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19:00 Uhr

Nightlife

Europäisches Filmfestival 2022|Regie: Simon Verhoeven 2020, Farbe, 115 min, Deutschland

  • Goethe-Institut Peru, Lima 15072

  • Sprache Deutsch mit spanischen Untertiteln
  • Preis Zugang ist kostenlos, aber begrenzt
  • Teil der Reihe: Europäisches Filmfestival 2022

Nightlife Foto: Warner Bros. Entertainment / Frédéric Batier

Nightlife Foto: Warner Bros. Entertainment / Frédéric Batier

Simon Verhoeven hat ein Händchen für Komödien. Mit „Männerherzen“ und „Willkommen bei den Hartmanns“ eroberte er die Herzen der Zuschauer und sorgte für volle Kinosäle. Nun hat er wieder einen lustigen Film gemacht. In „Nightlife“ schickt er Elyas M’Barek und Frederik Lau als die Freunde Milo und Renzo auf eine wilde Verfolgungsjagd durchs Berliner Nachtleben. Es geht um kriminelle Geschäfte, wilde Partys, heiße Flirts – und um die Sehnsucht nach der großen Liebe und dem Traum vom kleinen Glück mit Frau, Kind und Fahrradtour.

Irgendwann ist man zu alt für den Trubel des Berliner Nachtlebens, denkt sich der smarte Barkeeper Milo, und träumt davon, mit eigener Bar und Traumfrau sesshaft zu werden. Dafür muss er nur noch etwas Geld zusammenkratzen und eben die richtige Frau kennenlernen: Sunny lässt nicht lange auf sich warten, und flugs ist das Date mit der schönen Rothaarigen ausgemacht. Die smarte Traumfrau will allerdings eine neue Stelle in den USA annehmen, das gilt es zu verhindern.

Hinzu kommt Milos chaotischer Buddy Renzo, der zunächst die Chance auf einen Bankkredit für die Unternehmensgründung zunichtemacht, aber die Finanzierung anschließend mit einem allerletzten kleinen Drogengeschäft doch noch klarmachen möchte; bis der Stoff abhandenkommt und die (gefühlt) halbe Unterwelt hinter den beiden her ist. Eine so waghalsige wie temporeiche und mit zahllosen haarsträubend-komischen Verwicklungen gespickte Jagd durch die Vielfalt des Berliner Nachtlebens kann beginnen!
Frederik Lang (11.03.2022)

Kritiken, Empfehlungen, Presseschau:
"In einem Drehbuch, das von ferne an John Landis' Kopfüber in die Nacht und auch an den deutschen Film Victoria (mit Frederick Lau) erinnert, werden Charaktere und Ereignisse unerwartet clever und temporeich miteinander verquickt und zum Happy End der Knoten krimineller Verstrickungen auf genial simple Weise durchtrennt. Neben dem Hauptdarstellerduo - Elyas M'Barek als Sympathieträger Milo und Frederick Lau als tölpelhafter Renzo, die bereits in Das perfekte Geheimnis harmonierten - erfreuen witzige Nebendarsteller. Regisseur Simon Verhoeven (Männerherzen) beweist erneut sein Faible für Gaga-Dialoge und andere Kapriolen, die ihre Existenz schlicht dem reinen Spaß an der Freud' zu verdanken scheinen, wie etwa der Musikvideoclip eines bayerischen ‚Bachelor'-Trios (mit einem Verhoeven-Cameo).

Mit der Odyssee durch Berliner Partyszenen, darunter ein Spieleabend und ein Tanzlokal, wird auch atmosphärisch etwas geboten. Das Geheimnis des Erfolgs ist hier wie bei Verhoevens vorigen Komödien ein Händchen für Takt und Timing: die Inszenierung ist burlesk, aber nicht zu platt; sie ist, obwohl 'rauf und 'runter Schlager gespielt wird, nicht mit Musik überfrachtet; sie ist nicht zotig, und vor allem nie wichtigtuerisch. So wird in diesem Crossover aus Romanze und Krimikomödie zwar nicht das Rad neu erfunden.

Erfrischend, nicht nur im Maßstab des deutschen Filmwesens, ist die Leichtfüßigkeit dieser drei unfreiwilligen Nachtschwärmer aber dennoch." (Birgit Roschy, epd Film, 21.2.2020)

"Das ging ins Auge. Und gleich doppelt. Barkeeper Milo (Elyas M'Barek) wird von seinem Kumpel Renzo (Frederick Lau) aufs Auge geküsst. Leider hat der zuvor was Scharfes gegessen. Und Sunny (Palina Rojinski) kriegt beim Versuch, sich den Single-Frust wegzutrinken, ein Cocktailschirmchen ins Auge gepiekt. Nun tragen beide eine Augenklappe. Und treffen so aufeinander. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Aber mit Sichtbehinderung. Auch die Binsenweisheit, Liebe mache blind, bekommt da einen ganz neuen Sinn. (…) Das perfekte Date wird zum Super-GAU, weil nun auch die holde Maid vor den Ganoven fliehen muss. Fortan hetzen die frisch Verliebten durch das Tag- und Nachtleben der Stadt. Dabei landen sie nicht nur in angesagten Bars und verruchten Tanzschuppen, sondern auch bei einem Senioren-Tanztee und auf einen spießigen Spieleabend. (…)

Verhoeven wollte den Film schon vor Jahren machen, als er noch mehr um die Häuser gezogen ist. Heute schreibt er nachts Drehbücher. Und das kommt dann davon. Auch Dennis Gansel hat mal einen Vampirfilm über die Technoszene drehen wollen. Und ihn erst zehn Jahre später realisiert, als die Technozeit schon wieder vorbei - und er zu alt dafür war.

Nightlife beweist immerhin, dass auch Filme ganz schön alt aussehen können. Davor schützt auch keine Augenklappe." (Peter Zander, Berliner Morgenpost, 13.2.2020)