Residenz Lia Ujčič y Vincent Wodrich

Lia Ujčič y Vincent Wodrich Lia Ujčič y Vincent Wodrich

Um die Arbeit und die Vernetzung von Künstlern aus verschiedenen europäischen Ländern zu fördern, entwickelt das Goethe-Institut Madrid ein Residenzprogramm mit mehreren Aktionslinien, das in der Anfangsphase steht. Eine davon ist die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen bei ihren Residenzprogrammen, wie zum Beispiel in diesem Fall die Unterstützung der 14. Ausgabe der künstlerischen Residenzen des Centro Coreográfico Canal für Kunstschaffende und professionelle Unternehmen (konsolidiert oder im Entstehen begriffen), bei denen wir uns verpflichtet haben, europäischen Unternehmen eine Unterkunft zu bieten.
Ausgewählt wurden Lia Ujčič und Vincent Wodrich, zwei zeitgenössische Tänzer aus Slowenien und Deutschland, die gerade dabei sind, ihr erstes Werk als kreatives Duo zu kreieren: somethingtouching.

 

Das Künstlerpaar empfängt uns in den Kanaltheatern, um über ihr Projekt und ihren kreativen Prozess zu sprechen. Sie erzählen uns, dass somethingtouching ihr erstes Projekt als künstlerisches Duo ist und dass es aus den vielen Reflexionen über die Isolation und die soziale Distanz entstanden ist, zu denen sie durch die Gefangenschaft gezwungen waren. Die Gefangenschaft verbrachten sie gemeinsam in einer kleinen Wohnung mit nur wenigen Gegenständen, darunter ein Kühlschrank, den sie in das Stück integriert haben. Mit Gründlichkeit und Liebe zum Detail haben sie sich viele Gedanken darüber gemacht, wie zwischenmenschliche Kontakte in unser Leben integriert sind und wie wichtig unsere gegenseitigen Abhängigkeiten sind.
    
Wir sprechen heute über ein unausweichliches Thema: die Begegnung und den körperlichen Kontakt, der seit Beginn des digitalen Zeitalters in den sozialen Hintergrund gedrängt wurde und im Zusammenhang mit der Pandemie direkt verboten ist. Der körperliche Kontakt, etwas so Nahes, Intimes und Wichtiges, hat sich in etwas wirklich Gefährliches verwandelt, und diese Angst werden wir nicht so leicht loswerden. 
Immer mehr auf Körperkontakt zu verzichten, bedeutet, einen der wichtigsten Sinne zu vergessen: den Tastsinn, einen der am meisten unterschätzten, von dem wir glauben, dass wir ihn entbehren können, der aber in Wirklichkeit derjenige ist, den wir am meisten ausüben. Er ist derjenige, der uns die Gewissheit des Materiellen gibt, und deshalb brauchen alle anderen Sinne die Bestätigung des Tastsinns. Der große Unterschied zu den anderen Sinnen ist ihre Gegenseitigkeit. Die Haut hat die Funktion, Wärme, Kälte oder Schmerz zu empfangen (passiver Tastsinn), und gleichzeitig ist sie auch für die haptische Wahrnehmung (aktiver Tastsinn) zuständig, die Funktion des Berührens, Streichelns oder Greifens, um Informationen von dem zu erhalten, was berührt wird. Wir können nicht berühren, ohne gleichzeitig berührt zu werden. Der Tastsinn ist eine eigene Sprache, die sich innerhalb kultureller Normen ausdrückt, die aber auch die universellste ist. Die Berührung, die Haut, verbindet uns miteinander. Sie sind Identität und sie sind Geselligkeit. 

Das Werk, das sich noch im Entstehungsprozess befindet, wird im Raum ausgestellt und tanzt um den Kühlschrank herum, ein Behältnis mit vielen Bedeutungen, so viele, wie der Betrachter ihm geben möchte. Sie führen sich gegenseitig, ahmen einander nach, halten sich gegenseitig, berühren sich oder nähern sich einander bis zum letzten Moment, kurz bevor sie sich berühren.
Sie sind daran interessiert, die Kopf-Augen-Beziehung der Zuschauer (die wiederum konfrontiert wird und die Unidirektionalität des Blicks bricht) mit der Rechtfertigung des Haptischen und seinem Verständnis von Räumlichkeit zu kontrastieren.

somethingtouching zielt darauf ab, den Wert der Berührung zu erforschen, motiviert durch den Wunsch, der Berührung den ihr zustehenden Platz im Gleichgewicht der Sinne zurückzugeben. Sie befassen sich mit Themen wie der Angst vor Berührung, dem Vertrauen in das Getragenwerden oder dem Verstehen des Körpers einer anderen Person durch taktile Wahrnehmung. Ihr Ziel ist es, diese Forschung in eine Performance zu übersetzen, die im Wesentlichen als "taktiles Manifest" dienen kann, betitelt mit diesem Wortspiel, das uns im Englischen dazu einlädt, über den Akt der Berührung von etwas oder jemandem nachzudenken und über den Moment, in dem uns etwas durch seine Kraft berührt, uns zu bewegen.

Mit seinen Worten:

somethingtouching" ist ein bewegendes Gedicht über uns alle. Er erzählt eine Geschichte über die natürlichsten menschlichen Verbindungen und deren Unterbrechung. Es spricht von unserer Haut und dem Herzen, das sich unter ihr befindet. Es spricht laut eine zarte Botschaft, die keine Worte enthält. Eine Nachricht, die nur Hände und Macht hält, wenn Sie in Kontakt mit einer anderen Hand sind. Ein Gesicht. Eine Schulter. A zurück. Oder ein anderes Herz. Wissen Sie noch, wie Sie einem anderen Herzen begegnen können? Wie Sie eine andere Haut willkommen heißen können?
somethingtouching will eine sanfte Erinnerung und eine Einladung sein, sich zu streicheln, die Hand zu geben und sich zu umarmen. In einer Zeit, in der eine Umarmung die Antwort auf viele unserer Fragen wäre, soll dieses Buch eine kleine Anleitung sein, wie man aus der Isolation herauskommt. Ein Leitfaden zum Berühren anderer Menschen und zum Lächeln".

"somethingtouching" wird unterstützt von Teatros del Canal, Centro Coreográfico Canal, Madrid Culture y Turismo, Bundesregierung für Kultur und Medien, Deutscher Tanzverband , Neustart Kultur, Kulturministerium der Republik Slowenien, Ayouva Island, Studio Pro Arte und CCB Center for Choreography Bleiburg/Pliberk - Choreografie Zentrum - Johann Kresnik - Koreografski center.

In Zusammenarbeit mit

Canal Teatros Canal
Centro Coreográfico Canal Centro Coreográfico Canal

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