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14:00 Uhr

Warum verwenden wir anthropomorphe Metaphern, um über Maschinen zu sprechen?

Vortrag | Referent: Tomás Balmaceda

  • Auditorio Amigos del Bellas Artes, CABA

  • Preis Kostenlos mit Anmeldung

Grafische Darstellung auf hellem beigem Hintergrund. In der Mitte befindet sich ein großer Kreis in Orange- und Gelbtönen. Im Zentrum des Kreises stehen zwei senkrechte dunkelblaue Balken, die das Symbol für „Pause“ bilden. Das Motiv kombiniert warme Farbübergänge mit einer reduzierten, geometrischen Gestaltung. © Design: Flor Gutman

Grafische Darstellung auf hellem beigem Hintergrund. In der Mitte befindet sich ein großer Kreis in Orange- und Gelbtönen. Im Zentrum des Kreises stehen zwei senkrechte dunkelblaue Balken, die das Symbol für „Pause“ bilden. Das Motiv kombiniert warme Farbübergänge mit einer reduzierten, geometrischen Gestaltung. © Design: Flor Gutman

Der Diskurs über Künstliche Intelligenz, der von den CEOs der Technologieunternehmen, die diese Systeme entwickeln, geprägt und anschließend von den Medien weitgehend unkritisch übernommen wurde, bedient sich zahlreicher Metaphern, die bewusst dazu tendieren, dieses mächtige technische Werkzeug und unsere Beziehung zu ihm zu anthropomorphisieren. Dies mag zwar Teil einer Marketingstrategie sein, hat jedoch weitreichende Konsequenzen. Einerseits erschwert es ein tieferes Verständnis der tatsächlichen Prozesse, die an der Entwicklung dieser Technologien beteiligt sind; andererseits beeinflusst es die Frage, inwieweit diese Systeme tatsächlich mit menschlichem Denken und menschlicher Kreativität vergleichbar sind.
Bereits die Verwendung des Begriffs „Intelligenz“ sowie die Zuschreibung von Fähigkeiten wie „Denken “, „Halluzinieren“, „Kreativität“ oder „Handlungsfähigkeit“ an Maschinen bedürfen einer kritischen Überprüfung. Nur so lässt sich das Phänomen angemessen verstehen und auf dieser Grundlage eine fundierte Einschätzung darüber entwickeln, welche Konsequenzen ihr Einsatz für die Menschheit haben kann.

Wortlaut von Tomás Balmaceda:
„Die Ausbreitung generativer KI und algorithmischer Plattformen verändert nicht nur Aufgaben und Arbeitsabläufe, sondern auch das Vokabular, mit dem wir Geist, Handeln und Verantwortung beschreiben. In diesem Vortrag möchte ich zeigen, dass sich ein Diskurs verbreitet hat, der von den großen Technologieunternehmen hervorgebracht oder gefördert wurde und zu begrifflichen Verwirrungen rund um Konzepte wie Intelligenz, Handlungsfähigkeit, Autonomie und Verstehen beiträgt, indem er diese Eigenschaften Systemen zuschreibt, die sie in einem starken Sinne nicht besitzen.
Dieser Irrtum ist nicht lediglich eine semantische Ungenauigkeit, sondern fungiert zugleich als ideologische und normative Operation, die das öffentliche Vertrauen sowie die Verteilung epistemischer Autorität beeinflusst. In diesem Kontext sind die Geisteswissenschaften im Allgemeinen und die Philosophie im Besonderen gefordert, kritisch einzugreifen. Nicht, um sprachliche Bedeutungsverschiebungen grundsätzlich abzulehnen, sondern um ihrer Aufgabe nachzukommen, Begriffe wie Intelligenz, Handlungsfähigkeit und Interaktion sowie weitere zentrale Konzepte zu klären.“

Biografie

Tomás Balmaceda

Dr. phil., spezialisiert auf die Philosophie der Künstlichen Intelligenz. Er ist Mitbegründer von GIFT (Gruppe für Künstliche Intelligenz, Philosophie und Technologie), hauptamtlicher Dozent für Bachelor- und Masterstudiengänge an der Universität San Andrés sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter am Philosophischen Forschungsinstitut SADAF/CONICET. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen „Saber o no saber. El sentido de la educación en la era de la IA“ (Wissen oder nicht wissen. Der Sinn von Bildung im Zeitalter der KI), gemeinsam mit Silvia Bacher verfasst, sowie „Los últimos humanos. Una apuesta para resistir el fin del mundo común“ (Die letzten Menschen. Ein Plädoyer für den Widerstand gegen das Ende der gemeinsamen Welt), geschrieben zusammen mit Miriam De Paoli und Juan Marenco.

Agenda

  • Akkreditierung

    Akkreditierung | Die Veranstaltung beginnt pünktlich um 19:00 Uhr

    • Auditorio Amigos del Bellas Artes, CABA

  • Eröffnung der Veranstaltung und Eröffnungsvorträge

    Eröffnungsvortrag | Referentinnen: Paula Sibilia und Catrin Misselhorn

    • Auditorio Amigos del Bellas Artes, CABA

  • Akkreditierung

    Akkreditierung | Die Veranstaltung beginnt pünktlich um 14:00 Uhr

    • Auditorio Amigos del Bellas Artes, CABA

  • Warum verwenden wir anthropomorphe Metaphern, um über Maschinen zu sprechen?

    Vortrag | Referent: Tomás Balmaceda

    • Auditorio Amigos del Bellas Artes, CABA

  • Die Auswirkungen von KI auf Bildung, Arbeit und natürliche Ressourcen

    Podiumsdiskussion | Mit Mariana Ferrarelli, Mariano Zukerfeld und Marina Lema. Moderation: Germán Rúa

    • Auditorio Amigos del Bellas Artes, CABA

  • Analoge Pause: Zauberkunst

    Analoge Pause | Hernán López Winne

    • Auditorio Amigos del Bellas Artes, CABA

  • KI - Die Debatte! Eine Performance zwischen Erlösung und Apokalypse

    Debatte | Debattierende: Ingrid Sarchman und Diego Fernández Slezak. Moderation: Emi Garzón

    • Auditorio Amigos del Bellas Artes, CABA

  • Interview mit der Anthropologin Paula Sibilia, geführt von Danila Saiegh

    Interview | Offenes Gespräch über die Schnittstellen von digitalen Technologien, Kultur und Subjektivität.

    • Auditorio Amigos del Bellas Artes, CABA

  • Über Kreativität, begehrende Maschinen und KI-Halluzinatinen

    Cafégespräch | Teilnehmer*innen: Jazmín Adler (Kunsthistorikerin, Kuratorin), Juan Mattio (Science-Fiction-Autor). Moderation: Pablo Schanton.

    • Auditorio Amigos del Bellas Artes, CABA

  • Akkreditierung

    Akkreditierung | Die Veranstaltung beginnt pünktlich um 15:00 Uhr.

    • Auditorio Amigos del Bellas Artes, CABA

  • Die großen Sprachmodelle (LLMs) und eine Neudefinition von Kultur

    Hybrides Gespräch | Hybrides Gespräch zwischen Mercedes Bunz (Deutschland) und Margarita Martínez. Moderation: Daniela Gutierrez

    • Auditorio Amigos del Bellas Artes, CABA

  • Datenextraktion, Cybersicherheit und Geopolitik

    Podiumsdiskussion | Referent*innen: Isha Kim und Tomás Borovinsky. Moderation: Tomás Trapé

    • Auditorio Amigos del Bellas Artes, CABA

  • Analoge Pause: Klavier

    Analoge Pause | Heidi Giel

    • Auditorio Amigos del Bellas Artes, CABA

  • Interview mit der Philosophin Catrin Misselhorn, geführt von Héctor Pavón

    Interview | Öffentliches Gespräch mit der Autorin von „Künstliche Intelligenz – das Ende der Kunst?“

    • Auditorio Amigos del Bellas Artes, CABA

  • Die Black Box der KI öffnen

    Vortrag | Referent: Bruno Bianchi

    • Auditorio Amigos del Bellas Artes, CABA

  • Erweitertes Programm: Das Haus von Monkey Island

    Theater | Lateinamerika-Premiere des Theaterstücks „Das Haus von Monkey Island“

    • Casa de la Cultura , CABA