Interferences: Live
Performance und Gespräch|Fiber Festival
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Goethe-Institut Amsterdam, Amsterdam
- Sprache Englisch, Filipino und Niederländisch
Interferences besteht aus Audio-Interviews, historischen Aufnahmen, elektronischer Musik sowie live gespielter Gamelan- und Jazzmusik. Live sonifiziert die sich wiederholende Schleife der Misserfolge des Kolonialismus.
Die Aufführung wird in Englisch, Filipino und Niederländisch stattfinden. Sie basiert auf dem Hörstück Interferenzen, das vom Deutschlandfunk Kultur im Rahmen von Schwerpunkt: 10Jahre Radio in Auftrag gegeben wurde.
Akteure
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meLê yamomo (er/sie/they/siya) ist Forscherin, Theatermacherin und Komponistin, die*der mit der Zeit selbst komponiert — sie dehnt, schichtet und biegt, um neue klangliche Landschaften zu formen.
Ihr*sein Werk beschäftigt sich nicht nur mit Klang, sondern auch mit den Geistern, die ihn durchziehen, den Geschichten, die er trägt, und den Zukünften, die er zu imaginieren wagt.
Geboren in den Strömungen der Migration, hat sich das Leben von meLê yamomo in Manila, Seoul, Bangkok, Warwick, München und nun zwischen Amsterdam und Berlin entfaltet, wo er*sie sich fließend zwischen Komposition, akademischer Wissenschaft und Theater bewegt und dabei die Grenzen zwischen Forschung und künstlerischer Praxis auflöst.
Für yamomo ist Klang ein Portal. Sein*ihr Buch Sounding Modernities zeigt, wie Musik und Theater koloniale Identitäten in Asien und im Pazifik geformt haben, während seine*ihre Kompositionen Stimmen aus klanglichen Archiven wieder aufgreifen und neu erklingen lassen. Seine*ihre Werke geben nicht nur Klang wieder — sie materialisieren ihn auch, sodass er durch Körper, Geschichten und Räume pulsiert.
Das Werk von yamomo, ausgezeichnet mit dem renommierten Open Ear Award und dem KNAW Early Career Award, ist eine Studie über klangliche Verflechtungen – eine dekoloniale Choreografie aus Echos und Stille. In Echoing Europe verwandeln sich historische Aufnahmen von Museumsobjekten in gespenstische Performances, die uns daran erinnern, dass Klang niemals neutral ist – er ist Zeugnis, Waffe und Erinnerung zugleich.
Durch seine*ihre künstlerische und klangliche Arbeit in Musiktheater, Radio, Podcasts und Performances sowie als Kurator*in des **Decolonial Frequencies Festivals** lädt yamomo uns in eine Welt ein, in der Zuhören Widerstand ist – in der Klang zu einer Karte wird, die verborgene Vergangenheiten und mögliche Zukünfte offenbart.
„Manchmal,“ sagt er*sie, „muss man einfach nur zuhören.“
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Krishna Sutedja ist ein balinesischer Musiker und Komponist, der sich auf Weltmusik, insbesondere balinesisches Gamelan, und elektronische Musik spezialisiert hat. Als Absolvent der Codarts University for the Arts in Rotterdam mit einem Master of Music hat er seine Karriere dem Brückenschlag zwischen indonesischen und europäischen Musiktraditionen gewidmet. Auf Bali als Gamelan-Musiker aufgewachsen, verfolgte Krishna seinen Kindheitstraum, im Ausland zu studieren, und sammelte dabei unschätzbare Erfahrungen, die seine Kompositionen und seine künstlerische Vision weiterhin prägen. Von Europa aus komponiert und unterrichtet er aktiv balinesisches Gamelan in mehreren Ländern, unter anderem in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, der Schweiz, Deutschland, Italien und Spanien. Seine Kompositionen wie Roi Soleil, Lentetijd und Across the Equator spiegeln eine Verschmelzung von traditionellen und zeitgenössischen Einflüssen wider. Krishna, der sich leidenschaftlich für den kulturellen Austausch einsetzt, ist bestrebt, auf seinem Gebiet innovativ zu sein, die indonesische darstellende Kunst weltweit zu fördern und gleichzeitig als einflussreicher und zukunftsorientierter Künstler einen Beitrag zur lokalen und internationalen Musikgemeinschaft zu leisten.
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Der Komponist und Musiker Thijs van den Geest liebt es, die Grenzen seiner musikalischen Praxis zu erweitern, indem er mit Künstlern aus anderen Disziplinen und Genres zusammenarbeitet. Zusammen mit dem Dichter Willemijn van den Geest sind sie Mitbegründer von Klinkende Kosmos, das Musik und Poesie zu einem eindringlichen Hörerlebnis verbindet. Thijs ist auch Mitglied des chromatischen Gamelan-Ensembles Multifoon, das die Grenzen zwischen zeitgenössischer westlicher klassischer Musik und indonesischen Gamelan-Spielweisen auslotet. Zuvor haben sie mit meLê yamomo in zwei Musiktheaterproduktionen in Amsterdam und Berlin zusammengearbeitet. Sie studierten bis zu ihrem Abschluss 2017 Jazztrompete am Konservatorium von Amsterdam.
Ort
Herengracht 470
1017 CA Amsterdam
Niederlande
Agenda
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Interferences: Live — Performance 2
Performance | FIBER Festival
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Goethe-Institut Amsterdam, Amsterdam
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