Do 17.08 (16:00 - 17:00 Uhr/Buenaventura: quejloqué),
Sa 19.08 (11:00 - 12:00 Uhr/Aguas del Pacifico),

Puertos de Sur a Süd

Radiofeature|Zwei Radiosendungen, die Häfen miteinander verbinden. Lokale Aktivierungen im Rahmen des Projekts.

  • Ciudadela Petronio

Banner Puertos de Sur a Süd ©Goethe-Institut

Im Rahmen der diesjährigen Ausgabe des Pazifik-Musikfestivals Petronio Álvarez werden zwei Radiofeatures als lokale Aktivität des Projekts Puertos de Sur a Süd produziert, ein künstlerisches Projekt, das vorschlägt, Verbindungspunkte, Unterschiede oder Routen zwischen dem Pazifischen Ozean und dem Atlantik nachzuzeichnen ausgehend von drei Achsen: Wasser, Identitäten und Sprachen. In dem Bemühen, darüber nachzudenken, wie die koloniale Vergangenheit verinnerlicht wurde, wie ihr widersprochen und sie umgestaltet werden kann, um eine verflochtene, integrative und intersektionale Zukunft zu entwerfen.

Das erste Feature Buenaventura: quejloqué ist ein Gespräch, in dem Musik und sozialer Aktivismus zusammenkommen, um die Realität der städtischen Gewalt in Buenaventura zu verstehen, durch die Stimmen von Aktivist*innen und Künstler*innen, die im Hip-Hop den Weg gefunden haben, um zu erzählen, was in der Stadt mit dem wichtigsten Hafen des kolumbianischen Pazifiks passiert.

Diese Live-Radiosendung wird vom Kollektiv Noís Radio produziert, eingeladen sind die Gäste Verónica Riascos-Kasbeel und David Paredes.

In Aguas del Pacifico, dem zweiten Radioprogramm, führen Samia Paola González Moreno und Ernesto Esteban González Sevillano ein Gespräch über die Gewässer, die den kolumbianischen Pazifik umspülen. Sie beginnen mit den Flussnetzen, den Bewegungen, die sie hervorgebracht haben, und ihrer Bedeutung für die Entstehung der heutigen Besiedlung dieses Gebiets. Im Anschluss daran thematisiert das Gespräch die kulturellen Wege und Vermischungen, die vor allem in der Musik und den verschiedenen Rhythmen erkennbar sind. Ankunft im Hafen, im Pazifik.

Noís Radio
Noís Radio ist ein Kollektiv, das sich für die Erforschung alltäglicher Klangwelten und die Schaffung von Radioerlebnissen interessiert. Es wurde 2009 in Cali gegründet und hat sich seitdem der Produktion von Live-Radioprogrammen gewidmet, die die Klanglandschaft mit Stimmen, Musik, Live-Sounds und performativen Aktionen mischen.

David Paredes 
Rapper, Kulturmanager und Dokumentarfilmer aus Buenaventura. Seine künstlerische Arbeit erlaubt es ihm, Buenaventura und den kolumbianischen Pazifik aus seiner eigenen Sicht zu erzählen, die der politischen und sozialen Realität verpflichtet ist. Seine Arbeit ist geprägt von der Suche nach einer Ästhetik, die sowohl das Individuum als auch das Kollektiv seiner Region vermenschlicht, fernab von Exotisierung und bewusster Stereotypisierung schwarzer Körper und ihrer Realitäten. Zu seinen wichtigsten Projekten gehören der Dokumentarfilm Tribugá, El Pastor, der auf dem FICUNAM-Festival (Mexiko) eine besondere Erwähnung erhielt, Madre Nuestra und Postales del Futuro, das auf der Documenta 15 in Kassel uraufgeführt wurde.

Verónica Riascos-Kasbeel
Die in Buenaventura (Kolumbien) geborene Studentin der Dramatischen Kunst an der Universidad del Valle - Pacífico ist in den sozialen Netzwerken durch die Viralisierung ihrer musikalischen Kompositionen mit Themen aus ihrem täglichen Leben bekannt geworden. Nach dem erfolgreichen Debüt ihrer Single Don José experimentierte sie mit verschiedenen Klängen, darunter Pop, Hip-Hop und R&B, um Yo Soy Dios zu kreieren, ein Lied, das auch ein visueller und performativer Vorschlag ist, um über Göttlichkeit und die Kraft zu sprechen, die der Vielfalt der Körper innewohnt. Seit 2014 ist sie Teil des Semillero de Teatro por la Vida, wo sie theatralische Sprachwerkzeuge mit anderen jungen Menschen in ihrer Gemeinde teilt.

Samia Paola González Moreno 
Die in Chocó geborene Sozialkommunikatorin und Journalistin hat einen Master-Abschluss in Geschichte und ist Doktorandin der Geisteswissenschaften mit Spezialisierung in afroamerikanischer Geschichte, Gesellschaft und Kultur an der Universidad del Valle. Derzeit arbeitet sie im akademischen Bereich, wo sie ihre historische Forschungsarbeit über den Widerstand der versklavten Menschen während der Kolonialzeit auf der Suche nach Freiheit entwickelt.

Ernesto Esteban González Sevillano
Ein tief mit der pazifischen Region verwurzelter Mensch, der sich mit der Kultur des kolumbianischen Pazifiks identifiziert, einer jahrhundertealten Kultur, die sich in diesem Gebiet herausgebildet hat und zu der drei Kulturen beigetragen haben: die indigenen Kulturen, die von den Europäern erobert und unterworfen wurden, und die afrikanischen Kulturen, die durch die versklavten Menschen in die Region gebracht wurden.

Eine Veranstaltung in Koopertation mit dem Festival de Música del Pacífico Petronio Álvarez im Rahmen des Projekts Puertos de Sur a Süd.