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18:15–20:30 Uhr

KinoTage: Simon Verhoeven - Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Film|Allgemeines Publikum

  • Goethe-Institut London, London

  • Preis Preis: £6, £3 ermäßigt und für Goethe-Institut Sprachkursteilnehmer*innen & Bibliotheksmitglieder.
  • Teil der Reihe: KinoTage - Deutsches Kino Erleben

Ein junger Mann sitzt auf einem Stuhl auf einer dunklen, leeren Bühne S. Verhoeven: Oh, This Unspeakable Void © Komplizen Film, Doll Film Prod., Warner Brs

Ein junger Mann sitzt auf einem Stuhl auf einer dunklen, leeren Bühne S. Verhoeven: Oh, This Unspeakable Void © Komplizen Film, Doll Film Prod., Warner Brs

Eine charmante Tragikomödie über einen jungen Schauspielschüler, der zwischen Trauer, den Absurditäten der Schauspielschule und der exzentrischen Welt seiner Großeltern seinen Platz im Leben sucht.

Im Alter von 20 Jahren wird Joachim unerwartet an der renommierten Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München aufgenommen und zieht von Norddeutschland nach Bayern zu seinen exzentrischen Großeltern, der einst berühmten Schauspielerin Inge und dem Philosophieprofessor Hermann, die in einer Villa nahe dem Schlosspark Nymphenburg wohnen. Während er ihre kuriosen, oft alkoholgetränkten Alltagsrituale kennenlernt, versucht er mühsam, einen Sinn in den nicht minder bizarren Schauspielübungen an der Schauspielschule zu finden. Da er immer noch um seinen bei einem Autounfall verstorbenen Bruder trauert und zwischen den beiden Welten seines gegenwärtigen Lebens hin- und hergerissen ist, fühlt er sich mit dem Leben zutiefst im Widerspruch.

Eine ältere Frau und ein älterer Mann stehen links und rechts von einem jungen Mann und halten in fürsorglich bei den Armen S. Verhoeven: Oh, This Unspeakable Void © Komplizen Film, Doll Film Prod., Warner Brs

Nach Sonja Heiss’ Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war (2023) ist dies die zweite Adaption, die auf Joachim Meyerhoffs erfolgreicher autobiografischer Romanreihe und seinen Solo-Bühnenprogrammen Alle Toten Fliegen Hoch  basiert. Der Titel ist einer Zeile aus Goethes Die Leiden des jungen Werther entnommen: „Ach diese Lücke! Diese entsetzliche Lücke, die ich hier in meinem Busen fühle!“ Sie spielt nicht nur auf den Verlust von Joachims geliebtem Bruder an, sondern auch auf dessen Suche nach sich selbst und seinem Platz in der Welt. Regisseur Simon Verhoeven gelingt eine feine Balance zwischen Joachims Leiden und den komischen Absurditäten, denen er begegnet. Dabei wird er von herausragenden Darstellerinnen und Darstellern unterstützt, allen voran Bruno Alexander in der Hauptrolle sowie Senta Berger, Verhoevens Mutter, als Ingrid und Michael Wittenborn als Hermann.

Deutschland 2025, Farbe, 137 Min. Mit englischen Untertiteln.
Regie: Simon Verhoeven. Nach dem Roman von Joachim Meyerhoff. Mit Bruno Alexander, Senta Berger, Michael Wittenborn, Anne Ratte-Polle, Tom Schilling, Karoline Herfurth, Laura Tonke, Devid Striesow, Moritz von Treuenfels, Kerstin Thielemann


Auszeichnungen

Deutsche Filmpreise 2026: Lola in Bronze für den besten Spielfilm sowie jeweils eine Lola für die beste Hauptdarstellerin (Senta Berger) und den besten Nebendarsteller (Michael Wittenborn).

Über Simon Verhoeven

Simon Verhoeven wurde 1972 in München als Sohn der Schauspielerin Senta Berger und des Regisseurs Michael Verhoeven geboren. Nach seinem Studium am Lee Strasberg Theatre Institute in New York und am Berklee College of Music in Boston wurde er an der renommierten Tisch School of the Arts der NYU aufgenommen und erlangte seinen Abschluss 1999. Sein erster Spielfilm als Regisseur, Drehbuchautor und Komponist, 100 Pro, wurde für den Förderpreis Deutscher Film nominiert. Zwischen 2003 und 2009 konzentrierte er sich auf die Schauspielerei, bevor er mit der Komödie Männerherzen (2009) zur Regie zurückkehrte, gefolgt von Männerherzen … und die ganz, ganz große Liebe (2011).
In den folgenden Jahren führte Simon Verhoeven erfolgreich Regie bei Werbespots und Werbekampagnen für verschiedene große deutsche Unternehmen. Sein nächster Spielfilm war der Thriller Unfriend, der im Januar 2016 in den deutschen Kinos anlief. Verhoevens Sozialkomödie Willkommen bei den Hartmanns (2016) über eine deutsche Familie, die einen afrikanischen Asylbewerber bei sich aufnimmt, war ein großer Erfolg und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Für Amazon Prime Video schuf Verhoeven die Dokumentar-Miniserie FC Bayern – Behind the Legend (2021). Zu seinen nachfolgenden Spielfilmen gehören Girl You Know It’s True, eine satirische Tragikomödie über den Aufstieg und Fall des legendären Pop-Duos Milli Vanilli, sowie die Gesellschaftssatire Alter weißer Mann. Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke kam 2026 in die deutschen Kinos und war äußerst erfolgreich beim deutschen Publikum. Bei den Deutschen Filmpreisen 2026 erhielt der Film drei Auszeichnungen, darunter die Lola in Bronze für den besten Spielfilm, die Lola für die beste weibliche Hauptrolle für Senta Berger und die beste männliche Nebenrolle für Michael Wittenborn. (Quelle: filmportal.de, editiert)

Über Joachim Meyerhoff

Joachim Meyerhoff wurde 1967 in Homburg geboren und wuchs in Schleswig in Norddeutschland auf. Von 1989 bis 1992 studierte er Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Anschließend hatte er Engagements unter anderem am Staatstheater Kassel, am Theater Dortmund, an den Bühnen der Stadt Köln und am Maxim-Gorki-Theater in Berlin. Von 2002 bis 2005 war er Ensemblemitglied am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und von 2005 bis 2019 am Burgtheater in Wien. Er arbeitete insbesondere mit Jan Bosse, Sebastian Hartmann und Herbert Fritsch sowie unter anderem mit Jürgen Gosch, Stephan Kimmig und Barbara Frey zusammen. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Nestroy-Preis und der Rolf-Mares-Preis für seine Darstellung des Arnolphe in Die Schule der Frauen (Regie: Herbert Fritsch, 2014). 2007 wählte ihn die Kritikerjury der Zeitschrift Theater heute zum Schauspieler des Jahres; 2017 gewann er diesen Titel erneut für seine Leistung in Die Welt im Rücken (Regie: Jan Bosse). Im selben Jahr wurde er in die Akademie der Künste in der Sparte Darstellende Kunst aufgenommen. Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler ist Joachim Meyerhoff auch als Autor tätig. Die ersten drei Teile seiner Reihe Alle Toten Fliegen Hoch wurden 2009 zum Berliner Theatertreffen eingeladen und sind als Romane erschienen. Bisher sind drei weitere nicht auf Bühnenstücken basierende Teile publiziert worden. Von 2019 bis 2024 war er Mitglied des Ensembles der Berliner Schaubühne und ist nun dort Gastschauspieler. (Quelle: Münchner Kammerspiele)