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19:00 Uhr
Konrad Wolf: Goya
Filmvorführung|Kinovorführung
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Goethe-Institut London, London
- Preis Preis: £6, £3 ermäßigt und für Goethe-Institut Sprachkursteilnehmer*innen & Bibliotheksmitglieder.
- Teil der Reihe: Konrad Wolf - Understanding the Past, Confronting the Present
Konrad Wolfs opulentes und bildgewaltiges Historienepos zeigt die Wandlung Francisco de Goyas vom höfischen Maler zum politischen Künstler – verfolgt von der Inquisition. In der auf 70mm gedrehten DDR–Sowjet-Koproduktion brilliert Donatas Banionis, bekannt aus Tarkowskis Solaris.
Spanien Ende des 18. Jahrhunderts. Als Maler am Hof von König Karl IV. hat Goya Reichtum und Ruhm erlangt und sich ein komfortables Leben für sich und seine Familie gesichert. Obwohl seine Porträts der königlichen Familie wenig schmeicheln und er eine Affäre mit der Herzogin von Alba unterhält, ist er ein loyaler Untertan und gläubiger Katholik. Durch seinen Assistenten Esteve lernt Goya eine andere Seite der spanischen Gesellschaft kennen: die Sängerin Maria Rosario und ihren Kreis aus Dichtern und Intellektuellen, die er später von der Inquisition grausam verurteilt sehen wird – ein Erlebnis, das ihn tief erschüttert. Nach einem Zerwürfnis mit der Herzogin erleidet Goya einen Zusammenbruch und wird nahezu taub. Geschwächt begibt er sich auf eine Reise durch weite, karge Landschaften, um seine Mutter zu besuchen. Zurück in Madrid beginnt er mit der Arbeit an seinen Caprichos, satirischen Radierungen, die sich gegen den spanischen Adel, Politiker und die Inquisition richten. Bald steht er dem Großinquisitor gegenüber, der ihn auffordert, seine Werke zu widerrufen. Goya arbeitet weiter, folgt aber schließlich dem Rat, Madrid zu verlassen – möglicherweise für immer. Als seine einsame Gestalt in Richtung Berge verschwindet, verflucht ihn der Großinquisitor und verdammt ihn zur ewigen Vergessenheit.
Der Film basiert auf Lion Feuchtwangers Roman Goya oder der arge Weg zur Erkenntnis (1951), geschrieben während seines amerikanischen Exils unter dem Eindruck des frühen McCarthyismus. Das Drehbuch stammt von Angel Wagenstein – der zuvor mit Wolf an Sterne gearbeitet hatte – und verwebt reale und fiktive Momente zu einer „Konvertierungsgeschichte“: vom gleichgültigen zum politisch engagierten Künstler und Mann des Volkes, ähnlich der Wandlungsprozesse der Protagonist*innen von Sterne und Lissy. Laut Wagenstein war die Kritik an Monarchie und Kirche als indirekte Kritik an den „korrupten Funktionären der DDR und des sozialistischen Blocks“ gedacht. Dennoch genehmigte die SED das Projekt im Dezember 1967, da es die Möglichkeit, große historische Kunst und Kultur für den sozialistischen Menschen zurückzugewinnen und ihrer Vereinnahmung durch den kapitalistischen Filmmarkt entgegenzuwirken.
Wolf zögerte zunächst, das Projekt zu übernehmen – nicht zuletzt wegen des epischen Umfangs und der schwierigen Finanzierung, die sich tatsächlich als äußerst herausfordernd erwies. In der Hoffnung, einen Film für den internationalen Markt zu schaffen, wurden Koproduktionspartner in Paris, München, Hamburg, Madrid und Artur Brauners CCC in West-Berlin kontaktiert. Als diese Bemühungen scheiterten, wurde der Film schließlich mit dem sowjetischen Studio Lenfilm koproduziert.
Gedreht über elf Monate in mehreren Ländern – darunter Straßenszenen in Madrid, die in Dubrovnik entstanden – vereinte die Produktion Schauspieler*innen aus sieben sozialistischen Nationen. In der Hauptrolle: der litauische Schauspieler Donatas Banionis, bekannt aus Tarkowskis Solaris (1972), dessen deutsche Stimme von Kurt Böwe gesprochen wurde. Der Film wurde auf 70mm gedreht, entsprechend der monumentalen Inszenierung, den weitläufigen Hof- und Inquisitionsszenen sowie den Panoramaaufnahmen der Landschaften.
Helles Weiß und tiefes Schwarz kreieren starke Kontraste, während ein leuchtendes Rot – Symbol für Königshaus, Adel, Inquisition und Gewalt – sich visuell durch den gesamten Film zieht. Gegen Ende setzt der Film den Fokus ganz auf Goya und seine Kunst und gipfelt in ausgedehnten kraftvollen Montagen, die Nahaufnahmen von Goyas Gemälden zum Dos de Mayo-Aufstand und seinen Desastres de la Guerra-Radierungen mit des Künstlers eigenenen Beobachtungen von Tod und Zerstörung verknüpfen.
DDR/UDSSR, 1971, 136 Min., Farbe, Deutsch mit englischen Untertiteln
Regie: Konrad Wolf, Regieassistenz: Doris Borkmann, Ludmila Galba, Iris Gusner, Jürgen Klauß, Wladimir Sinilo, Wladimir Stepanow, Emilija Suchorukowa, Drehbuch: Angel Wagenstein und Konrad Wolf, Dramaturgie: Alexander Dymschitz und Walter Janka, Schnitt: Alexandra Borowskaja, Kamera: Werner Bergmann und Konstantin Ryshow, Szenenbild: Alfred Hirschmeier und Waleri Jurkewitsch, Kostümbild: Joachim Dittrich und Ludmila Schildknecht, Musik (Komposition): Paco Ibanez, Faradsch Karajew, Kara Karajew. Produktion: DEFA-Studio für Spielfilme, Lenfilm. Mit Donatas Banionis (deutsche Stimme: Kurt Böwe), Ernst Busch, Fred Düren, Martin Flörchinger, Carmen Herold, Gustaw Holoubek, Rolf Hoppe, Wolfgang Kieling, Tatjana Lolova, Mieczyslaw Voit, Olivera Vuco, Arno Wyzniewski.
Spanien Ende des 18. Jahrhunderts. Als Maler am Hof von König Karl IV. hat Goya Reichtum und Ruhm erlangt und sich ein komfortables Leben für sich und seine Familie gesichert. Obwohl seine Porträts der königlichen Familie wenig schmeicheln und er eine Affäre mit der Herzogin von Alba unterhält, ist er ein loyaler Untertan und gläubiger Katholik. Durch seinen Assistenten Esteve lernt Goya eine andere Seite der spanischen Gesellschaft kennen: die Sängerin Maria Rosario und ihren Kreis aus Dichtern und Intellektuellen, die er später von der Inquisition grausam verurteilt sehen wird – ein Erlebnis, das ihn tief erschüttert. Nach einem Zerwürfnis mit der Herzogin erleidet Goya einen Zusammenbruch und wird nahezu taub. Geschwächt begibt er sich auf eine Reise durch weite, karge Landschaften, um seine Mutter zu besuchen. Zurück in Madrid beginnt er mit der Arbeit an seinen Caprichos, satirischen Radierungen, die sich gegen den spanischen Adel, Politiker und die Inquisition richten. Bald steht er dem Großinquisitor gegenüber, der ihn auffordert, seine Werke zu widerrufen. Goya arbeitet weiter, folgt aber schließlich dem Rat, Madrid zu verlassen – möglicherweise für immer. Als seine einsame Gestalt in Richtung Berge verschwindet, verflucht ihn der Großinquisitor und verdammt ihn zur ewigen Vergessenheit.
Wolf zögerte zunächst, das Projekt zu übernehmen – nicht zuletzt wegen des epischen Umfangs und der schwierigen Finanzierung, die sich tatsächlich als äußerst herausfordernd erwies. In der Hoffnung, einen Film für den internationalen Markt zu schaffen, wurden Koproduktionspartner in Paris, München, Hamburg, Madrid und Artur Brauners CCC in West-Berlin kontaktiert. Als diese Bemühungen scheiterten, wurde der Film schließlich mit dem sowjetischen Studio Lenfilm koproduziert.
Gedreht über elf Monate in mehreren Ländern – darunter Straßenszenen in Madrid, die in Dubrovnik entstanden – vereinte die Produktion Schauspieler*innen aus sieben sozialistischen Nationen. In der Hauptrolle: der litauische Schauspieler Donatas Banionis, bekannt aus Tarkowskis Solaris (1972), dessen deutsche Stimme von Kurt Böwe gesprochen wurde. Der Film wurde auf 70mm gedreht, entsprechend der monumentalen Inszenierung, den weitläufigen Hof- und Inquisitionsszenen sowie den Panoramaaufnahmen der Landschaften.
DDR/UDSSR, 1971, 136 Min., Farbe, Deutsch mit englischen Untertiteln
Regie: Konrad Wolf, Regieassistenz: Doris Borkmann, Ludmila Galba, Iris Gusner, Jürgen Klauß, Wladimir Sinilo, Wladimir Stepanow, Emilija Suchorukowa, Drehbuch: Angel Wagenstein und Konrad Wolf, Dramaturgie: Alexander Dymschitz und Walter Janka, Schnitt: Alexandra Borowskaja, Kamera: Werner Bergmann und Konstantin Ryshow, Szenenbild: Alfred Hirschmeier und Waleri Jurkewitsch, Kostümbild: Joachim Dittrich und Ludmila Schildknecht, Musik (Komposition): Paco Ibanez, Faradsch Karajew, Kara Karajew. Produktion: DEFA-Studio für Spielfilme, Lenfilm. Mit Donatas Banionis (deutsche Stimme: Kurt Böwe), Ernst Busch, Fred Düren, Martin Flörchinger, Carmen Herold, Gustaw Holoubek, Rolf Hoppe, Wolfgang Kieling, Tatjana Lolova, Mieczyslaw Voit, Olivera Vuco, Arno Wyzniewski.
Ort
Goethe-Institut London
50 Princes Gate
Exhibition Road
London SW7 2PH
Vereinigtes Königreich
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London SW7 2PH
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