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19:00 Uhr

Elfi Mikesch: Marocain

Film|Kinovorführung

Eine ältere weiße Frau und eine jüngere weiße Frau sehen einander an. E. Mikesch. Marocain © Deutsche Kinemathek, Bild: E. Mikesch

Eine ältere weiße Frau und eine jüngere weiße Frau sehen einander an. E. Mikesch. Marocain © Deutsche Kinemathek, Bild: E. Mikesch

Mit ihrem autobiographisch inspirierten Film lässt uns Elfi Mikesch in die antagonistische und doch liebevolle Beziehung zwischen einer sterbenden Mutter und ihrer erwachsenen Tochter eintauchen, die sich um sie kümmert. Ihre Gespräche drehen sich um Erinnerungen an den Ehemann und Vater – einen Fremdenlegionär, der vor Jahren nach Marokko verschwunden ist – und an das Land selbst. Der intime Dialog, der in einer kleinen Wohnung spielt, wird unterbrochen von lebhaften Szenen aus dem afrikanischen Land, das beide Frauen einst auf der Suche nach dem Vater und als Ort der Sehnsucht besuchten, nur um dort ganz unterschiedlich Dinge zu finden und in Erinnerung zu bewahren.

BRD 1989, 86 Min., mit englischen Untertiteln.
Buch, Regie, Kamera: Elfi Mikesch.


Elfi Mikesch griff das Thema des Legionärspaters mehr als 20 Jahre später in ihrem Film „Fieber“ (2014) erneut auf und verfolgte dabei einen völlig anderen Ansatz. „Fieber“ wird am 27. Mai 2026 im Rahmen des Goethe-Kinos gezeigt.

Mehr zum Film

Marocain

Nach Motiven von Maria Isabel Barrenos, Maria Teresa Hortas und Maria Velho da Costas Neue portugiesische Briefe.

Elfi Mikesch: „Manchmal denke ich, sie ist gar nicht meine Tochter …“ so beginnt ein Dialog zwischen der Mutter am Ende ihrer Tage mit ihrer Tochter. Zeit ihres Lebens verbindet der Gegensatz Mutter und Tochter. Als wären sie geheime Todfeinde. In dieser Geschichte bleibt der Vater ein Phantom, der ewige Soldat, ein Fremdenlegionär. Ein Todesengel. Von einem Kampfplatz zum nächsten stationiert, hatte er aufgehört Zivilist zu sein. Für die Mutter wurde er zur Legende. Durch Verschwiegenheit versucht sie das menschliche Gesicht des Vaters zu bewahren, während die Tochter die Solidarität der Mutter in Frage stellt. Mutter und Tochter erleben Erinnerungen und Wahrnehmungen als widersprüchliche Fragmente. Die Mutter hatte einige Jahre in Marokko gelebt. Die Tochter besucht als Touristin Jahre später das Land. Für beide ist es ein Land der Sehnsüchte, der Vergangenheit, der Fremdheit, aber für die Mutter war Marokko ihr wahres Leben. Sie hatte dort einen Geliebten. Einen sehr jungen Marokkaner. (Quelle: Elfi Mikesch)

BRD1989, 86 Min., Farbe, digital (Originalformat: 16mm), 86 Min., mit englischen Untertiteln.
Buch, Regie, Kamera: Elfi Mikesch, Kameraassistenz: Irene v. Alberti, Licht: Stefan Breitel, Regieassistenz und Script: Britta Pohland, Ausstattung: Uta Reichardt, Maske: Andreas Hintz, Schnitt: Britta Pohland, Montageberatung: Heide Breitel, Ton: Frieder Schlaich, Mischung: Stephan Konken, Produktionsleitung in Marokko: Irene v. Alberti, Produktion: Hyäne Film I/II, Im Auftrag des ZDF/Kleines Fernsehspiel, Redaktion: Annedore von Donop, Uraufführung: Februar 1989, Internationale Filmfestspiele Berlin, Internationales Forum des jungen Films.
Mit Eva Lehmann, Traute Hoess, Abdelhadi el Aidi, Fathma Zohra, Aicha Bent Hassan, Hannan Bent Aicha, Mohammed Abou Ahmed, M. Blanche, Ahamed Sharaf u.a..