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18:30 Uhr
Elfi Mikesch & Monika Treut: Verführung: Die Grausame Frau
Film|Kinovorführung + Einführung
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ICA - Institute of Contemporary Arts, London
- Teil der Reihe: Constellations of Desire: The Films of Elfi Mikesch
Mit einer Einführung von Selina Robertson und Helen de Witt.
Bitte beachten Sie, dass diese Veranstaltung beim ICA stattfindet.
Es wird in Kürze möglich sein, Tickets über die Webseite des ICA zu buchen.
Die Blaue Distanz
BRD 1983, 20 Min., s/w, 20 Minuten, digital (Originalformat: 35mm), mit englischen Untertiteln.
Drehbuch, Regie, Kamera, Produktion, Kostümdesign und Schnitt: Elfi Mikesch. Nach Briefen von Unica Zürn.
Verführung: Die Grausame Frau
BRD 1985, Farbe, digital (Originalformat: 16mm - Blow-Up 35mm), 84 Min., mit englischen Untertiteln.
Buch und Regie: Elfi Mikesch & Monika Treut, nach Motiven des Romans „Venus im Pelz“ von Leopold Ritter von Sacher-Masoch.
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Die Blaue Distanz
„Die blaue Distanz“ wird die Perspektive der Boulevards von Paris genannt, die der Blick bis zum unbestimmten Horizont wahrnehmen kann. Gleichzeitig bedeutet sie die Distanz zweier Liebenden in den Briefen der Künstlerin Unica Zürn. Im Film begegnet einer Reisenden ihr Ebenbild, hinter dem sich der Geliebte oder die Geliebte verbirgt, sublimiert aus dem Mangel an Nähe. Eine Phantasmagorie zwischen Traum und Wirklichkeit, während einer nächtlichen Zugfahrt zwischen Berlin und Basel. „Bedrohlich ist das Bild derjenigen, die sich in Bewegung versetzen, egal ob in der Bewegung des Reisens oder Trennens, des Abschieds, nur für diejenigen, die ihren Platz eingenommen haben, an dem sie sesshaft sind.“ (Quelle: Elfi Mikesch)
BRD 1983, 20 Min., s/w, digital (Originalformat: 35mm), mit englischen Untertiteln.
Buch, Regie und Kamera: Elfi Mikesch, Kameraassistenz, Wolfgang Pilgrim, Ausstattung, Kostüm: Elfi Mikesch, Montage: Elfi Mikesch, Produktion: OhMuvie-Film, Uraufführung: Februar 1983, Internationale Filmfestspiele Berlin, Internationales Forum des jungen Films. Mit Silke Grossmann
Verführung: Die Grausame Frau
Wanda ist eine geheimnisvolle Domina und clevere Geschäftsfrau. In ihrer Galerie im Hamburger Hafen inszeniert sie bizarre Bühnenshows für ein zahlendes Publikum: sadomasochistische Rituale als ästhetische Form und gewinnbringendes Geschäft. Auch in ihrem Privatleben ist Wanda eine souveräne Herrscherin. Sie bestimmt die Spielregeln der Lust, denen ihre Liebhaber*innen zu folgen haben. Ein jung-zarter Udo Kier verkörpert ihren sklavischen, romantischen Bühnenpartner, Gregor, der sich in sie verliebt; der Medien und Konzeptkünstler sowie späterer langjähriger Direktor des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe, Peter Weibel gibt einen Journalisten, der Wanda interviewen will und dabei seine masochistische Ader entdeckt. Ein besonderes Interesse hat Wanda an der jungen unschuldigen Justine, gespielt von der amerikanischen Regisseurin Sheila McLaughlin (She Must Be Seeing Things / Die Last der Gefühle, 1987). Sie soll in das Geschäft eingeführt werden, zum Missfallen von Wandas älterer Liebhaberin Caren, Besitzerin eines Schuhladens mit einer Vorliebe für hochhackige Schuhe, gespielt von dem renommierten Bühnen und Filmschauspielerin Carola Regnier. Wanda – eisig verkörpert von Mechthild Großmann, langjähriges Mitglied von Pina Bauschs Tanztheater Wuppertal – hält sie alle in ihrem Bann.
„Ich danke Ihnen für diesen wunderschönen Film“, ließ Jean Baudrillard nach der Pressevorführung von Verführung. Die Grausamen Frau verlauten. Aber nicht alle teilten seine Wertschätzung. Der nach Motiven des Romans Venus im Pelz von Leopold Ritter von Sacher-Masoch gedrehte Film brachte 1985 mit seinen ausschweifenden BDSM-Szenen nicht nur den damaligen deutschen Bundesinnenminister und den katholischen Filmdienst gegen sich auf. Auch in lesbischen und feministischen Kreisen wurde der Film kontrovers diskutiert – die einen feierten seine subversive Kraft, andere störten sich an der radikalen Zurschaustellung von Sado-Maso-Fantasien. Heute gilt das Werk mit seiner perfekten Ästhetik und dramaturgischen Dichte als avantgardistischer Meilenstein, der Treut und Mikesch zu Ikonen des queeren Indie-Kinos machte. (Quelle: Salzgeber, editiert und ergänzt)
BRD 1985, 84 Min., Farbe, digital (Originalformat: 16mm - Blow-Up 35mm), mit englischen Untertiteln.
Regie: Elfi Mikesch & Monika Treut, nach Motiven des Romans 'Venus im Pelz' von
Leopold Ritter von Sacher-Masoch, Regieassistenz. Margit Czenki, Sandra Nettelbeck, Kamera: Elfi Mikesch, Video: Monika Treut, Kameraassistenz: Hanno Hart, Ulrike Zimmermann (Video-Kamera), Licht: Wolfgang Kluge, Peter Werner, Bau- & Bühnentechnik: Reinhard Twardy, Dieter Wertz & Dietrich zur Nedden, Ton: Cäsar Gremmler-Welgehausen Ton, Frank Soletti, Special Effects: Reinhard Twardy, Ausstattung: Manfred Blösser, Requisite: Birgit Ruttkowski, Kostüme: Anne Jud, Maske: Rolf Baumann, Schnitt: Renate Merck, Musik: Marran Gosov, Mischung: Richard Borowski, Produktionsleitung: Madeleine Backhaus, Aufnahmeleitung: Hildegard Westbeld, Herstellungsleitung: Renèe Gundelach, Produzentinnen: Elfi Mikesch, Monika Treut, Produktionsfirma: Hyena Films, DCP: Salzgeber.
Mit Mechthild Grossmann, Udo Kier, Sheila McLaughlin, Carola Regnier, Georgette Dee, Peter Weibel, Judith Flex, Barbara Ossenkopp, Daniela Ziegler, George Lanann, Jürg Schlachter.
Sprecherinnen
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Helen de Witt
Helen de Witt ist Kuratorin, Dozentin und Autorin. Sie unterrichtet am University College London ( UCL), Birkbeck College und an der National Film and Television School (NFTS) und war zuvor Head of Cinemas beim BFI sowie Programmgestalterin der BFI London Film Festival Experimenta-Sektion. Außerdem war sie die letzte Programmgestalterin des Kultkinos Scala. Derzeit ist sie Kuratoriumsmitglied des Slow Film Festivals, Mitglied des queeren feministischen Kollektivs Club des Femmes und Gründungsmitglied der Rio Cinema Feminist Film Programming Group.
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Selina Robertson
Selina Robertson ist Filmprogrammgestalterin und Kuratorin und beschäftigt sich mit der Erforschung feministischer und queerer Film- und Ausstellungsgeschichte. 2007 war sie Mitbegründerin des queeren feministischen Kollektivs Club des Femmes. Sie ist Dozentin am Birkbeck College.
Ort
The Mall
St. James's
London SW1Y 5AH
Vereinigtes Königreich