Urbane Utopien

Das internationale Projekt „Urbane Utopien“ widmet sich der Transformation urbaner Räume mit dem Ziel, diese funktional, nachhaltig und im Einklang mit den Bedürfnissen der lokalen Gemeinschaft sowie unter deren aktiver Beteiligung zu gestalten.
 

Urbane Utopien Quadrat © Nisa Çalhan

Über das Projekt

Das Projekt wird in Ankara, Belgrad, Jerewan und Skopje umgesetzt. Obwohl die einzelnen Situationen und Bedürfnisse in diesen vier Städten unterschiedlich sind, gibt es auch Gemeinsamkeiten: die Arbeit in vernachlässigten oder sich im Wandel befindende städtischen Räumen, die Zusammenarbeit mit der lokalen Gemeinschaft sowie die Anwendung partizipativer und „grassroots“-basierter Ansätze. Das Projekt zielt daher darauf ab, ein partnerschaftliches Netzwerk in und zwischen den beteiligten Städten zu etablieren, das Begegnung und Austausch ermöglicht.

Mini-Residency-Programm

Im Rahmen von dreitägigen Kurzaufenthalten erhalten die lokalen Projektpartner die Möglichkeit, eine der anderen am Projekt beteiligten Städte zu besuchen. Diese Mini-Residency dient dazu, die verschiedenen lokalen Kontexte und Teilprojekte kennenzulernen und Kenntnisse sowie Erfahrungen auszutauschen.

Lokale Interventionen

Ein weiterer Fokus des Projekts liegt auf der aktiven Gestaltung des jeweiligen Raums zusammen mit vor Ort tätigen Kultur- und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen und der Nachbarschaft. Aus dem stetigen Dialog mit unterschiedlichen Gruppen vor Ort werden kleinere bauliche, künstlerische oder ökologische Interventionen entwickelt, die auf Bedürfnisse reagieren, Begegnung und Austausch anregen und die Teilhabe der Menschen im Stadtteil fördern.

Spreepark Residency

Ein weiterer Bestandteil des Projekts „Urbane Utopien“ ist die Spreepark-Residency in Berlin, die im Rahmen von Ecological Futures und in Zusammenarbeit mit dem Spreepark Art Space realisiert wird.
Seit 2024 bietet das Spreepark Art Space Künstler*innen aus dem In- und Ausland Raum für künstlerische Forschung im Spannungsfeld zwischen Kunst, Landschaft und öffentlichem Raum – mit dem ehemaligen Vergnügungspark Spreepark als einzigartigem Ort der Transformation.
Je ein/e Vertreter*in der lokalen Projektpartner aus Ankara, Belgrad, Skopje und Jerewan hält sich im Sommer 2026 für zwei Monate im Spreepark Art Space auf. Gemeinsam werden die vier Residents an der Entwicklung neuer Methoden der Partizipation und der Mobilisierung lokaler Gemeinschaften arbeiten, die später in den einzelnen Städten angewendet werden sollen.
Als Vertreter aus Ankara nimmt der Kulturprofessionelle Kıvanç Yalçıner teil. Er ist Mitbegründer von Puruli Kültür Sanat und Leiter des Accessible Film Festival. 

An einem Tisch sitzen Menschen, die sich gemeinsam Bilder anschauen.

Open Studio-Event im Spreepark Art Space am 05.07.2026 | © Frank Sperling

Ankara: Esat Hâl

Die Esat Hâl wurde Ende der 1980er Jahre als städtische Markthalle erbaut und war lange Zeit einer der Haupteinkaufsorte im zentral gelegenen Stadtteil Esat. Nach einem mehrjährigen Leerstand wurde die mehrstöckige Markthalle umgebaut und im Frühling 2026 als Kultur- und Gastrozentrum durch die Stadtverwaltung wiedereröffnet. Neben einer Bibliothek, einer Galerie, einem Kunstatelier und einem kostenfreien Arbeitsraum, die städtisch betrieben werden, haben verschiedene Akteure aus Kultur und Zivilgesellschaft hier Atelier- und Büroräume bezogen. Cafés, Eateries, Läden und Kleinunternehmen insbesondere aus dem Bereich Design sind ebenfalls Teil des Zentrums.
Die Potenziale und Herausforderungen, die sich durch diese Umnutzung ergeben, stehen im Fokus des Projektes Urbane Utopien. Gemeinsam mit den Akteur*innen in der Esat Hâl und der Nachbarschaft soll die Esat Hâl aktiv als ein offener Ort gestaltet werden.

Quilt-Banner “Bizim Mahalle, Bizim Haller”

Knapp 30 Passant*innen und Nachbar*innen nähten an einem Nachmittag gemeinsam die Teile für einen bunten Quilt, der inzwischen den Innenhof der Esat Hâl ziert. Der Slogan “Bizim Mahalle, Bizim Haller” kann frei übersetzt werden mit “Unser Stadtteil, unser Leben” und betont die lebendige und diverse Nachbarschaftskultur des Stadtteils Esat. Initiiert und realisiert wurde die künstlerische Intervention durch das Atölye Bez / Bağ Kooperativ, das sein Atelier in der Esat Hâl hat, mit der Unterstützung des Esat Stadtteilparlaments, Roof Coliving und des Goethe-Instituts Ankara.
 

3 Menschen halten lächelnd ein Quilt Banner hoch.

Der fertiggestellte Quilt vor der Installation im Innenhof der Esat Hâl | © Petra Köppel Meyer

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