung unserer Hardware - genannt Gehirn - und der künstlichen Intelligenz im Zusammenhang mit kognitiver Software - genannt Verstand - konzentrieren, liegt der Schwerpunkt dieser Ausstellung "Wenn die Schmetterlinge der Seele mit den Flügeln schlagen".

Inspiriert durch die Beobachtungen von Ramón y Cajal bringt diese Ausstellung Kunst, Wissenschaft und Technologie zusammen, um einem breiten Publikum Geschichten, Imaginationen und Fragen im Zusammenhang mit dem aktuellen Wissen über das Gehirn und den Geist näher zu bringen.

17 Arbeiten von 14 internationalen und nationalen Künstler*innen und -kollektiven, die von Video und Fotografie über interaktive Installationen zu partizipative Aktivitäten reichen, erlauben eine Annäherung an die Black Box des Gehirns, um die Tragweite und das Potenzial neuronaler Landschaften, ihre sich verändernden synaptischen Verbindungen und ihre Auswirkungen auf uns selbst und unsere Umwelt zu erforschen. Einige Arbeiten, die ihrerseits die Algorithmen der künstlichen Intelligenz erforschen, ermöglichen es uns, verschiedene Prozesse und Kenntnisse in Bezug auf Wahrnehmung, Intelligenz, Lernen oder Gedächtnis zu erfahren.

Viele der präsentierten Installationen sind das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Künstlern, Ingenieuren und Wissenschaftlern aus verschiedenen Bereichen. In ihnen nutzen die Künstler*innen Technologien, Daten sowie Computer- und neurotechnologische Anwendungen, um sichtbar zu machen, was passiert, wenn die Schmetterlinge der Seele mit den Flügeln schlagen. Ihre Arbeiten offenbaren Prozesse, die mit Emotionen, Gedanken oder Kommunikation verbunden sind. Zu diesem Zweck arbeiten die Künstler*innen auch mit Roboterwerkzeugen und Algorithmen der künstlichen Intelligenz und hinterfragen die Auswirkungen ihres Einsatzes auf unsere Art und Weise, die Welt um uns herum zu begreifen, wahrzunehmen und mit ihr in Beziehung zu treten.

Die Ausstellung ist mit wissenschaftlicher  Beratung und der interdisziplinären Zusammenarbeit des Zentrums für künstliche Intelligenz (AIC) und des Instituts für Neurowissenschaften (INEUROPA) der Universität Oviedo entwickelt worden. Ihre Produktion war vor allem möglich dank der Kofinanzierung des Creative Europe Programms der Europäischen Union durch zwei groß angelegte transnationale Kooperationsprojekte, das ARTificial Intelligence Lab. AILAB und Studiotopia, when Art meets Science, zu denen auch das LABoral Centro de Arte y Creación Industrial gehört.

Kuratorin: Karin Ohlenschläger

Künstler*innen: Guy Ben-Ary, Clara Boj & Diego Díaz, Daniel Canogar, María Castellanos & Alberto Valverde, Ursula Damm, Marco Donnarumma, Justine Emard, Emanuel Gollob, Mario Klingemann, Lancel/Maat, Laramascoto, Lisa Park, Miguel Ángel Rego, Birk Schmithüsen

Räumliche Gestaltung: Juan Jareño

Grafische Gestaltung: Passagier 37

 

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