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19:00 Uhr

SHORT EXPORT – MADE IN GERMANY 2022

Kurzfilme & Gespräch

  • Goethe-Institut Ankara, Çankaya - Ankara

  • Sprache Filme: Deutsch mit türkischen und englischen Untertiteln Gespräch: Englisch
  • Preis Eintritt frei

SHORT EXPORT © AG Kurzfilm / Short Export

Mit dem Programm SHORT EXPORT – MADE IN GERMANY 2022 bereisen zum 17. Mal herausragende deutsche Kurzfilme die Welt. Die sechs aktuellen Filme wurden aus über 400 deutschen Einreichungen beim Internationalen Kurzfilmfestival Clermont-Ferrand ausgewählt und geben einen Einblick in die künstlerisch-ästhetische sowie inhaltliche Vielfalt des deutschen Kurzfilmschaffens.

Das Projekt ist eine deutsch-französische Kooperation zwischen AG Kurzfilm, German Films, Goethe-Institut Lyon, Kurzfilm Agentur Hamburg und dem Internationalen Kurzfilmfestival Clermont-Ferrand.

Im Anschluss an die Vorführung wird Anne Kulbatzki, die Hauptdarstellerin des Films “Warum begeht Helen Koch schweren Kraftwagendiebstahl?” zusammen mit Ersan Ocak über den Film sprechen.

Anne Kulbatzki, 1988 in Ost-Berlin geboren, war Schülerin der Sunnhordland Folkehøgskule Teaterlinje in Norwegen und Mitglied des Jugendtheaters P14 (Volksbühne Berlin). Sie studierte Darstellende Kunst am Max Reinhardt Seminar in Wien und arbeitet seither als Schauspielerin und Autorin. Sie war Ensemblemitglied des Münchener Residenztheaters und Gast an verschiedenen Theatern im deutschsprachigen Raum. Ihr Stück MÖWE VON EPPLY FRICK KULBATZKI ist im laufenden Spielplan des Berliner Ensembles zu finden. Im Oktober eröffnet sie gemeinsam mit der bildenden Künstlerin Larissa Rosa Lackner die Duo-Ausstellung OK BIN DA im Kunstraum Ortloff, Leipzig. Als Schauspielerin ist sie aktuell zu sehen in O KOSMOS – DRAMATISCHES SELBSTGESPRÄCH MIT EINIGEN UNBEKANNTEN (Regie: Kathrin Herm, Kosmostheater Wien) und im Kurzfilm WARUM BEGEHT HELEN KOCH SCHWEREN KRAFTWAGENDIEBSTAHL?, der sich derzeit auf Festival-Weltreise befindet.

Ersan Ocak schloß 1993 sein Studium an der Middle East Technical University (METU), Abteilung für Stadt- und Regionalplanung ab. Nach einem Master im Bereich Stadtpolitikplanung an der METU promovierte er am Institut für Sozialwissenschaften der Bilkent University. Er ist Mitbegründer des Masterstudiengangs Media and Cultural Studies an der METU. Während seiner Tätigkeit als Lehrbeauftragter in der Abteilung für Kommunikationsdesign an der Bilkent University gründete er das NewMedia_OpenLab. Er unterrichtet zu den Themen Urbanistik, (Visual) Cultural Studies, Dokumentarfilm, Filmproduktion, Neue Medien, Grundlagen des Designs, Techniken visueller Kommunikation und forschte in den Bereichen Stadt, Armut in der Stadt, Oral History, Erinnerung, dokumentarisches Kino, interaktiver Dokumentarfilm, neue Medien der Narration. Aktuell forscht er zu den Themen experimenteller Film sowie Dokumentarfilm und neue Medien. Ersan Ocak ist zudem ein Filmemacher, dessen Arbeit experimentelle Videoarbeiten und Dokumentarfilme umfasst. Auch Kunstprojekte mit Video Performance und Videoinstallationen hat er realisiert. 2021 gründete er die Abteilung für Visuelles Kommunikationsdesign an der TED University, an der er auch unterrichtet und deren Leitung er innehat. 

Filme des Programms SHORT EXPORT 2022:

ANNA
Julia Roesler ∙ Deutschland 2022 ∙ Dokumentarfilm ∙ 18 Min.

Anna erinnert sich an Geschichten aus ihrer Kindheit, die so häufig erzählt wurden, dass sie zur Selbstbeschreibung wurden. Anna als dickes Kind im Ballett-Unterricht, Anna mit einer befreundeten Familie in Venedig, Anna als Teenagerin in der Disco. Diese Erinnerungen sind Teil einer Identität, die sich über den dicken Körper definiert, über den implantierten Gedanken, falsch zu sein.

LOWER AMBITIONS
Irem Schwarz ∙ Deutschland 2021 ∙ Experimenteller Dokumentarfilm ∙ 7 Min.

1932 prägte der Medienmogul und Deutschnationale Alfred Hugenberg den Satz „Sozial ist, was Arbeit schafft“. Schon Ende der 1990er Jahre wurde das alte Feindbild des „Arbeitsscheuen“ und „Asozialen“ wieder auffällig häufig im Privatfernsehen bemüht: Haben Nachmittagstalkshows die Agenda 2010 erschaffen?

SIRENS
Ilaria Di Carlo ∙ Deutschland 2022 ∙ Experimenteller Dokumentarfilm ∙ 13 Min.

SIRENS zeigt deutsche Kohlekraftwerke in ihren letzten Jahren der Energieerzeugung. Der Film nimmt uns mit auf eine Reise, die an die Durchfahrt des Bootes von Odysseus durch die Meerenge der Sirenen erinnert. Eine Odyssee durch Landschaften, die sich von einer Zukunftsverheißung in eine Dystopie verwandeln und die Ökosphäre der Erde dauerhaft prägen.

JEIJAY
Maren Wiese, Petra Stipetic ∙ Deutschland 2021 ∙ Animation ∙ 8 Min.

JEIJAY beginnt dort, wo die meisten Liebesfilme enden. Der Film handelt von zwei Personen, die den langsamen, aber unaufhaltsamen Verfall ihrer Beziehung zu verdrängen versuchen. In der Isolation ihrer kleinen Wohnung gefangen, bröckelt die Fassade ihres glücklichen Liebeslebens immer mehr.

DAS EINHORN MIT DER SCHNEEHOSE RANNTE PLÖTZLICH LOS
Philipp Schaeffer ∙ Deutschland 2022 ∙ Dokumentarfilm ∙ 18 Min.

Der Dokumentarfilm erforscht die Fantasiewelten dreier blinder Kinder. Er stellt uns Heranwachsende vor, für die Blindheit keine Behinderung, sondern ihre Form von Normalität ist. Es geht um Lerchen, Telefone und Kurzgeschichten.

WARUM BEGEHT HELEN KOCH SCHWEREN KRAFTWAGENDIEBSTAHL?
Moritz Geiser ∙ Deutschland 2022 ∙ Fiktion ∙ 22 Min.

Die verschrobene Lehrerin Helen und die als Problemschülerin stigmatisierte Mia hassen die Rollen, die ihnen das System Schule zuweist. Als ein vermeintlich harmloser Konflikt eskaliert, beginnt die Suche nach körperlicher Unmittelbarkeit in einer zunehmend entfremdeten und virtuellen Welt.