Die deutsche Filmemacherin Margarethe von Trotta ist eine wichtige Figur des Neuen deutschen Films der 1960er und 1970er Jahre. Sie verkörperte die emanzipatorische Bewegung des sogenannten "Frauenfilms", der sich durch eine feministische Haltung auszeichnete, in der Regisseurinnen starke Frauenfiguren in Szene setzten. Von Trotta hat diese Vorgehensweise konsequent und inspirierend bis heute fortgesetzt, mit einer immer wieder erneuerten Filmographie, die das Zwischenmenschliche der von ihr porträtierten - oft historisch bedeutenden - Frauen in den Mittelpunkt stellt, um besser über Politik und Geschichte sprechen zu können.
Zusammen mit der Cinémathèque québécoise zeigen wir zehn ihrer Filme, darunter auch ihren letzten, Ingeborg Bachmann - Reise in die Wüste, der 2023 auf der Berlinale seine Premiere feierte.
Margarethe von Trotta wurde 1942 in Berlin geboren, bevor sie nach Kriegsende mit ihrer Mutter nach Düsseldorf zog. Anfang der 1960er Jahre zog sie nach Paris, wo sie die Filme von Ingmar Bergman und der Nouvelle Vague entdeckte und sich in Filmkollektiven und bei der Produktion von Kurzfilmen engagierte. Danach wurde sie Schauspielerin, vor allem in Filmen von Rainer Werner Fassbinder und Volker Schlöndorff. Mit Schlöndorff führte sie bei Die verlorene Ehre der Katharina Blum Regie, bevor sie ihre Karriere als Solo-Filmemacherin fortsetzte. Danach realisierte sie den Film Das zweite Erwachen der Christa Klages, in dem sie Themen aufgreift, die sich durch ihr gesamtes Werk ziehen, insbesondere die Solidarität zwischen Frauen, politisches Engagement und das Aufkommen von Gewalt.