KINO 2022
Film|
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Sinematek-Sinema Evi Kadıköy, İstanbul
Das Goethe-Institut freut sich, Ihnen unter dem Titel „Kino 2022“ die aktuellsten und erfolgreichsten neuen Filme aus Deutschland in der Türkei zu präsentieren.
Nachdem letztes Jahr unsere Reihe pandemiebedingt online stattfand, gehen wir dieses Jahr zurück in die Kinos. „Kino 2022“ startet mit deutschen Filmen im Rahmen des 41. Istanbul Film Festivals (8.-19. April) und wird im Mai (10.-15. Mai) in der Sinematek/Sinema Evi und später im Herbst in weiteren Städten der Türkei fortgesetzt.
Im Programm von Kino 2022 sind auch preisgekrönte Filme aus der Berlinale 2022 vertreten, wie "Rabiye Kurnaz gegen Georg W. Bush" von Andreas Dresen (Silberner Bär für das Beste Drehbuch und Silberner Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle für Meltem Kaya) und "Liebe, D-Mark und Tod" von Cem Kaya (Panorama Publikumspreis bester Dokumentarfilm). Andreas Dresen, Meltem Kaptan und Cem Kaya werden bei den Vorführungen ihrer Filme im Rahmen des Istanbul Film Festivals anwesend sein.
Wir freuen uns ganz besonders auf ein Wiedersehen im Kino!
Das Filmprogramm finden Sie hier: (PDF, 51 KB)
Filme:
Nahschuss
Sinematek/Sinema Evi | 10.05.2022, 20:00
Sinematek/Sinema Evi | 14.05.2022, 18:30
© Global Screen
Deutschland
2021, 116 min, Farbe
Deutsch
Türkische Untertitel
Regie: Franziska Stünkel
Mit: Lars Eidinger, Devid Striesow, Luise Heyer, Peter Benedict, Kai Wiesinger, Victoria Trauttmansdorff
Weltvertrieb: Global Screen
München 2021 Bestes Drehbuch
„Ich hoffe, mein Film stellt die Ohnmacht dar, mit der ein Individuum der Willkür eines politischen Systems ausgeliefert sein kann.“ Angelehnt an die Geschichte des letzten in der DDR hingerichteten Menschen, erzählt Regisseurin Franziska Stünkel vom Sog eines unaufhaltsamen Schicksals. Franz Walter hat das Leben vor sich, er liebt und wird geliebt, in Aussicht steht eine Professur an der renommierten Humboldt-Universität in Berlin. Doch zuvor soll er noch Aufklärungsarbeit in der BRD betreiben. Sein erster Fall ist ein in den Westen geflüchteter Fußballspieler. Was als aufregendes Spiel beginnt, stellt sich – erst unmerklich, dann mit immer brutalerer Härte – als gnadenlose Maschinerie der Einschüchterung heraus. Als Franz merkt, dass dies nicht das Leben ist, dass er, der bekennende Sozialist, sich vorgestellt hat, beschließt er, aus dem System auszusteigen – eine für ihn fatale Entscheidung.
Nahschuss ist hier wörtlich zu verstehen, in der DDR ging man dazu über das Todesurteil durch einen unerwarteten Schuss in den Nacken zu vollstrecken. „Es ist ein beklemmender Film, der Franziska Stünkel hier gelungen ist. Weil sie es versteht, den Kontrast und Konflikt von Systemtreue und einem eigenen Gewissen in den Fokus zu stellen.“ Peter Osteried, programmkino.de
Franziska Stünkel
Filmografie (Auswahl)
2002 It’s a Small World and Things Like This (Kurzfilm)
2008 Vineta
2021 Nahschuss
Lieber Thomas
Sinematek/Sinema Evi | 13.05.2022, 20:00
Deutsch
© The Match Factory
land
2021, 105 min, schwarz-weiß
Deutsch
Türkische Untertitel
Regie: Andreas Kleinert
Mit: Albrecht Schuch, Jella Haase, Ioana Iacob, Jörg Schüttauf, Anja Schneider, Joel Basman, Emma Bading
Weltvertrieb: The Match Factory
Tallinn 2021 Bester Film
„Wo ich leben will, da will ich nicht sterben.“ In diesem Schlüsselsatz des Films zeigt sich die ganze Zerrissenheit seiner Hauptfigur. Thomas Brasch ist ein begnadeter Künstler, aber auch eine Persönlichkeit, die sich nie zufrieden gibt mit den Verhältnissen. Nicht in der DDR, in der er lauthals gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings demonstriert – was ihm Gefängnis einbringt; nicht in der Familie, in der er sich an seinem linientreuen Vater abarbeitet – einem hohen Parteifunktionär, der für die junge Republik einsteht und doch den eigenen Sohn denunziert; nicht in der BRD, wo er als Regisseur und Autor schnell Erfolge feiert – und doch nie heimisch wird in der Glitzerwelt des Kapitalismus. Und so kommt es, wie es kommen muss: Ein radikal Unangepasster wird immer anecken, doch er, der früh Verstorbene, hinterlässt etwas, was jenseits der Zeitgeschichte menschlich berührt und aufrüttelt.
„Gerade weil hier keine Biografie nacherzählt wird, kommt man dem Künstler und Menschen Brasch näher“, heißt es in einer Kritik des Deutschlandfunks: „Dabei erhebt der Film nicht den Anspruch, Brasch verstehen zu wollen. Stattdessen geht er mit dem Künstler auf Suche, wohl wissend, dass diese nie aufhören wird: ‚Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin.‘“
Andreas Kleinert
Filmografie (Auswahl)
1989 Leb' wohl, Joseph
1992 Verlorene Landschaft
1995 Neben der Zeit (TV)
1997 Im Namen der Unschuld
1999 Wege in die Nacht
2003 Mein Vater (TV)
2007 Freischwimmer
2011 Nacht ohne Morgen (TV)
2016 Hedda (TV)
2021 Lieber Thomas
Everything Will Change
Sinematek/Sinema Evi | 11.05.2022, 17:00
Sinematek/Sinema Evi | 15.05.2022, 18:30
© Closeflarefilm2021
Deutschland/Niederlande
2021, 93 min, Farbe
Englisch, Deutsch
Türkische Untertitel
Regie: Marten Persiel
Mit: Noah Saavedra, Jessamine-Bliss Bell, Paul G. Raymond, Jacqueline Chan
Weltvertrieb: TF1 Studio
Filmfestival Max Ophüls Preis 2022 Publikumspreis Spielfilm
Wir schreiben das Jahr 2054, die Welt ist grau, alles findet digital statt, Informationen holen sich die Menschen über Applikationen, die sie am Körper tragen. Doch durch Zufall finden die Freunde Cherry, Ben und Fini in einem Plattenladen ein Foto mit einem unbekannten Wesen, der Besitzer des Ladens teilt ihnen auch mit, wie es heißt: Giraffe. Und, um eins draufzusetzen, holt er aus einer Kammer eine Kiste mit alten Videos hervor, auf denen noch viel mehr dieser beweglichen Objekte zu sehen sind, in allen Formen, Farben und Größen. „DeepFake“ befinden die Freunde und staunen, wie gut die Filme gemacht sind. Doch dann stellt Ben die entscheidende Frage: „Was ist, wenn es echt ist?“ Und damit beginnt für die Drei eine Reise in unbekannte Welten und in eine Vergangenheit, in der es noch möglich war, die Zukunft zu ändern – ihre Gegenwart.
Mit eindrucksvollen Naturbildern, futuristischen Infrarotaufnahmen und Statements von hochkarätigen Wissenschaftler*innen schafft Regisseur Marten Persiel einen Film, der uns eindrücklich vor Augen führt, dass es genau jetzt an der Zeit ist zu handeln, wollen wir das massenweise Artensterben noch aufhalten, dem unser Planet ausgesetzt ist. „Denn“, so die weise Erzählerin im Film, „die Gegenwart ist noch immer am schwersten zu sehen.“
Marten Persiel
Filmografie
2012 This Ain’t California
2021 Everything Will Change
Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush
Sinematek/Sinema Evi | 11.05.2022, 20:00
© The Match Factory
Deutschland/Frankreich
2022, 119 min, Farbe
Deutsch, Türkisch, Englisch
Türkische Untertitel
Regie: Andreas Dresen
Mit: Meltem Kaptan, Alexander Scheer, Charly Hübner, Nazmi Kırık, Sevda Polat, Abdullah Emre Öztürk
Weltvertrieb: The Match Factory
Türkischer Verleih: MUBI Türkiye
Berlinale 2022 Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle (Meltem Kaptan), Bestes Drehbuch
Murat Kurnaz ist, wie sich schnell herausstellt, zur falschen Zeit am falschen Ort. 2001 reist er nach Pakistan, er will Koranschulen besuchen. Doch dann kommt der 11. September, die USA starten den Krieg gegen Afghanistan, Kurnaz wird festgenommen und landet in Guantanamo, wo er fünf Jahre lang ohne jede rechtliche Begründung festgehalten wird. Soweit, so trostlos, eine unmenschliche Tortur, doch – wie Regisseur Andreas Dresen feststellt – in ihrer scheinbaren Ausweglosigkeit ein unverfilmbarer Stoff. Aber dann gelingt Dresen der Perspektivwechsel: Murats Mutter Rabiye Kurnaz und ihr Anwalt Bernhard Docke treten auf den Plan. Gemeinsam schaffen sie das Unmögliche, ziehen vor den Supreme Court gegen George W. Bush, den Präsidenten der Vereinigten Staaten – und gewinnen. Aus dieser Perspektive erzählt der Film. Und Andreas Dresen sagt auch, wieso: „Weil sie von der Kraft der Schwachen erzählt. Die Welt, so monolithisch sie auch erscheinen mag, ist veränderbar!“ Eine Botschaft, die gerade in heutiger Zeit von enormer Bedeutung ist – in diesem Film umgesetzt von zwei kongenialen uns äußerst witzigen Darsteller*innen: Hoffnung pur.
Andreas Dresen
Filmografie (Auswahl)
1999 Nachtgestalten
2002 Halbe Treppe
2005 Sommer vorm Balkon
2008 Wolke 9
2009 Whisky mit Wodka
2011 Halt auf freier Strecke
2014 Als wir träumten
2018 Gundermann
2022 Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush
Nö
Sinematek/Sinema Evi | 12.05.2022, 20:00
© FlareFilm-AlexSass_Still01_Kletterhalle
Deutschland
2021, 119 min, Farbe
Deutsch
Türkische Untertitel
Regie: Dietrich Brüggemann
Mit: Anna Brüggemann, Alexander Khuon, Isolde Barth, Hanns Zischler, Petra Schmidt-Schaller, Mark Waschke
Weltvertrieb: The Match Factory
Karlovy Vary 2021 Beste Regie
Laut Ankündigung ist Nö eine „romantische Tragikomödie“. In diesem Gemenge von Genrebezeichnungen steckt schon das Außergewöhnliche des Films. Tragödien sind nicht romantisch und komisch auch eher selten. Doch so spielt das Leben. Zumindest das von Dina und Michael, die sich durch ihr Dasein arbeiten, in dem so vieles möglich scheint, doch so wenig genug Halt bietet, um ernsthafte Entscheidungen zu treffen. Und so machen sie weiter, viele Jahre lang. Der Film erzählt das nicht in einem Strang, sondern in Episoden, mal kurz hintereinander, mal Monate, gar Jahre entfernt. Und sie kommen ja auch voran, werden Eltern, setzen sich mit den eigenen auseinander – in teils sehr drastischer Weise, wenn auch posthum. Sagt er: „Du willst ein Nest bauen und Familie und sesshaft werden. Ich glaub, ich wäre dem nicht gewachsen.“Sagt sie: „Doch! Dem wärst Du gewachsen. Dem ist jeder gewachsen. Kinderkriegen ist das einzige, das die Menschheit seit Jahrmillionen zuverlässig hinkriegt. Das macht man, und dann kann man das auch!“ Manchmal muss man/frau eben auch ein bisschen resolut sein. Oder, wie es Regisseur Brüggemann selbst sagt: Es gibt „Leute, die wissen, dass Film schon von vornherein Illusion ist.“ Das muss man nur ernst nehmen.
Dietrich Brüggemann
Filmografie (Auswahl)
2006 Neun Szenen
2010 Renn, wenn du kannst
2012 3 Zimmer/Küche/Bad
2014 Kreuzweg
2015 Heil
2021 Nö
Die Wannseekonferenz
Sinematek/Sinema Evi | 13.05.2022, 17:00
Sinematek/Sinema Evi | 14.05.2022, 14:00
© Global Screen
Deutschland
2022, 108 min, Farbe
Deutsch
Türkische Untertitel
Regie: Matti Geschonneck
Mit: Philipp Hochmair, Johannes Allmayer, Maximilian Brückner, Fabian Busch, Godehard Giese, Frederic Linkemann
Weltvertrieb: Global Screen
Das unvorstellbare Grauen, reduziert auf eine „Konferenz“. Sie hat ein Thema: die Endlösung. Am Vormittag des 20. Januar 1942 lädt Reinhard Heydrich, Chef des Reichssicherheitshauptamts, führende Vertreter des NS-Regimes in einer Villa am Großen Wannsee in Berlin zu einer „Besprechung mit anschließendem Frühstück“: SS, Reichskanzlei, Ministerien, Polizei, Verwaltung. Dokumentiert ist sie durch ein Protokoll von Adolf Eichmann, dem Leiter der Abteilung Judenangelegenheiten/Räumungsangelegenheiten im Reichssicherheitshauptamt. Der Film zeigt diese Konferenz als das, was sie war, ein bürokratischerAkt zur Lösung der „Judenfrage“, diein ihrer perversen Logik in der Organisation eines minutiös geplanten Völkermords mündete. Im historischen Bewusstsein dessen, was in den Konzentrationslagern geschah, ist dieses Kammerspiel, das sich nie von diesem einen Ort fortbewegt, umso be- und erdrückender. Ein Beamtenapparat, der nur seine Pflicht tut. Noch bei seinem Prozess in Israel war Adolf Eichmann der Meinung, er habe sich nichts zuschulden kommen lassen: die Banalität des Bösen. „Moralische Bedenkenvon Seiten der Teilnehmer“, resümiert Regisseur Matti Geschonnek, „gab es keine“.
Matti Geschonneck
Filmografie (Auswahl)
2005 Die Nachrichten
2010 Boxhagener Platz
2012 Tod einer Polizistin
2015 Der verlorene Bruder
2017 In Zeiten des abnehmenden Lichts
2022 Die Wannseekonferenz
IVIE WIE IVIE
Sinematek/Sinema Evi | 10.05.2022, 17:00
© Weydemann Bros
Deutschland
2021, 117 Min., Farbe
Deutsch, Englisch
Türkische Untertitel
Regie: Sarah Blaßkiewitz
Mit: Haley Louise Jones, Lorna Ishema, Anne Haug, Maximilian Brauer, Anneke Kim Sarnau
Weltvertrieb: Weydemann Bros.
Deutscher Filmpreis 2021 Beste weibliche Nebenrolle (Lorna Ishema)
Festival des Deutschen Films Ludwigshafen 2021 Bester Film
Im Leipzig der Gegenwart lebt Ivie– Kosename Schoko – mit ihrer besten Freundin zusammen und versucht sich darüber hinwegzuhelfen, dass sie bei ihrer Jobsuche als Lehrerin immer wieder in die Rolle der kulturellen Vermittlerin gedrängt wird, als die sie sich überhaupt nicht sieht. Zusehends frustriert gibt ihr das plötzliche Auftauchen einer bis dato völlig unbekannten Halbschwester den Rest. Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein, steht doch die Halbschwester sehr bewusst zu ihrer Herkunft, die sie nicht wie Ivie auf „aus Leipzig“ reduziert. Und so beginnt ein Prozess, der zu der so unausweichlichen wie notwendigen Frage führt: „Und du, wer bist du?“ Eine Frage, die sie sich Ivie selbst beantworten muss.
Kino-Zeit schreibt: „So unbequem die aufgeworfenen Fragen auch sein mögen, nie verfällt die Geschichte in einen moralisierenden oder belehrenden Tonfall.“ Ein wahrhaft beeindruckendes Debüt der Regisseurin Sarah Blaßkiewitz, die sich mit diesem Film „gleich zwei Alter-Egos geschaffen“ hat.
Sarah Blaßkiewitz
Filmografie
2016 Blank
2021 Ivie wie Ivie
Hinter den Schlagzeilen
Sinematek/Sinema Evi | 15.05.2022, 14:00
© bauderfilm
Deutschland
2021, 90 min, Farbe
Deutsch, Englisch
Türkische Untertitel
Regie: Daniel Andreas Sager
Weltvertrieb: New Docs
Zurich 2021 Fokus Wettbewerb Besondere Erwähnung
Ein Film, der zeigt, dass eine freie, faktenorientierte Presse unabdinglich ist. Ob die Schlagworte nun „fake news” oder alternative Fakten heißen: Versuche von Regierungen, unabhängige Kritik zu diskreditieren und die eigenen Verlautbarungen jeglicher Kontrollinstanzen zu entziehen, sind Gift für eine Gesellschaft. Nicht umsonst wird die Presse als „Vierte Gewalt“ bezeichnet, die eben diese Kontrolle ausübt. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist die Investigativ-Redaktion der Süddeutschen Zeitung, einer der renommiertesten Tageszeitungen Deutschlands. Regisseur Daniel Sager begleitet deren Arbeit, von den Bemühungen, den Mord an der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia aufzuklären, bis zur sogenannten Ibiza-Affäre um den österreichischen Vizekanzler HC Strache von der FPÖ. „Wenn auch nur die Hälfte von dem ganzen Zeug stimmt, dann zerschießt das die ganze Partei,“ sagt einer der Journalisten, als klar wird, wie brisant das ihnen zugespielte Video ist. Denn darin ist zu sehen, wie Strachein „denen [einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte und ihrem Anhang] „halb Österreich verkauft“. Nach akribischer Recherche –das Material ist so extrem, dass es zuerst für Satire gehalten wird – sind sich die Journalist*innen von Spiegel und Süddeutscher Zeitung sicher, das Video veröffentlichen zu können. „Und dann“, da ist sich das Team sicher, „explodiert’s“.
Daniel Andreas Sager
Filmografie
2011 Dein Wille Geschehe (Kurzfilm)
2013 Finistére (Kurzfilm)
2014 Licht und Schatten (Kurzfilm)
2015 The Long Distance
2021 Hinter den Schlagzeilen
Nachdem letztes Jahr unsere Reihe pandemiebedingt online stattfand, gehen wir dieses Jahr zurück in die Kinos. „Kino 2022“ startet mit deutschen Filmen im Rahmen des 41. Istanbul Film Festivals (8.-19. April) und wird im Mai (10.-15. Mai) in der Sinematek/Sinema Evi und später im Herbst in weiteren Städten der Türkei fortgesetzt.
Im Programm von Kino 2022 sind auch preisgekrönte Filme aus der Berlinale 2022 vertreten, wie "Rabiye Kurnaz gegen Georg W. Bush" von Andreas Dresen (Silberner Bär für das Beste Drehbuch und Silberner Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle für Meltem Kaya) und "Liebe, D-Mark und Tod" von Cem Kaya (Panorama Publikumspreis bester Dokumentarfilm). Andreas Dresen, Meltem Kaptan und Cem Kaya werden bei den Vorführungen ihrer Filme im Rahmen des Istanbul Film Festivals anwesend sein.
Wir freuen uns ganz besonders auf ein Wiedersehen im Kino!
Das Filmprogramm finden Sie hier: (PDF, 51 KB)
Filme:
Nahschuss
Sinematek/Sinema Evi | 10.05.2022, 20:00
Sinematek/Sinema Evi | 14.05.2022, 18:30
© Global Screen
Deutschland2021, 116 min, Farbe
Deutsch
Türkische Untertitel
Regie: Franziska Stünkel
Mit: Lars Eidinger, Devid Striesow, Luise Heyer, Peter Benedict, Kai Wiesinger, Victoria Trauttmansdorff
Weltvertrieb: Global Screen
München 2021 Bestes Drehbuch
„Ich hoffe, mein Film stellt die Ohnmacht dar, mit der ein Individuum der Willkür eines politischen Systems ausgeliefert sein kann.“ Angelehnt an die Geschichte des letzten in der DDR hingerichteten Menschen, erzählt Regisseurin Franziska Stünkel vom Sog eines unaufhaltsamen Schicksals. Franz Walter hat das Leben vor sich, er liebt und wird geliebt, in Aussicht steht eine Professur an der renommierten Humboldt-Universität in Berlin. Doch zuvor soll er noch Aufklärungsarbeit in der BRD betreiben. Sein erster Fall ist ein in den Westen geflüchteter Fußballspieler. Was als aufregendes Spiel beginnt, stellt sich – erst unmerklich, dann mit immer brutalerer Härte – als gnadenlose Maschinerie der Einschüchterung heraus. Als Franz merkt, dass dies nicht das Leben ist, dass er, der bekennende Sozialist, sich vorgestellt hat, beschließt er, aus dem System auszusteigen – eine für ihn fatale Entscheidung.
Nahschuss ist hier wörtlich zu verstehen, in der DDR ging man dazu über das Todesurteil durch einen unerwarteten Schuss in den Nacken zu vollstrecken. „Es ist ein beklemmender Film, der Franziska Stünkel hier gelungen ist. Weil sie es versteht, den Kontrast und Konflikt von Systemtreue und einem eigenen Gewissen in den Fokus zu stellen.“ Peter Osteried, programmkino.de
Franziska Stünkel
Filmografie (Auswahl)
2002 It’s a Small World and Things Like This (Kurzfilm)
2008 Vineta
2021 Nahschuss
Lieber Thomas
Sinematek/Sinema Evi | 13.05.2022, 20:00
Deutsch
© The Match Factory
land2021, 105 min, schwarz-weiß
Deutsch
Türkische Untertitel
Regie: Andreas Kleinert
Mit: Albrecht Schuch, Jella Haase, Ioana Iacob, Jörg Schüttauf, Anja Schneider, Joel Basman, Emma Bading
Weltvertrieb: The Match Factory
Tallinn 2021 Bester Film
„Wo ich leben will, da will ich nicht sterben.“ In diesem Schlüsselsatz des Films zeigt sich die ganze Zerrissenheit seiner Hauptfigur. Thomas Brasch ist ein begnadeter Künstler, aber auch eine Persönlichkeit, die sich nie zufrieden gibt mit den Verhältnissen. Nicht in der DDR, in der er lauthals gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings demonstriert – was ihm Gefängnis einbringt; nicht in der Familie, in der er sich an seinem linientreuen Vater abarbeitet – einem hohen Parteifunktionär, der für die junge Republik einsteht und doch den eigenen Sohn denunziert; nicht in der BRD, wo er als Regisseur und Autor schnell Erfolge feiert – und doch nie heimisch wird in der Glitzerwelt des Kapitalismus. Und so kommt es, wie es kommen muss: Ein radikal Unangepasster wird immer anecken, doch er, der früh Verstorbene, hinterlässt etwas, was jenseits der Zeitgeschichte menschlich berührt und aufrüttelt.
„Gerade weil hier keine Biografie nacherzählt wird, kommt man dem Künstler und Menschen Brasch näher“, heißt es in einer Kritik des Deutschlandfunks: „Dabei erhebt der Film nicht den Anspruch, Brasch verstehen zu wollen. Stattdessen geht er mit dem Künstler auf Suche, wohl wissend, dass diese nie aufhören wird: ‚Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin.‘“
Andreas Kleinert
Filmografie (Auswahl)
1989 Leb' wohl, Joseph
1992 Verlorene Landschaft
1995 Neben der Zeit (TV)
1997 Im Namen der Unschuld
1999 Wege in die Nacht
2003 Mein Vater (TV)
2007 Freischwimmer
2011 Nacht ohne Morgen (TV)
2016 Hedda (TV)
2021 Lieber Thomas
Everything Will Change
Sinematek/Sinema Evi | 11.05.2022, 17:00
Sinematek/Sinema Evi | 15.05.2022, 18:30
© Closeflarefilm2021
Deutschland/Niederlande 2021, 93 min, Farbe
Englisch, Deutsch
Türkische Untertitel
Regie: Marten Persiel
Mit: Noah Saavedra, Jessamine-Bliss Bell, Paul G. Raymond, Jacqueline Chan
Weltvertrieb: TF1 Studio
Filmfestival Max Ophüls Preis 2022 Publikumspreis Spielfilm
Wir schreiben das Jahr 2054, die Welt ist grau, alles findet digital statt, Informationen holen sich die Menschen über Applikationen, die sie am Körper tragen. Doch durch Zufall finden die Freunde Cherry, Ben und Fini in einem Plattenladen ein Foto mit einem unbekannten Wesen, der Besitzer des Ladens teilt ihnen auch mit, wie es heißt: Giraffe. Und, um eins draufzusetzen, holt er aus einer Kammer eine Kiste mit alten Videos hervor, auf denen noch viel mehr dieser beweglichen Objekte zu sehen sind, in allen Formen, Farben und Größen. „DeepFake“ befinden die Freunde und staunen, wie gut die Filme gemacht sind. Doch dann stellt Ben die entscheidende Frage: „Was ist, wenn es echt ist?“ Und damit beginnt für die Drei eine Reise in unbekannte Welten und in eine Vergangenheit, in der es noch möglich war, die Zukunft zu ändern – ihre Gegenwart.
Mit eindrucksvollen Naturbildern, futuristischen Infrarotaufnahmen und Statements von hochkarätigen Wissenschaftler*innen schafft Regisseur Marten Persiel einen Film, der uns eindrücklich vor Augen führt, dass es genau jetzt an der Zeit ist zu handeln, wollen wir das massenweise Artensterben noch aufhalten, dem unser Planet ausgesetzt ist. „Denn“, so die weise Erzählerin im Film, „die Gegenwart ist noch immer am schwersten zu sehen.“
Marten Persiel
Filmografie
2012 This Ain’t California
2021 Everything Will Change
Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush
Sinematek/Sinema Evi | 11.05.2022, 20:00
© The Match Factory
Deutschland/Frankreich2022, 119 min, Farbe
Deutsch, Türkisch, Englisch
Türkische Untertitel
Regie: Andreas Dresen
Mit: Meltem Kaptan, Alexander Scheer, Charly Hübner, Nazmi Kırık, Sevda Polat, Abdullah Emre Öztürk
Weltvertrieb: The Match Factory
Türkischer Verleih: MUBI Türkiye
Berlinale 2022 Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle (Meltem Kaptan), Bestes Drehbuch
Murat Kurnaz ist, wie sich schnell herausstellt, zur falschen Zeit am falschen Ort. 2001 reist er nach Pakistan, er will Koranschulen besuchen. Doch dann kommt der 11. September, die USA starten den Krieg gegen Afghanistan, Kurnaz wird festgenommen und landet in Guantanamo, wo er fünf Jahre lang ohne jede rechtliche Begründung festgehalten wird. Soweit, so trostlos, eine unmenschliche Tortur, doch – wie Regisseur Andreas Dresen feststellt – in ihrer scheinbaren Ausweglosigkeit ein unverfilmbarer Stoff. Aber dann gelingt Dresen der Perspektivwechsel: Murats Mutter Rabiye Kurnaz und ihr Anwalt Bernhard Docke treten auf den Plan. Gemeinsam schaffen sie das Unmögliche, ziehen vor den Supreme Court gegen George W. Bush, den Präsidenten der Vereinigten Staaten – und gewinnen. Aus dieser Perspektive erzählt der Film. Und Andreas Dresen sagt auch, wieso: „Weil sie von der Kraft der Schwachen erzählt. Die Welt, so monolithisch sie auch erscheinen mag, ist veränderbar!“ Eine Botschaft, die gerade in heutiger Zeit von enormer Bedeutung ist – in diesem Film umgesetzt von zwei kongenialen uns äußerst witzigen Darsteller*innen: Hoffnung pur.
Andreas Dresen
Filmografie (Auswahl)
1999 Nachtgestalten
2002 Halbe Treppe
2005 Sommer vorm Balkon
2008 Wolke 9
2009 Whisky mit Wodka
2011 Halt auf freier Strecke
2014 Als wir träumten
2018 Gundermann
2022 Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush
Nö
Sinematek/Sinema Evi | 12.05.2022, 20:00
© FlareFilm-AlexSass_Still01_Kletterhalle
Deutschland2021, 119 min, Farbe
Deutsch
Türkische Untertitel
Regie: Dietrich Brüggemann
Mit: Anna Brüggemann, Alexander Khuon, Isolde Barth, Hanns Zischler, Petra Schmidt-Schaller, Mark Waschke
Weltvertrieb: The Match Factory
Karlovy Vary 2021 Beste Regie
Laut Ankündigung ist Nö eine „romantische Tragikomödie“. In diesem Gemenge von Genrebezeichnungen steckt schon das Außergewöhnliche des Films. Tragödien sind nicht romantisch und komisch auch eher selten. Doch so spielt das Leben. Zumindest das von Dina und Michael, die sich durch ihr Dasein arbeiten, in dem so vieles möglich scheint, doch so wenig genug Halt bietet, um ernsthafte Entscheidungen zu treffen. Und so machen sie weiter, viele Jahre lang. Der Film erzählt das nicht in einem Strang, sondern in Episoden, mal kurz hintereinander, mal Monate, gar Jahre entfernt. Und sie kommen ja auch voran, werden Eltern, setzen sich mit den eigenen auseinander – in teils sehr drastischer Weise, wenn auch posthum. Sagt er: „Du willst ein Nest bauen und Familie und sesshaft werden. Ich glaub, ich wäre dem nicht gewachsen.“Sagt sie: „Doch! Dem wärst Du gewachsen. Dem ist jeder gewachsen. Kinderkriegen ist das einzige, das die Menschheit seit Jahrmillionen zuverlässig hinkriegt. Das macht man, und dann kann man das auch!“ Manchmal muss man/frau eben auch ein bisschen resolut sein. Oder, wie es Regisseur Brüggemann selbst sagt: Es gibt „Leute, die wissen, dass Film schon von vornherein Illusion ist.“ Das muss man nur ernst nehmen.
Dietrich Brüggemann
Filmografie (Auswahl)
2006 Neun Szenen
2010 Renn, wenn du kannst
2012 3 Zimmer/Küche/Bad
2014 Kreuzweg
2015 Heil
2021 Nö
Die Wannseekonferenz
Sinematek/Sinema Evi | 13.05.2022, 17:00
Sinematek/Sinema Evi | 14.05.2022, 14:00
© Global Screen
Deutschland2022, 108 min, Farbe
Deutsch
Türkische Untertitel
Regie: Matti Geschonneck
Mit: Philipp Hochmair, Johannes Allmayer, Maximilian Brückner, Fabian Busch, Godehard Giese, Frederic Linkemann
Weltvertrieb: Global Screen
Das unvorstellbare Grauen, reduziert auf eine „Konferenz“. Sie hat ein Thema: die Endlösung. Am Vormittag des 20. Januar 1942 lädt Reinhard Heydrich, Chef des Reichssicherheitshauptamts, führende Vertreter des NS-Regimes in einer Villa am Großen Wannsee in Berlin zu einer „Besprechung mit anschließendem Frühstück“: SS, Reichskanzlei, Ministerien, Polizei, Verwaltung. Dokumentiert ist sie durch ein Protokoll von Adolf Eichmann, dem Leiter der Abteilung Judenangelegenheiten/Räumungsangelegenheiten im Reichssicherheitshauptamt. Der Film zeigt diese Konferenz als das, was sie war, ein bürokratischerAkt zur Lösung der „Judenfrage“, diein ihrer perversen Logik in der Organisation eines minutiös geplanten Völkermords mündete. Im historischen Bewusstsein dessen, was in den Konzentrationslagern geschah, ist dieses Kammerspiel, das sich nie von diesem einen Ort fortbewegt, umso be- und erdrückender. Ein Beamtenapparat, der nur seine Pflicht tut. Noch bei seinem Prozess in Israel war Adolf Eichmann der Meinung, er habe sich nichts zuschulden kommen lassen: die Banalität des Bösen. „Moralische Bedenkenvon Seiten der Teilnehmer“, resümiert Regisseur Matti Geschonnek, „gab es keine“.
Matti Geschonneck
Filmografie (Auswahl)
2005 Die Nachrichten
2010 Boxhagener Platz
2012 Tod einer Polizistin
2015 Der verlorene Bruder
2017 In Zeiten des abnehmenden Lichts
2022 Die Wannseekonferenz
IVIE WIE IVIE
Sinematek/Sinema Evi | 10.05.2022, 17:00
© Weydemann Bros
Deutschland2021, 117 Min., Farbe
Deutsch, Englisch
Türkische Untertitel
Regie: Sarah Blaßkiewitz
Mit: Haley Louise Jones, Lorna Ishema, Anne Haug, Maximilian Brauer, Anneke Kim Sarnau
Weltvertrieb: Weydemann Bros.
Deutscher Filmpreis 2021 Beste weibliche Nebenrolle (Lorna Ishema)
Festival des Deutschen Films Ludwigshafen 2021 Bester Film
Im Leipzig der Gegenwart lebt Ivie– Kosename Schoko – mit ihrer besten Freundin zusammen und versucht sich darüber hinwegzuhelfen, dass sie bei ihrer Jobsuche als Lehrerin immer wieder in die Rolle der kulturellen Vermittlerin gedrängt wird, als die sie sich überhaupt nicht sieht. Zusehends frustriert gibt ihr das plötzliche Auftauchen einer bis dato völlig unbekannten Halbschwester den Rest. Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein, steht doch die Halbschwester sehr bewusst zu ihrer Herkunft, die sie nicht wie Ivie auf „aus Leipzig“ reduziert. Und so beginnt ein Prozess, der zu der so unausweichlichen wie notwendigen Frage führt: „Und du, wer bist du?“ Eine Frage, die sie sich Ivie selbst beantworten muss.
Kino-Zeit schreibt: „So unbequem die aufgeworfenen Fragen auch sein mögen, nie verfällt die Geschichte in einen moralisierenden oder belehrenden Tonfall.“ Ein wahrhaft beeindruckendes Debüt der Regisseurin Sarah Blaßkiewitz, die sich mit diesem Film „gleich zwei Alter-Egos geschaffen“ hat.
Sarah Blaßkiewitz
Filmografie
2016 Blank
2021 Ivie wie Ivie
Hinter den Schlagzeilen
Sinematek/Sinema Evi | 15.05.2022, 14:00
© bauderfilm
Deutschland2021, 90 min, Farbe
Deutsch, Englisch
Türkische Untertitel
Regie: Daniel Andreas Sager
Weltvertrieb: New Docs
Zurich 2021 Fokus Wettbewerb Besondere Erwähnung
Ein Film, der zeigt, dass eine freie, faktenorientierte Presse unabdinglich ist. Ob die Schlagworte nun „fake news” oder alternative Fakten heißen: Versuche von Regierungen, unabhängige Kritik zu diskreditieren und die eigenen Verlautbarungen jeglicher Kontrollinstanzen zu entziehen, sind Gift für eine Gesellschaft. Nicht umsonst wird die Presse als „Vierte Gewalt“ bezeichnet, die eben diese Kontrolle ausübt. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist die Investigativ-Redaktion der Süddeutschen Zeitung, einer der renommiertesten Tageszeitungen Deutschlands. Regisseur Daniel Sager begleitet deren Arbeit, von den Bemühungen, den Mord an der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia aufzuklären, bis zur sogenannten Ibiza-Affäre um den österreichischen Vizekanzler HC Strache von der FPÖ. „Wenn auch nur die Hälfte von dem ganzen Zeug stimmt, dann zerschießt das die ganze Partei,“ sagt einer der Journalisten, als klar wird, wie brisant das ihnen zugespielte Video ist. Denn darin ist zu sehen, wie Strachein „denen [einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte und ihrem Anhang] „halb Österreich verkauft“. Nach akribischer Recherche –das Material ist so extrem, dass es zuerst für Satire gehalten wird – sind sich die Journalist*innen von Spiegel und Süddeutscher Zeitung sicher, das Video veröffentlichen zu können. „Und dann“, da ist sich das Team sicher, „explodiert’s“.
Daniel Andreas Sager
Filmografie
2011 Dein Wille Geschehe (Kurzfilm)
2013 Finistére (Kurzfilm)
2014 Licht und Schatten (Kurzfilm)
2015 The Long Distance
2021 Hinter den Schlagzeilen
Links zum Thema
Ort
Sinematek-Sinema Evi Kadıköy
Sinematek / Sinema Evi
Osmanağa Mahallesi
Hasırcıbaşı Caddesi Hasırcı Sokak No:16
Kadıköy İstanbul
Länderübergreifend
Sinematek / Sinema Evi
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