Goethe-Medaille 2024 für Carmen Romero Quero
Das offizielle Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland verleiht das Goethe-Institut jedes Jahr an Persönlichkeiten für ihr herausragendes Engagement im internationalen Kulturaustausch. Die Preisübergabe erfolgte am 28. August, dem Geburtstag Johann Wolfgang von Goethe, durch die damalige Präsidentin des Goethe-Instituts Carola Lentz.
Preisverleihung in Weimar
Zur Begründung der Jury
Carmen Romero Quero ist eine kulturelle Visionärin und Brückenbauerin. Sie hat mit der Gründung des Festivals „Teatro a Mil“ vor 30 Jahren einen Meilenstein in der lateinamerikanischen Theaterlandschaft gesetzt. Als spartenübergreifende Kuratorin bringt sie die internationale Avantgarde der Darstellenden Künste nach Chile und schafft Räume für künstlerische Innovation und gesellschaftliche Reflexion.
Ein besonderes Anliegen ist ihr die Stärkung des internationalen Dialogs, so auch der kulturelle Austausch mit Deutschland. Zahlreiche Koproduktionen mit Institutionen wie HAU Hebbel am Ufer in Berlin oder Kampnagel in Hamburg belegen ihr nachhaltiges Engagement für transnationale Zusammenarbeit.
Romero Quero zählt zu den wichtigsten öffentlichen Intellektuellen Chiles. Sie nutzt ihre Plattform, um Themen wie Menschenrechte, soziale Ungleichheit und die Aufarbeitung des Militärputsches von 1973 in den öffentlichen Diskurs zu bringen. Mit Bildungsinitiativen und dezentraler Kulturarbeit fördert sie die kulturelle Teilhabe in allen Regionen des Landes.
Biografie
Carmen Romero Quero ist Gründerin und Generaldirektorin der Stiftung „Fundación Teatro a Mil“ sowie Leiterin des gleichnamigen Festivals, das sie 1994 ins Leben rief. Heute gilt „Teatro a Mil“ als das bedeutendste spartenübergreifende Theaterfestival Südamerikas. Unter ihrer Leitung hat sich das Festival kontinuierlich weiterentwickelt – sowohl inhaltlich durch die Öffnung für neue Disziplinen als auch geografisch durch die Ausweitung auf Regionen außerhalb der Hauptstadt Santiago.
Mit ihrer Stiftung hat Romero Quero maßgeblich zur Internationalisierung der Darstellenden Künste in Südamerika beigetragen. Der Austausch mit anderen Kontinenten, insbesondere mit Deutschland, ist dabei ein zentrales Anliegen. Neben der Einladung renommierter Künstler*innen entstanden zahlreiche Koproduktionen mit deutschen Theatern. Ein zentrales Ziel ihrer Arbeit ist es, Theater für alle zugänglich zu machen und es als festen Bestandteil kultureller Bildung in Chile zu verankern.
Über die Goethe-Medaille
Die Goethe-Medaille wurde 1954 vom Vorstand des Goethe-Instituts gestiftet und 1975 von der Bundesrepublik Deutschland als offizielles Ehrenzeichen anerkannt. Seit der ersten Verleihung 1955 sind insgesamt 354 Persönlichkeiten aus 67 Ländern geehrt worden.
Weitere Informationen zur Goethe-Medaille und Übersicht der bisherigen Preisträger*innen: www.goethe.de/goethe-medaille