Interlinked

Ausstellung|Kunstausstellung

  • Galerie, Goethe-Institut Tokyo 2F

  • Preis Kostenlos

Exhibition visual

Interlinked Queerformat © Goethe-Institut Tokyo

Die Ausstellung „Interlinked“, deren Titel sich auf den Mensch-Maschine-Test aus dem Film Blade Runner 2049 (2017) bezieht, vereint zeitgenössische Stimmen, die über den aktuellen Zustand unseres Lebens reflektieren, das zunehmend von digitalen Plattformen, algorithmischen Systemen und KI-Unterstützung geprägt wird. Diese Technologien haben nicht nur „Off-Worlds“ und alternative Welten jenseits der physischen Realität geschaffen, sondern sind auch untrennbar mit unseren täglichen Interaktionen und unserem Umfeld verbunden. Ihre Funktionsweise ist oft undurchsichtig und so tief in den Alltag eingebettet, dass sie weitgehend unsichtbar bleibt, obwohl sie maßgeblich beeinflusst, wie wir kommunizieren, konsumieren, arbeiten und miteinander umgehen. Der Titel “Interlinked” leitet sich vom Mensch-Maschine-Test in Blade Runner 2049 (2017) ab. 

Leicht zugängliche, algorithmusgesteuerte Medienplattformen passen mittlerweile alles von Produktempfehlungen und Informationsfeeds bis hin zu persönlichen Beziehungen und Formen der „KI-Therapie“ an unsere Interessen, Verhaltensweisen und Datenprofile an. Da die Grenzen zwischen menschlichem und maschinellem Handeln zunehmend verschwimmen, vermitteln diese Systeme nicht nur Erfahrungen, sondern gestalten aktiv Wahrnehmungen, Wünsche und soziale Realitäten mit.

Die Ausstellung hinterfragt, wie wir diese sich wandelnde Landschaft wahrnehmen und uns darin zurechtfinden. Wie beeinflussen sich rasch weiterentwickelnde Formen nicht-menschlicher Intelligenz unser Verständnis von Selbst, Psychologie, Intimität und Verbundenheit? Welche neuen Formen der Subjektivität entstehen durch die kontinuierliche Interaktion mit algorithmischen Systemen?

Anhand einer Vielzahl künstlerischer Ansätze untersucht die Ausstellung mögliche Herangehensweisen und Perspektiven auf diese Fragen.

Künstler*innen 

Rintaro Fuse untersucht in seiner künstlerischen Praxis „neue Formen der Isolation“ sowie die Frage, was es bedeutet, in einer post-iPhone geprägten Stadt „als zwei Menschen gemeinsam zu sein“. Seine Arbeiten umfassen Malerei, Video, Installation, Performance, Touren, webbasierte Plattformen und Ausstellungen, welche er meist in Verbindung mit eigener Lyrik sowie kritischen Texten entwickelt.
Darüber hinaus erweitert er seine Praxis durch Kollaborationen mit Künstler*innen, Dichter*innen, Designer*innen, Musiker*innen, Kritiker*innen, Kurator*innen, Forschenden und auch anonymen Mitwirkenden. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Louvre Abu Dhabi (2025), im 21st Century Museum of Contemporary Art, Kanazawa (2022) sowie im NTT InterCommunication Center (ICC), Tokio (2021) präsentiert.

Sebastian Schmieg ist ein in Berlin lebender Künstler und Pädagoge. Er arbeitet mit einer Vielzahl an Medien, darunter Video, Websites, Installationen, Künstlerbücher, eigens entwickelte Software, Lecture Performances, Lieferdienste und Gameshows. Nach seinem Studium an der Universität der Künste Berlin (UdK) wurden seine Arbeiten international präsentiert, unter anderem in der Kunsthalle Zürich, der Photographers’ Gallery London, dem KW Institute for Contemporary Art Berlin sowie im Chronus Art Center Shanghai. Schmieg ist Professor für Interaktionsdesign an der HAW Hamburg.

Rosa Wernecke ist Medien- sowie Performancekünstlerin und arbeitet an der Schnittstelle von Video, Installation und Live-Formaten. Ihre Praxis beschäftigt sich mit queer-feministischen Perspektiven auf Technologie mit besonderem Fokus auf Bias, Machtstrukturen und die kulturellen Imaginationen, die digitalen Systemen zugrunde liegen. Technologie versteht sie nicht als neutrales Werkzeug, sondern als performatives Gegenüber. Dabei erforscht sie, wie künstlerische Interventionen dominante technologische Narrative offenlegen, irritieren und neu verhandeln können.

Theresa Reiwer ist eine (post-)digitale Künstlerin aus Berlin, die mit Mehrkanal-Video, XR und raumgreifenden Installationen arbeitet. Dabei untersucht sie mithilfe von Game-Engines, 3D-Technologien, Motion Capture, KI-Werkzeugen, analogen Verfahren, Recherche sowie fiktionalem Erzählen, die Verflechtung digitaler und physischer Räume. In ihrer künstlerischen Praxis versteht sie KI sowohl als Spiegel gesellschaftlicher Paradigmen als auch als Projektionsfläche für spekulative Zukunftsentwürfe. Ihre Arbeiten wurden bei Festivals und Institutionen wie Ars Electronica, der Chengdu Biennale sowie international in Städten wie Peking, Basel, Stockholm, Istanbul, Madrid, Miami und Zürich präsentiert.
 

Ausstellungsinformationen

„Interlinked“
18. September – 25. Oktober 2026
Vernissage: Samstag, 19. September 2026, 17:00-19:00 Uhr

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 14:00–20:00 Uhr
Samstag & Sonntag: 14:00–18:30 Uhr
Montags geschlossen