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19:00 Uhr
Margarete Schütte-Lihotzky und Wilhelm Schütte
Vortrag|In der Türkei Exil und Widerstand eines Architektenpaares 1938 – 1946
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Goethe-Institut Ankara, Çankaya - Ankara
- Sprache Deutsch mit türkischer Übersetzung
- Preis Eintritt frei mit vorheriger Anmeldung
Eine gemeinsame Veranstaltung der Deutschen Botschaft, der Österreichischen Botschaft und des Goethe-Instituts Ankara
Als herausragende Architektin einer sozialen Moderne und verfolgte Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime ist Margarete Schütte-Lihotzky (1897–2000) eine legendäre Gestalt der österreichischen Zeitgeschichte. Wilhelm Schütte (1900–1968) war einer der bedeutendsten deutschen Architekten des Reformschulbaus und engagierte sich ebenfalls im antifaschistischen Widerstand.
1938 kam das Architektenpaar auf Vermittlung von Bruno Taut, dem Leiter des Praxis-Büros des türkischen Unterrichtsministeriums und Leiter der Architekturabteilung der Akademie der Schönen Künste, nach Istanbul. Im Auftrag von Taut entwickelten beide Projekte für den Schulbau in Istanbul, Ankara und Anatolien. Die Festgestaltung der Galata-Brücke aus Anlass des 15. Jahrestages der Gründung der Türkischen Republik 1938 gehörte ebenfalls zu ihren Aufgaben.
Auch im türkischen Exil leisteten beide aktiven Widerstand gegen das NS-Regime, weshalb ihre Lebensgeschichte 1941 eine bedrohliche Wende nahm. Für den kommunistischen Untergrund hatte sich Margarete Schütte-Lihotzky auf eine riskante Kurierreise nach Wien begeben, wo sie von der Gestapo verhaftet wurde und mit einem Todesurteil rechnen musste. Wilhelm Schütte setzte daraufhin erfolgreich alle Hebel in Bewegung, um seiner Frau das Überleben in Gestapohaft zu ermöglichen.
Thomas Flierl konnte den Briefwechsel der Eheleute 1941–1945 aufspüren und gab diesen kommentiert heraus. Anhand des Briefwechsels und gestützt auf die Prozess-Akten im Bundesarchiv Berlin, auf Dokumente des Komintern Archivs in Moskau, auf Akten des Britischen Militärgeheimdienstes in London, auf neuere Forschungen zum Widerstand der KPÖ jener Jahre sowie eigene Recherchen in der Türkei zeichnet der Autor in einem Vortrag das Leben von Margarete und Wilhelm Schütte zwischen 1938 und 1946 nach.
Dr. phil. Thomas Flierl studierte Philosophie und Ästhetik an der Humboldt-Universität zu Berlin, Promotion 1985, Tätigkeiten in Kulturverwaltung und Politik (u.a. Leiter des Kulturamtes Berlin-Prenzlauer Berg 1990–1996, Baustadtrat in Berlin-Mitte 1998/99, Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur 2002–2006), seit 2006 freiberuflich als Bauhistoriker und Publizist tätig. Er ist Mitglied des Bauhaus-Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung an der Bauhaus-Universität Weimar.
Als herausragende Architektin einer sozialen Moderne und verfolgte Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime ist Margarete Schütte-Lihotzky (1897–2000) eine legendäre Gestalt der österreichischen Zeitgeschichte. Wilhelm Schütte (1900–1968) war einer der bedeutendsten deutschen Architekten des Reformschulbaus und engagierte sich ebenfalls im antifaschistischen Widerstand.
1938 kam das Architektenpaar auf Vermittlung von Bruno Taut, dem Leiter des Praxis-Büros des türkischen Unterrichtsministeriums und Leiter der Architekturabteilung der Akademie der Schönen Künste, nach Istanbul. Im Auftrag von Taut entwickelten beide Projekte für den Schulbau in Istanbul, Ankara und Anatolien. Die Festgestaltung der Galata-Brücke aus Anlass des 15. Jahrestages der Gründung der Türkischen Republik 1938 gehörte ebenfalls zu ihren Aufgaben.
Auch im türkischen Exil leisteten beide aktiven Widerstand gegen das NS-Regime, weshalb ihre Lebensgeschichte 1941 eine bedrohliche Wende nahm. Für den kommunistischen Untergrund hatte sich Margarete Schütte-Lihotzky auf eine riskante Kurierreise nach Wien begeben, wo sie von der Gestapo verhaftet wurde und mit einem Todesurteil rechnen musste. Wilhelm Schütte setzte daraufhin erfolgreich alle Hebel in Bewegung, um seiner Frau das Überleben in Gestapohaft zu ermöglichen.
Thomas Flierl konnte den Briefwechsel der Eheleute 1941–1945 aufspüren und gab diesen kommentiert heraus. Anhand des Briefwechsels und gestützt auf die Prozess-Akten im Bundesarchiv Berlin, auf Dokumente des Komintern Archivs in Moskau, auf Akten des Britischen Militärgeheimdienstes in London, auf neuere Forschungen zum Widerstand der KPÖ jener Jahre sowie eigene Recherchen in der Türkei zeichnet der Autor in einem Vortrag das Leben von Margarete und Wilhelm Schütte zwischen 1938 und 1946 nach.
Dr. phil. Thomas Flierl studierte Philosophie und Ästhetik an der Humboldt-Universität zu Berlin, Promotion 1985, Tätigkeiten in Kulturverwaltung und Politik (u.a. Leiter des Kulturamtes Berlin-Prenzlauer Berg 1990–1996, Baustadtrat in Berlin-Mitte 1998/99, Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur 2002–2006), seit 2006 freiberuflich als Bauhistoriker und Publizist tätig. Er ist Mitglied des Bauhaus-Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung an der Bauhaus-Universität Weimar.
Ort
Goethe-Institut Ankara
Meşrutiyet Mahallesi
Atatürk Bulvarı 131K/1
06420 Çankaya - Ankara
Türkei
Meşrutiyet Mahallesi
Atatürk Bulvarı 131K/1
06420 Çankaya - Ankara
Türkei