Eröffnung: Donnerstag, 08. November, 19 Uhr mit einer Einführung durch die Künstlerin
„Entlang der Baustelle, wo die ehemalige Küste Hong Kongs schon seit langem von den aus Südchina eingeschifften Erdmassen verdrängt worden ist, blicke ich auf endlos parallel verlaufende Reihen weißer und roter, mit Wasser gefüllten Plastikbarrieren. Ein Kommentar aus dem Netz kommt mir in den Sinn – der Bericht einer Situation, in der diese überdimensionierten Spielzeugobjekte von den Leuten als Treppen genutzt wurden, um über Betonzäune an der Harcourt Road zu klettern.“
Antonia Low hegt eine Faszination für die Materialität und Konstruktion urbaner Orte. So dokumentiert sie seit Jahren Baustellen, Barrieren, Zäune und andere öffentliche Objekte in den Städten, die sie bereist. Sie analysiert die ästhetischen Eigenschaften ihrer Funde und untersucht sie nach möglichen Bedeutungen. Aus dieser Recherche lässt sie visuelle Objekte, Installationen und konstruierte Narrative entstehen.
Mit dem Künstleraufenthalt in Hongkong auf Einladung des Goethe Instituts vertieft sie ihre Recherche: Im dichten und hart umkämpften öffentlichen Raum Hongkongs widmet sie sich den vorgefundenen vielfältigen Erscheinungsformen von Grenzen, Barrieren und anderer trennenden Strukturen, um deren Ikonografie, Materialität und (immaterielle) Präsenz zu erforschen. Dabei geht es ihr um einen räumlichen Nachvollzug der Art und Weise, wie sich sowohl Erinnerungsbilder als auch Visionen der Stadt, simultan im Kopf festsetzen und zusammen die realen Räume überlagern. Im Ausstellungsraum entfalten sie sich zu installativen Narrationen.
* Laura Mansfield, in: Reversed Fiction, and Other Means of Memory, Manchester 2013.
Als Begleitprogramm zur Ausstellung wird eine Diskussion zwischen Antonia Low und Hongkonger Künstler Kacey Wong zum Thema "Who’s afraid of Yellow and Tape, Aesthetics and Global Culture." (von Vivienne Chow moderiert) am 1. Dezember, 2018 in der Goethe-Galerie stattfinden. Interessierte Zuhörer sind eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen und Fragen an die Runde zu richten. Mehr Information: https://www.goethe.de/ins/cn/de/sta/hon/ver.cfm?fuseaction=events.detail&event_id=21414155&
Antonia Low lebt in Berlin und studierte Freie Kunst an der Kunstakademie Münster und am Goldsmiths College, University of London.
Sie errichtete raumgreifende Installationen in der K21 Kunstsammlung NRW Düsseldorf/ Deutschland; im Palazzo Altemps, Museo Nationale Romano/ Italien; Kunstverein Braunschweig/ Deutschland; Kunstmuseum Bonn/ Deutschland; Chinese Arts Centre Manchester/ UK und zuletzt am Deutschen Haus des NYU New York/ USA und Gingko Space Beijing/ China. Ihre Werke waren in Ausstellungen des Irish Museum of Modern Art Dublin IMMA/ Irland; Marres Maastricht/ Niederlande; MUDAC Lausanne/ Schweiz; Den Frie Udstillingsbygning Kopenhagen/ Dänemark; im Skulpturen Museum Glaskasten Marl/ Deutschland und 2019 im Neuen Berliner Kunstverein n.b.k./ Deutschland zu sehen.
Ort
Goethe Gallery
14/F Hong Kong Arts Centre 2 Harbour Road Wanchai Länderübergreifend