La Misma Diferencia

Vier Personen stehen eng beieinander auf einer dunklen Bühne und berühren sich mit Armen und Händen. Drei Personen tragen Oberbekleidung in gedeckten Farben, eine weitere Person ist oberkörperfrei und nach vorne gebeugt. Die Körper bilden eine kompakte, miteinander verschränkte Gruppe vor dunklem Hintergrund. © Pau Aran

Datum: April 2026
Projekt: La Misma Diferencia

La Misma Diferencia ist ein choreografisches Projekt von Pau Aran, das Differenz als etwas Gemeinsames erfahrbar macht. Jenseits fester Identitäten versteht die Arbeit den Körper als Ort von Nähe, Zuhören und Begegnung – und Tanz als Raum, um neue Formen des Zusammenlebens zu denken.

Über die Residenz

La Misma Diferencia ist ein zeitgenössisches Tanzprojekt von Pau Aran, das sich mit gesellschaftlichen und persönlichen Spannungen rund um Identität, Geschlecht und Zugehörigkeit auseinandersetzt. In einer Zeit politischer, sozialer und kultureller Polarisierung fragt die Arbeit danach, was uns jenseits fester Zuschreibungen und Kategorien verbindet.

Anstatt Identität als etwas Festes oder Abgeschlossenes zu begreifen, versteht La Misma Diferencia sie als notwendige, zugleich aber begrenzende Konstruktion. Der Fokus verschiebt sich von der Frage „Wer sind wir?“ hin zu „Was bewegt uns?“ — dorthin, wo Unsicherheiten, Widersprüche und geteilte Verletzlichkeiten entstehen. Der Körper wird dabei zum zentralen Ort der Erfahrung: als Träger von Geschichte und Normen, aber auch als Raum für Begegnung, Veränderung und neue Formen des Miteinanders.

Das Projekt entsteht als kollektiver Entwicklungsprozess mit einem Ensemble von fünf PerformerInnen und in enger Zusammenarbeit mit Dramaturgie, Soziologie und künstlerischer Beratung. Tanz, Text und Musik treten in einen Dialog zwischen körperlicher Praxis und gesellschaftlicher Reflexion. Die künstlerische Sprache ist bewusst reduziert: ein klarer Raum, wenige Objekte, Licht, Stimmen und Körper schaffen Nähe und laden das Publikum zum Zuhören und Mitdenken ein.
 

„La Misma Diferencia ist ein wertvoller Bühnenvorschlag in einem Kontext, der oft auf Komplexität und Dialog verzichtet. Die Arbeit vertritt eine entschlossene Hypothese: dass die Tanzkunst der Zukunft ein Labor sein kann, um freiere Lebensformen zu entwerfen und jene Worte zu pausieren, die uns zwar Bedeutung geben, unsere Subjektivität jedoch auch begrenzen. – Miquel Missé

Über die Künstler*innen

Aaron Samuel Davis

Mitentwickler und Performer

Aaron Samuel Davis, geboren in den USA, performt, choreografiert und unterrichtet. 2018 erhielt er seinen Master of Fine Arts in Choreografie und Performance an der Tisch School of the Arts in New York. Zuvor studierte er von 2010 bis 2014 Latein und Altgriechisch sowie Postmodern & Contemporary Dance am Connecticut College. Anschließend studierte er an der Folkwang Universität der Künste in Essen. In seiner eigenen künstlerischen Arbeit beschäftigt er sich insbesondere mit der Schnittstelle zwischen Film, Kinematografie und Tanz. 2019 wurde Davis der Förderpreis für Darstellende Kunst der Stadt Düsseldorf verliehen. 2021 wurde er vom renommierten Dance Magazine als einer der Top 25 Dancers to Watch ausgezeichnet. Aaron Samuel Davis arbeitete mit einer Vielzahl von Choreograf:innen und Kompanien zusammen, darunter David Dorfman Dance, Kyle Abraham/Abraham.In.Motion, Raja Feather Kelly/The Feath3r Theory, David Rousseve/REALITY, Limon Dance Company, Marie Lena Kaiser, Horácio Macuacua, SEE Performance, Stephanie Thiersch/MOUVOIR und die Ben J. Riepe Kompanie. Von 2019 bis 2022 war er festes Ensemblemitglied von Unusual Symptoms / Theater Bremen. 2023 war er Gastperformer in der immersiven Off-Broadway Show „Sleep No More“ von Punchdrunk in New York. 2024 kehrte er als festes Ensemblemitglied zurück an das Theater Bremen und zu Unusual Symptoms.
Pau Aran

Tänzer, Choreograph und Dozent

Pau Aran Gimeno (Barcelona, 1981) ist ein Tanzkünstler, der zwischen Deutschland und Spanien arbeitet. Er begann im Alter von zehn Jahren mit dem Tanzen und wurde u. a. in Madrid (Real Conservatorio Mariemma) und an der Folkwang Universität der Künste in Essen ausgebildet.
2005 wurde er Mitglied des Tanztheater Wuppertal – Pina Bausch, wo er bis 2020 über 25 Werke interpretierte. Danach arbeitete er weiter als Gastkünstler und ist Teil der Pina Bausch Foundation zur Weitergabe ihres künstlerischen Erbes.
Seit 2013 entwickelt er eigene choreografische Arbeiten, die international gezeigt werden. Er arbeitete u. a. mit Sidi Larbi Cherkaoui und anderen Künstler*innen. Zu seinen Werken zählen Lettre d’amour (2020), Un cadavre exquis II (2021–22) und Seeking the truth (2023).

In Zusammenarbeit mit

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