3. Istanbul Design Biennale „Are we human?“: „Der Gläserne Mensch“
Ausstellung
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Galata Özel Rum İlköğretim Okulu, Istanbul
- Preis Eintritt frei
„Der Gläserne Mensch“ / „Are we human?”
Wird Design vom Menschen geschaffen –oder ist es das Design, das den Menschen gestaltet? Die 3. Istanbuler Design Biennale (22.10.-20.11.2016) erforscht die intime Beziehung zwischen "Design" und "Mensch". Der „Gläserne Mensch“, dessen Prototyp von dem Modellbauer Franz Tschackert 1925 am Deutschen Hygiene-Museums entwickelt, wird in Kooperation mit IKSV vom Goethe-Institut Istanbul als Teil der Biennale ausgestellt. Zuletzt war der „Gläserne Mensch“ 1938 bei der Messe in Izmir.
Der erste „Gläserne Mensch“, ein lebensgroßes dreidimensionales männliches Modell, das nicht aus Glas, sondern aus dem durchsichtigen Kunststoff Cellon gefertigt wurde, gab erstmals den Blick frei ins detaillierte Körperinnere: Die inneren Organe aus Plastik, die Blutgefäße und Nervenbahnen aus Draht liegen über dem aus Aluminium gegossenen Skelett. Eine bahnbrechende Erfindung, da erstmals wesentliche Bestandteile des Körpers in originaler Lage, im funktionellen Zusammenhang und integriert in einen kompletten Körper gezeigt werden konnten.
Gläserne Frau, 1995
| (c) Foto: Werner Lieberknecht
Dem ersten „Gläsernen Mann“ folgten aufgrund der großen Nachfrage weitere. Insgesamt wurden über 30 Exemplare hergestellt. 1935 wurde die erste „Gläserne Frau“ gefertigt - die weltweit einzige erhalten gebliebene aus der Vorkriegsproduktion. Die älteren Exemplare müssen besonders geschützt werden und brauchen konstante Bedingungen. „Das Cellon schrumpft, dadurch drücken die Innenteile gegen die Außenhülle“, erklärt Wissenschaftlerin Julia Radtke.
Zweck war die Aufklärung über den eigenen Körper und die Krankheitsprävention, jedoch spielt auch die Vorstellung von einer funktionierenden, normierten Menschenmaschine eine Rolle. Tschackerts gläserne Statuen verraten noch eine späte Antikensehnsucht, seltsam verknotet, mit einer fast naiven Technikbegeisterung. Der „hygienische Blick“, die Bemühungen um eine totale Transparenz des Körpers – die Funktion der Sichtbarmachung des Unsichtbaren ist beiden gemeinsam.
Nun wird das in den 1950er Jahren gefertigte Model des „Gläsernen Menschen“ in die aktuelle Thematik des „Gläsernen Menschen“ eingebettet und auf der 3. Istanbuler Design Biennale präsentiert.
Wird Design vom Menschen geschaffen –oder ist es das Design, das den Menschen gestaltet? Die 3. Istanbuler Design Biennale (22.10.-20.11.2016) erforscht die intime Beziehung zwischen "Design" und "Mensch". Der „Gläserne Mensch“, dessen Prototyp von dem Modellbauer Franz Tschackert 1925 am Deutschen Hygiene-Museums entwickelt, wird in Kooperation mit IKSV vom Goethe-Institut Istanbul als Teil der Biennale ausgestellt. Zuletzt war der „Gläserne Mensch“ 1938 bei der Messe in Izmir.
Der erste „Gläserne Mensch“, ein lebensgroßes dreidimensionales männliches Modell, das nicht aus Glas, sondern aus dem durchsichtigen Kunststoff Cellon gefertigt wurde, gab erstmals den Blick frei ins detaillierte Körperinnere: Die inneren Organe aus Plastik, die Blutgefäße und Nervenbahnen aus Draht liegen über dem aus Aluminium gegossenen Skelett. Eine bahnbrechende Erfindung, da erstmals wesentliche Bestandteile des Körpers in originaler Lage, im funktionellen Zusammenhang und integriert in einen kompletten Körper gezeigt werden konnten.
Gläserne Frau, 1995
| (c) Foto: Werner Lieberknecht
Dem ersten „Gläsernen Mann“ folgten aufgrund der großen Nachfrage weitere. Insgesamt wurden über 30 Exemplare hergestellt. 1935 wurde die erste „Gläserne Frau“ gefertigt - die weltweit einzige erhalten gebliebene aus der Vorkriegsproduktion. Die älteren Exemplare müssen besonders geschützt werden und brauchen konstante Bedingungen. „Das Cellon schrumpft, dadurch drücken die Innenteile gegen die Außenhülle“, erklärt Wissenschaftlerin Julia Radtke.Zweck war die Aufklärung über den eigenen Körper und die Krankheitsprävention, jedoch spielt auch die Vorstellung von einer funktionierenden, normierten Menschenmaschine eine Rolle. Tschackerts gläserne Statuen verraten noch eine späte Antikensehnsucht, seltsam verknotet, mit einer fast naiven Technikbegeisterung. Der „hygienische Blick“, die Bemühungen um eine totale Transparenz des Körpers – die Funktion der Sichtbarmachung des Unsichtbaren ist beiden gemeinsam.
Nun wird das in den 1950er Jahren gefertigte Model des „Gläsernen Menschen“ in die aktuelle Thematik des „Gläsernen Menschen“ eingebettet und auf der 3. Istanbuler Design Biennale präsentiert.
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Ort
Galata Özel Rum İlköğretim Okulu
Kemeraltı Cad. 49, Karaköy
Istanbul
Türkei
Kemeraltı Cad. 49, Karaköy
Istanbul
Türkei
Galata Özel Rum İlköğretim Okulu, Kemeraltı Cad. 49, Karaköy // Besuchszeiten täglich: 10.00 Uhr – 19.00 Uhr, Donnerstags: 10.00 Uhr – 20.00 Uhr, Montags geschlossen