Schüleraustausch
Kalpitiya x Charlottenburg-Wilmersdorf
Zwischen dem 27. Oktober und dem 7. November 2025 kamen Schülerinnen und Schüler aus Berlin und Kalpitiya in Sri Lanka zusammen, um sich über drängende Themen wie Meeresschutz, Abfallvermeidung und Recycling auszutauschen und gemeinsame Strategien für eine nachhaltige Zukunft zu entwickeln.
Das Partnerschaftsprojekt wurde 2019 von der Abteilung für Bildung für nachhaltige Entwicklung des Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit dem Kitesurfcamp und der Kitesurfschule Kitesurfing Lanka sowie dem Berliner Start-up Merijaan verfolgt das Projekt das Ziel, das Bewusstsein für die zunehmende Verschmutzung der Strände von Kalpitiya zu schärfen.
Das Hauptziel des Projekts besteht darin, das öffentliche Bewusstsein für Umweltfragen auf kreative und greifbare Weise zu fördern. Im Zentrum dieses interkulturellen Austauschs steht die Frage: Warum gehen uns Meeresschutz und die Verringerung von Plastikmüll alle an?
Mithilfe der Bildungsbox #2030 werden globale Herausforderungen im Kontext der Agenda 2030 der Vereinten Nationen vermittelt und damit die Grundlage für die Entwicklung lokaler Lösungsansätze geschaffen.
Das Goethe-Institut Sri Lanka unterstützte das Projekt, indem es die Verbindung zwischen kulturellem Austausch und nachhaltiger Entwicklung stärkte. Im Juli 2025 führte diese Zusammenarbeit zu einer Open-Air-Fotoausstellung auf dem Steinplatz in Berlin mit Werken sri-lankischer Fotografinnen und Fotografen. Unter dem konzeptionellen Rahmen „Menschheit & Erde“ beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Ansätzen, die Beziehungen zwischen Mensch und Natur visuell darzustellen und gleichzeitig das Bewusstsein für Nachhaltigkeitsthemen zu fördern.
In diesem Jahr unterstützte das Goethe-Institut die neue Projektphase mit zwei Workshops, die einen kreativen Ausgangspunkt für den interkulturellen Dialog und die Auseinandersetzung mit Abfallmanagement boten.
Der erste Workshop zur Plakatgestaltung mit dem Titel „Listen to us!“ fand vom 14. bis 17. Februar statt und wurde von Pathum Egodawatta von Mooniak sowie der Komikerin und Aktivistin Nathasha Edirisooriya geleitet. Ziel war es, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, wie sie ihre Gedanken und Ideen durch einfache, wirkungsvolle Botschaften ausdrücken und einem breiteren Publikum vermitteln können. Nachhaltigkeit, gesunde Ozeane und die Vermeidung von Plastikmüll bildeten das zentrale Thema aller Workshops.
Insgesamt nahmen 30 Schülerinnen und Schüler aus sechs lokalen Schulen an dem Programm teil. Acht von ihnen wurden ausgewählt, im Juni am Schüleraustausch in Berlin teilzunehmen. Dort werden sie sich an kulturellen Austauschprogrammen, Workshops zum Thema Nachhaltigkeit und gemeinsamen Lernaktivitäten mit Partnerschulen beteiligen. Dadurch sollen internationales Verständnis sowie langfristige Partnerschaften zwischen den beiden Gemeinschaften gestärkt werden.
Der zweite Workshop fand vom 11. bis 16. September bei Kitesurfing Lanka in Kalpitiya statt. Daran nahmen 30 Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 bis 15 Jahren aus sechs verschiedenen Schulen teil. Geleitet wurde der Workshop von dem Schauspieler und Stand-up-Comedian Lihan Mendis sowie der Schauspielerin Tracy Jayasinghe gemeinsam mit V. Thusandra. Die Veranstaltung wurde überwiegend in englischer Sprache durchgeführt; bei Bedarf wurden Übersetzungen ins Tamilische und Singhalesische angeboten.
Während des Workshops setzten sich die Jugendlichen damit auseinander, wie Nachhaltigkeit in Kalpitiya konkret aussehen kann, insbesondere im Hinblick auf die Reduzierung von Plastikabfällen. Gemeinsam mit den Kursleitenden diskutierten sie die Grenzen der Wiederverwendung und des Recyclings von Abfällen. Das Programm umfasste Brainstorming-Sitzungen, die Entwicklung von Drehbüchern, Spiele sowie kreative Kunst- und Bastelaktivitäten. Außerdem fand ein Ausflug zum nahegelegenen Donkey Beach statt, bei dem die Schülerinnen und Schüler Gegenstände sammelten, die später als Musikinstrumente für die Abschlussaufführung verwendet wurden.
Die Abschlussaufführung bestand aus einem kurzen Theaterstück, das die Themen Freundschaft, Nachhaltigkeit und Abfallmanagement behandelte. Während einer Geburtstagsfeier sammelte eine Gruppe von Freunden Müll an einem Strand. Anschließend standen sie jedoch vor dem Problem, dass sie keine Möglichkeit fanden, den gesammelten Abfall ordnungsgemäß zu entsorgen: Weder Verbrennen noch Vergraben noch der Transport nach Hause kamen infrage.
Das Stück hinterließ beim Publikum die Frage:
„Was soll die jüngere Generation mit einem Abfallproblem tun, das sie nicht verursacht hat und für das ihr keine geeigneten Entsorgungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen?“