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19:00–20:30 Uhr

Die Freiheit, frei zu sein

Expertengespräch|Denken mit Hannah Arendt

  • Bibliothek des Goethe-Instituts Tokyo, Tokyo

  • Sprache Japanisch, Deutsch
  • Preis Kostenlos, Anmeldung erwünscht

Hannah Arendt und zwei Sprecher

Hannah Arendt und zwei Sprecher

Hannah Arendt (1906-1975) ist die Denkerin der Freiheit im 20. Jahrhundert. Im Gespräch mit der japanischen Arendt-Forscherin Aya Ogata skizziert der Ideenhistoriker Matthias Bormuth am 22. April um 19:00 Uhr im Goethe-Institut Tokyo wichtige Stationen, auf denen die Philosophin ihr freiheitliches Denken im Kontrast zu den totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts entwickelte. Diese reichen von den deutschen Anfänge bei Martin Heidegger, über das französische und amerikanische Exil, bis hin zur transatlantischen Denkerin der Nachkriegsjahre, die mit den New York Intellectuals und Karl Jaspers in der Schweiz wichtige Gesprächspartner besaß.


Historisch bedeutsam ist der sokratische Dialog, verbunden mit der Idee politischer Pluralität. Auch ruft das Gespräch die Zeit der europäischen Aufklärung ins Gedächtnis, die für Arendt die Geburt des revolutionären Denkens der Moderne bedeutete. Freiheit ist für die politische Theoretikerin insofern ein allgemeines Recht und eine besondere Verpflichtung zum verantwortlichen Selbstdenken.


Welchen Gefahren der freie Dialog mit sich selbst und anderen durch gesellschaftliche Ideologien und modern Technologien ausgesetzt ist, gehört zu Arendts Kernfragen, die ihre weltweite Aktualität begründen. Folgt man ihren Überlegungen muss die Freiheit, frei zu sein, jeden Tag neu errungen werden im Rekurs auf private wie öffentliche Denkräume, wie ihr Leben und Werk zeigt.
 

Experten

  • Aya Ogata

    Aya Ogata ist RPD-Stipendiatin der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS). Sie hat das Promotionsstudium an der Graduate School of Human and Environmental Studies der Universität Kyōto abgeschlossen und den Doktorgrad in Human- und Umweltwissenschaften erworben. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Geschichte des sozialen Denkens. Zu ihren Veröffentlichungen zählen die gemeinsam verfassten Bücher 『アーレント読本』(Hosei University Press) und )、『アーレントとテクノロジーの問い』(Hosei University Press). Zusätzlich hat sie an Übersetzungen mitgewirkt, darunter die von Marie Luise Knott herausgegebene Briefwechsel zwischen Hannah Arendt und Gershom Scholem 『アーレント=ショーレム往復書簡集』 (Iwanami Shoten) sowie Kathryn T. Gines’ 『アーレントと黒人問題』(Jinbun Shoin).

  • Prof. Dr. Matthias Bormuth

    Prof. Dr. Matthias Bormuth lehrt als Professor für Vergleichende Ideengeschichte an der Universität Oldenburg, dort leitet er auch das Karl Jaspers-Haus und die Forschungsstelle Hannah Arendt-Zentrum. Letzte Publikationen: Trapezkünstler. Der Fall Kafka (Berenberg 2024), Von der Unheimlichkeit der Welt. Denken mit Hannah Arendt (Matthes und Seitz 2025) und Im Lichte Nietzsches. Versuch über Thomas Mann (Wallstein 2026).