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19:00–21:00 Uhr

Japanisch-Deutsche Künstlerdialoge

Open Session | Session mit experimenteller Musik zwischen Deutschland und Japan

  • Goethe-Institut Tokyo, Saal, Tokyo

  • Preis Eintritt frei, Reservierung nicht erforderlich

Session 2022 © Yohta Kataoka

Session 2022 © Yohta Kataoka

Bei diesem Projekt werden Musiker*innen aus Berlin und Tokyo über in einer offenen Studiosession zeitgleich im Goethe Institut Tokyo und im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin und mithilfe von einer 8K-Projektion zwischen den zwei Städten und Kontinenten elektronische Musik machen.

Das Projekt wird von den Gebrüdern Teichmann künstlerisch konzipiert und über den kreativen Arbeitsprozess hinweg begleitet. In Tokyo wird Shamisen-Künstlerin Yumiko Tanaka und die Stimmkünstlerin und Bildende Künstlerin Ami Yamasaki dabei sein, um mit den Gebrüdern Teichmann und der Flötistin Susanne Fröhlich in Berlin experimentell zu arbeiten.

Mithilfe einer modernen immersiven Videokonferenztechnologie des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts ist es möglich, über Ländergrenzen hinweg und nahezu in Echtzeit zwischen Berlin und Tokio zu interagieren.

Besucher und Besucherinnen können den Arbeitsprozess in der offenen Session am Goethe-Institut Tokyo live verfolgen. In Berlin findet die Sesssion von 12-14 Uhr (MEZ) im Japanisch Deutschen Zentrum Berlin (JDZB), Saargemünder Straße 2, 14195 Berlin statt.



Mit freundlicher Unterstützung der Berliner Senatskanzlei.

Berlin State Chancellery

Teilnehmende Künstler*innen

  • Die Gebrüder Andi und Hannes Teichmann sind als elektronische Musiker, DJs, Labelmacher und Kulturaktivisten ein fester Teil des Berliner Undergrounds seit den späten 90er Jahren. In dieser Zeitspanne haben sie auch den Umbruch Berlins von einer subkulturellen Oase, zu einer globalen Marke erlebt. Doch hat sie der kommerzielle Aspekt der Clubkultur nie interessiert: Geprägt hat die Söhne eines Multiinstrumentalisten die DIY Kultur der frühen Szene mit ihrer steten Suche nach Diversität und der spielerischen Lust an Improvisation und Transformation. Die beiden Musiker haben immer die Schnittstellen zu anderen Kulturen und Musiken gesucht. Von Kollaborationen mit zeitgenössischer Musik, wie mit Sandeep Bhagwati, dem Omnibus Ensemble oder dem Ensemble Modern, über die Zusammenarbeit mit MusikerInnen verschiedener Traditionen in vielen Afrikanischen und Asiatischen Ländern und langfristige Trios mit Robyn Schulkowsky, Wura Samba oder ihrem Vater Uli Teichmann.

    Neben der Musik entwickelten sie als Projektinitiatoren und Organisatoren mit dem Goethe Institut u.a. die vielbeachteten Afrika Europa Projekte Berlin - Nairobi BLNRB oder das Folgeprojekt TEN CITIES, welches zehn afrikanische und europäische Szenen kurzgeschlossen hat. Das von Ihnen entwickelte Format Soundcamp hat in Kooperation mit dem Goethe Institut bis dato in Sri Lanka, Mexiko und Pakistan stattgefunden. Im Zuge der Soundcamps begründeten sich die Elektronik Ensembles Karachi Files und Mondmaschine. Workshops, Konzerte und Projekte haben sie in über 60 Ländern gebracht, die selten auf den gängigen Tourplänen zu finden sind: (u.a. Afghanistan, Usbekistan, Honduras oder Angola). Ihr 2015 gegründetes Label NOLAND bündelt diesen Weg vom Underground zum Interground.

  • Die Blockflötistin Susanne Fröhlich widmet sich neben der Alten Musik insbesondere der zeitgenössischen Musik, der freien Improvisation, Komprovisation und innovativen Konzertformaten. Sie gibt regelmäßig Konzerte und Workshops weltweit. Als ehemaliges Gründungsmitglied des Blockflötenquartetts Quartet New Generation (QNG) ist sie sowohl solistisch als auch in unterschiedlichsten kammermusikalischen Besetzungen tätig. Darüber hinaus ist sie an interdisziplinären Produktionen im Bereich der Bildenden Kunst, des Musiktheaters und der Oper beteiligt. Zu ihren künstlerischen Kooperationspartnern zählen unter anderem Saâdane Afif, Wojtek Blecharz, Ari Benjamin Meyers, andcompany&Co, Constanza Macras/dorkypark und Opera Lab Berlin. Seit Beginn ihres Studiums in Amsterdam hat Susanne Fröhlich zahlreiche Uraufführungen an renommierten Konzerthäusern und bei internationalen Festivals gespielt. Dabei arbeitete sie mit Ensembles wie Ensemble Adapter, Figura Ensemble, Ictus Ensemble, LUX:NM, Marc Sinan Company, Trickster Orchestra und Zafraan Ensemble zusammen.

    Ihre Arbeit wurde durch internationale Preise, Auszeichnungen und Stipendien in Städten wie Berlin, Darmstadt, Krakau, New York und Rotterdam gewürdigt. Seit 2004 lebt Susanne Fröhlich in Berlin, wo sie auch als Dozentin tätig ist und seit April 2010 einen Lehrauftrag an der Universität der Künste Berlin (UdK) innehat. Ihre Diskografie umfasst Veröffentlichungen bei international renommierten Labels wie ECM Records, NEOS, GENUIN classics und Pantopia Music.

  • (Gidayū-Shamisen / Elektrische Taishōgoto)
    Yumiko Tanaka absolvierte ein Masterstudium der Musikwissenschaft an der Graduate School der Tokyo University of the Arts. Als Schülerin des renommierten Bunraku-Meisters Takemoto Koshiji Dayū IV studierte sie Gidayū-Shamisen und Gidayū-bushi bei Nozawa Kinshi IV, Tsurusawa Shigeteru und Takemoto Komanosuke. Unter dem Künstlernamen Tsurusawa Yumiko absolvierte sie eine Ausbildung in der klassischen Gidayu-Tradition.

    Heute bewegt sie sich souverän zwischen den unterschiedlichsten musikalischen und künstlerischen Kontexten. Ihre Arbeit umfasst traditionelle und zeitgenössische japanische Musik, Neue Musik, Fusion, Rock, Free Jazz, Noise, Improvisationsmusik, Theater- und Filmmusik sowie Medienkunst. Sie wirkte unter anderem in Yuji Takahashis Ensemble Ito, Otomo Yoshihides Band GROUND ZERO, Ulrike Ottingers Film Unter Schnee, Heiner Goebbels’ Musiktheaterstück Hashirigaki, Basil Twists zeitgenössischem Puppentheater Dogugaeshi sowie am Soundtrack der Hollywood-Serie SHOGUN mit. Konzertreisen führten sie in mehr als 30 Länder.

    Im Bereich der freien Improvisation arbeitete sie mit zahlreichen international bedeutenden Musikerinnen und Musikern zusammen, darunter Carl Stone, John Zorn, Ned Rothenberg, Elliott Sharp, John Russell, Jim O’Rourke, Axel Dörner, Roger Turner, Yuji Takahashi, Masahiko Satoh, Akira Sakata, Kazutoki Umezu, Yasuaki Shimizu, Naruyoshi Kikuchi, Keiji Haino, Otomo Yoshihide, Kazuhisa Uchihashi, Seiichi Yamamoto, Motoharu Yoshizawa, Yoshisaburo Toyozumi, Norimitsu Ichiraku, Tatsuya Yoshida, Yasuhiro Yoshigaki und Koichi Makigami.

    Als Interpretin Neuer Musik brachte sie Werke von Komponisten wie Minao Shibata, Yoshiro Irino, Hikaru Hayashi, Michio Mamiya, Minoru Miki, Makoto Moroi, Yuji Takahashi, Michio Kitazume, Masahiro Miwa, Makoto Nomura, Dai Fujikura, Kyo Mukai und Akira Sahara zur Aufführung.
    Zu ihren Veröffentlichungen zählen die CDs Tayutauta und Yumiko Tanaka and Roger Turner at OTOOTO sowie die DVD Yumiko Tanaka Music Performance. Darüber hinaus ist sie Herausgeberin und Autorin von Marugoto Shamisen no Hon („Das umfassende Shamisen-Buch“) und Mitautorin von Ryuichi Sakamotos Schola Vol. 14: Japanische traditionelle Musik.

    Zu ihren Auszeichnungen gehören der Nachwuchspreis des Bildungsministers im Rahmen der Geijutsu Senshō Arts Awards (1990), der Förderpreis der Seieikai-Stiftung (1993), der Sonderpreis des Japanischen Musikwettbewerbs (1999), ein Stipendium des Asian Cultural Council (ACC) (2006) sowie ein Sonderstipendium der japanischen Kulturbehörde für einen Auslandsaufenthalt (2008). Im Jahr 2009 wurde sie als Mitglied der Gidayū-bushi Preservation Society als Trägerin eines Wichtigen Immateriellen Kulturguts Japans anerkannt.

    Für ihr Konzertprojekt „Yumiko Tanaka Recital 2024: Die Klangwelt des Gidayū-Shamisen“ erhielt sie den 24. Keizō-Saji-Preis der Suntory Foundation for the Arts. Sie war Associate Professor an der Hyogo University of Teacher Education und arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Research Centre for Japanese Traditional Music der Kyoto City University of Arts.
     

  • Stimmkünstlerin und bildende Künstlerin. Durch die Wahrnehmung ihrer eigenen Stimme und ihrer Resonanzen erkennt sie Räume mittels einer Methode, die der Echoortung ähnelt. In Performances und Installationen verändert sie die akustischen Schattierungen und Klangräume eines Ortes und untersucht dabei, wie Weltwahrnehmung und Wirklichkeit entstehen.

    Ausgehend von Dialogen mit Astrophysiker*innen, Teilchenphysiker*innen und Astronom*innen arbeitet sie seit 2025 an einem neuen Werk zum Thema der Entstehung des Universums für das neue Projekt „TMT Gear“ am Tokyo Metropolitan Theatre.

    Zu ihren Auszeichnungen und Projekten zählen das ACC Fellowship (2017), das Japan Foundation Fellowship (2018), die Teilnahme an „100 Years of the Universe: The Observing Eye, the Singing Voice“, einer Veranstaltung zum 100-jährigen Jubiläum der Verlegung des Nationalen Astronomischen Observatoriums Japans (Mitaka) (2024), Regie und Bühnenbild für Salvatore Sciarrinos Lohengrin in der Kanagawa Kenmin Hall (2024), „JAPAN. BODY_PERFORM_LIVE“ im PAC Milano (2022) sowie die Teilnahme an der 15. Shanghai Biennale (2025).