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14:30–17:15 Uhr

KinoTage: Fritz Lang - Spione

Film|Allgemeines Publikum

  • Goethe-Institut London, London

  • Preis Preis: £6, £3 ermäßigt und für Goethe-Institut Sprachkursteilnehmer*innen & Bibliotheksmitglieder.
  • Teil der Reihe: KinoTage - Deutsches Kino Erleben

Historisches Schwarz-weiß-Standbild aus einem Stummfilm. Eine Person mit Melone, Jackett und Halstuch hält ein gefaltetes Blatt Papier in den Händen. Im Hintergrund sind Gebäudesäulen zu sehen. Fritz Lang: Spione © F.W. Murnau-Stiftung

Schwarzweiß Filmstill, das den Kopf eines Manns zeigt, der überrascht auf ein Stück Papier guckt Fritz Lang: Spione © F.W. Murnau-Stiftung

Im Gedenken an Fritz Lang, dessen Tod sich dieses Jahr zum 50. Mal jährt, zeigen wir seinen rasanten, mit Einfällen gespickten Spionagethriller, der der den Grundstein für das moderne Agentengenre legte und u.a. auch Alfred Hitchcock inspirierte.

Der Chef des Bankhauses Haghi führt unbemerkt ein Doppelleben. Er ist auch der Kopf einer internationalen Spionagezentrale, die mit Raub, Mord und Erpressung arbeitet. Der Leiter des Geheimdienstes setzt den jungen Mitarbeiter Donald Tremaine auf den großen Unbekannten an. Haghi wiederum erfährt davon und beauftragt die russische Top-Agentin Sonja den Geheimagenten Donald zu beseitigen. Doch dann verlieben sich Sonja und Donald…

Nach dem finanziellen Misserfolg von Metropolis war die Ufa gegenüber der Arbeit Fritz Langs skeptisch. Doch Spione, für den Thea von Harbou wieder das Drehbuch schrieb, wurde zu einem großen kommerziellen Erfolg und Newcomerin Gerda Maurus in der Rolle der Sonja über Nacht berühmt. Stilistisch knüpfte Lang an seine Dr. Mabuse-Filme an, entwickelte das Genre des Spionagethrillers in entscheidendem Maß weiter und wurde zum Vorbild für Alfred Hitchcock. Sein Held No. 326, gespielt von Willy Fritsch, trägt schon keinen Namen mehr, sondern eine Chiffre wie 007. Der Film wartet zudem mit Gadgets wie einer Minikamera, mit spektakulären Verfolgungsjagden, verführerischen Agentinnen und einem ikonischen Bösewichte auf und wurde quasi zur Mutter aller Agentenfilme.

Der berühmte Filmkritiker und -historiker Siegfried Kracauer veröffentlicht kurze Zeit nach der Premiere des Films im Ufa-Palast in Berlin am 22. März 1927 die folgende enthusiastische Kritik:

Der neue Fritz-Lang-Film der Ufa-Lichtspiele […] ist großartig gemacht und zeigt die außerordentlichen Regiefähigkeiten Langs. Die Handlung, die von der Art der Spannung eines Edgar Wallace-Romans ist, entfaltet sich blitzschnell und bringt wundervolle Großstadtaufnahmen, Eisenbahnunfälle und Telefontische – eine tolle optische Reportage, die zwar etwas zu viel mit gestellter Staffage arbeitet, aber blendende Ausschnitte und Übergänge zeigt und mit einem kaum zu übertreffenden Geschick zurechtgeschnitten ist. (Frankfurter Zeitung, 11. April 1928) (Synopse: Murnau-Stiftung, leicht editiert)

Deutschland 1928, s/w, 150 Min. Stummfilm mit eingespielter Klavierbegleitung von Neil Brand. Mit englischen Untertiteln.
Regie: Fritz Lang, Drehbuch: Fritz Lang und Thea von Harbou.  Mit Rudolf Klein-Rogge, Gerda Maurus, Lien Deyers, Louis Ralph, Graighall Sherry, Willy Fritsch, Paul Hörbinger, Hertha von Walther, Fritz Rasp, Lupu Pick.


Ein Film aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (www.murnau-stiftung.de) in Wiesbaden.


Über Fritz Lang

Fritz Lang wurde 1890 in Wien geboren und studierte zunächst Kunst, bevor er im Ersten Weltkrieg in der österreichischen Armee diente. Anschließend wandte er sich in Berlin dem Film zu und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Regisseure des Weimarer Kinos. Zu seinen bekanntesten Stummfilmen zählen Der müde Tod (1921), Dr. Mabuse, der Spieler (1922), das zweiteilige Epos Die Nibelungen (1924) sowie der monumentale expressionistische Science-Fiction-Film Metropolis (1927). Sein größter Erfolg in der frühen Tonfilmära war M (1931), ein bahnbrechender Psychothriller über die Jagd auf einen Kindermörder. Nachdem Joseph Goebbels ihn eingeladen hatte, für das NS-Regime zu arbeiten, verließ Lang Deutschland und emigrierte über Frankreich in die Vereinigten Staaten.
In Hollywood gab er sein amerikanisches Debüt mit Fury (1936) mit Spencer Tracy in der Hauptrolle. Anschließend holte ihn Darryl F. Zanuck zu Twentieth Century Fox, wo er die Western The Return of Frank James (1940) und Western Union (1941) inszenierte. Es folgte eine Reihe von Thrillern und Spionagefilmen vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs, darunter Man Hunt (1941), Hangmen Also Die! (1943), Ministry of Fear (1944) und Cloak and Dagger (1946). In dieser Zeit führte er zudem Regie bei zwei gefeierten Film-noir-Klassikern: The Woman in the Window (1944) und Scarlet Street (1945). In den 1950er Jahren drehte er unter anderem den Western Rancho Notorious (1952) mit Marlene Dietrich in der Hauptrolle sowie The Big Heat (1953).
Ende der 1950er Jahre kehrte Lang nach Deutschland zurück und drehte anschließend die beiden in Indien spielenden Filme Der Tiger von Eschnapur (1959) und Das indische Grabmal (1959). Sein letzter Film war Die tausend Augen des Dr. Mabuse (1960), mit dem die Mabuse-Reihe ihren Abschluss fand. Fritz Lang starb am 2. August 1976 in Beverly Hills, Kalifornien. (Ausführlichere Informationen zu Fritz Langs langer Karriere finden Sie unter filmportal.de
und auch unter Sense of Cinema auf Englisch.