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19:00 Uhr

Literaturcafé: Theater übersetzen

Gespräch|Gespräch über das Stück „Franziska“ von Frank Wedekind

  • Online Online | Goethe-Institut Belgrad, Bibliothek, Beograd

  • Sprache Serbisch

Literaturcafé: Theater übersetzen 1200x1200 Foto: Bojana Denić © Aleksandar Denić; Jug Đorđević © Jelena Janković; Design: Goethe-Institut Belgrad

Literaturcafé: Theater übersetzen 2300x1000 Foto: Bojana Denić © Aleksandar Denić; Jug Đorđević © Jelena Janković; Design: Goethe-Institut Belgrad

Mit:
Bojana Denić, Übersetzerin und Verlegerin
Jug Đorđević, Regisseur
Biljana Pajić, Goethe-Institut Belgrad
Ende 2025 wurde die Übersetzerin Bojana Denić mit dem renommierten „Matilda-Trifunović“-Preis für ihre Übersetzung des Theaterstücks Franziska von Frank Wedekind ausgezeichnet. Der Preis wird seit 2021 alle zwei Jahre vom Serbischen Literaturübersetzerverband für die beste Übersetzung eines dramatischen Werks vergeben.

Im Rahmen eines Gesprächs mit der Preisträgerin sowie mit Jug Đorđević, der die Inszenierung des Stücks am Nationaltheater Subotica verantwortet, widmen wir uns dem Übersetzen im und für das Theater. Gemeinsam beleuchten wir Wedekinds Werk aus unterschiedlichen Perspektiven und sprechen über die Besonderheiten, Herausforderungen und kreativen Freiräume des literarischen und dramatischen Übersetzens.

Über die Teilnehmenden

  • Bojana Denić

    Bojana Denić (1974, Belgrad/Jugoslawien) hat an der Abteilung für deutsche Sprache und Literatur der Philologischen Fakultät in Belgrad ihr Studium abgeschlossen. Sie hat mehr als fünfzig Titel der Prosa-, Dramenliteratur und Lyrik des deutschsprachigen Raums übersetzt, darunter Werke von Clemens Meyer, Wolfgang Hilbig, Uwe Johnson, Thomas Brasch, Christa Wolf, Brigitte Reimann, Anna Seghers, Elfriede Jelinek, Ann Cotten, Wolfram Lotz, Bon Park, Thomas Bernhard, Peter Handke, Heiner Müller u. a. Sie ist Gründerin sowie Chefredakteurin des Verlags Radni sto.

    Derzeit ist sie Preisträgerin des „Matilda-Trifunović“-Preises für die Übersetzung des Textes Franziska Franka von Wedekind (2025). Zudem erhielt sie eine Auszeichnung des Serbischen Literaturübersetzerverbands für die Übersetzung der Gedichte von Thomas Brasch Der schöne 27. September (2023) sowie für den Roman Transit von Anna Seghers (2022). Für die Übersetzung des Dramentextes Die Verlorenen von Ewald Palmetshofer (Srebrno drvo, 2023) erhielt sie eine Empfehlung der Eurodram-Kommission. Außerdem ist sie Trägerin des Jahrespreises des Nationaltheaters für Übersetzungen dramatischer Literatur (2009).

    Gemeinsam mit Elvira Veselinović arbeitet sie derzeit an der Übersetzung des Romans Projektoren von Clemens Meyer (Radni sto, 2026).

  • Jug Đorđević

    Jug Đorđević wurde in Vranje geboren. Seine Grund- und Sekundarschulbildung absolvierte er in seiner Heimatstadt. Im zweiten Jahr der Sekundarschule wurde er Stipendiat des US-Konsulats und verbrachte sein drittes Schuljahr in Rochester im Bundesstaat New York. In diesem Zeitraum besuchte er auch die Kunstschule School of the Arts in derselben Stadt. Im Jahr 2012 schrieb er sich an der Fakultät für Dramatische Künste in Belgrad ein, Studiengang Theater- und Radioregie, in der Klasse von Prof. Nikola Jevtić und Dušan Petrović. Bereits während des Studiums begann er, sich mit Theaterregie zu beschäftigen, und arbeitete als Assistent im Pozorište na Terazijama sowie in Produktionen des Nationaltheaters. Mit seiner Prüfungsarbeit des zweiten Studienjahres vertrat er Serbien beim Internationalen Studentenfestival in Rumänien.

    Bisher hat er vier Dramen aus dem Englischen übersetzt: RED von John Logan, ANTISOCIAL von Bogdan Georgescu, A BRIGHT ROOM CALLED DAY von Tony Kushner und OVER THERE von Mark Ravenhill.

    Seine erste professionelle Regiearbeit signierte er im Theater „Bora Stanković“ in Vranje, mit dem Text Kepler 452-b von Tijana Grumić. Für dieselbe Inszenierung erhielten Tijana und Jug den Sonderpreis für ein neues Theaterempfinden beim Festival „Joakim Vujić“ in Novi Pazar. Die Vorstellung wurde zudem 2018 in die Hauptauswahl des Sterijino pozorje aufgenommen. Im selben Jahr inszenierte er am Nationaltheater in Užice das Stück Kako održavati fikus von Ognjen Obradović, und mit dem Drama Triptih o radnicima (Sara Radojković, Strahinja Madžarević und Tijana Grumić) wurde das neue Stadttheater Čačak eröffnet. Es folgten die Stücke Dolce vita, Sumnja, Nečista krv, Jedan Edip, Kišne kapi na vrelom kamenju, Tramvaj zvani želja, O Gilgamešu, Fleke, Osvrni se u gnjevu, Uspavanka za Aleksiju Rajčić, Mizantrop, Ništa nećemo zaboraviti, Christopher Thomas Night, Mačka na usijanom limenom krovu, Franciska, Ljudski glas und Centrifugalni igrač.

    Er ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, und die Inszenierung Uspavanka za Aleksiju Rajčić wurde 2023 zur besten Aufführung des 68. Sterijino pozorje gekürt. Damit schrieb sie sich in die Geschichte des Nationaltheaters in Belgrad als erste Inszenierung dieses Hauses ein, die diesen Preis gewann.

    Im September 2024 wurde er Stipendiat der Akademie der Künste in Berlin, auf Einladung seines Mentors, des bedeutenden deutschen Regisseurs Ulrich Rasche.
    Er lebt und arbeitet in Serbien.