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Takween - ein Programm schafft neue Möglichkeiten für Designer*Innen in Jordanien

Von Rawan Baybars

Takween Eingangstür Takween Creative Space | Goethe-Institut Jordanien In einer einspurigen Straße in Jabal Amman gibt es eine blaue Tür, die nach oben zu einem kleinen Garten mit einem Zitronenbaum führt, der zu Takween gehört - einem von Ammans verborgenen Design Juwelen.
 
Mit großen Fenstern und Blick auf die Zitadelle von Amman und Jabal Al-Weibdeh, viel natürlichem Licht, grünen Pflanzen und einer guten Atmosphäre ist der Takween Creative Space eine Plattform, die für Designer*Innen und kreativen Unternehmer*Innen initiiert wurde. Ihr Ziel ist es, die Kreativität von Designer*Innen freizusetzen und ihre Fähigkeiten durch eine Reihe von Workshops, kreativem Mentoring, Vernetzungsmöglichkeiten und vielem mehr zu verbessern.
 
Eine Gemeinschaft hat sich entwickelt 
Die Takween-Gemeinschaft begann sich mit ihrem ersten Programm Train-the-Trainer zu entwickeln. Die 16 Experten aus der Kreativbranche, die am TOT teilnahmen, tauschten nicht nur ihre Erfahrungen in ausgelassener Stimmung bei einer Tasse Kaffee aus, sondern auch einen experimentellen Lernprozess.

 
ToT-Workshop ToT-Workshop | Goethe-Institut Jordanien  
Noor Nesheiwat, eine Teilnehmerin des TOT, ist Produktdesignerin und Gründerin des Hunaya-Konzeptgeschäfts. Sie beschreibt die Workshops als "außerhalb des Gewöhnlichen". Das Programm gab eine Einführung zu kreativem Mentoring und Moderation aus verschiedenen Perspektiven. Es bot zudem Einblicke in die Art und Weise, wie man in jungen Designer*Innen die Inspiration zur weiteren Entwicklung entfachen kann.
 
Noor sagt, Takween habe ihr dabei geholfen, ihre Leidenschaft für kreatives Mentoring zu erkennen. "Es ist sehr lohnend, angehenden Designer*Innen zu helfen, ihre Fähigkeiten zu verbessern und ihre innovativen Ideen in konkrete Produkte umzusetzen", erklärt sie.

Noor setzte das, was sie in den TOT-Workshops gelernt hatte, sofort um und betreute mehrere Student*Innen und Künstler*Innen als Mentorin. Eine ihrer Studentinnen, Deema Mosleh, war mit ihrer Installation "Plasma" die Gewinnerin der Studentenausstellung 2019 bei der Amman Design Week. Als begeisterte Upcycling-Enthusiastin unterstützte Noor sie bei der Gestaltung und Umsetzung ihrer Installation, die sich mit dem Thema Plastikmüll und dessen Auswirkungen auf Lebewesen befasste, durch die Wiederverwendung dieses Abfallmaterials zur Herstellung eines Tisches.

Vertraute Gesichter bei Takween
Wenn man sich regelmäßig in Takween aufhielt, traf man oft auf die gleichen Designer*Innen. Mohammad Masad ist eines der bekannten Gesichter, denen man in einigen der Workshops und Veranstaltungen von Takween oder im Co-working Space immer wieder begegnet.

Mohammad Masad war einer der engagierten Teilnehmer des Lernprogramms von Takween. Der Architekt und Grafikdesigner nahm an 5 von 8 Workshops zu den Themen Markenbildung, visuelle Identität, Ideenfindung, Designentwicklung und Unternehmertum teil. Er sagt, die Teilnahme an diesen Workshops habe ihn mit einem Netzwerk von Kreativen im Bereich Möbel-, Mode-, Handwerks-, Produkt- und Grafikdesign bekannt gemacht. Es habe ihn auch mit den Fähigkeiten "ausgestattet", die er für die Gründung seines eigenen Designstudios benötigte.

Apropos bekannte, freundliche Gesichter: Auch die vier Resident*Innen von Takween wurden oft gesehen im Creative Space. Wie Mohammad, schlossen sich auch viele andere den vier Resident*Innen von Takween an, um an den Workshops des Lernprogramms teilzunehmen. Im Rahmen des 8-monatigen Residentenprogramms im Jahr 2019 wurden vier Designer*Innen ausgewählt, um ihre Ideen zu nachhaltigen Organisationen weiterzuentwickeln. Zusätzlich zu den Stipendien in Höhe von 8000 JODs, die sie erhielten, nahmen sie auch an dem Lernprogramm teil, hatten Zugang zum Co-working Space und haben persönliche Mentor*Innen zugeteilt bekommen.

Eine große Besonderheit die die Resident*Innen erhielten, war die Möglichkeit ihre Arbeit bei einer der wichtigsten Designveranstaltungen in Jordanien zu präsentieren. Am Ende des Programms konnten sie einige ihrer Projekte auf der Amman Design Week 2019 ausstellen.

Aseel Qawasmeh ist Modedesignerin und war einer der vier ausgewählten Residenten des Jahres 2019. Die Residenz und das Mentoring von Takween ermöglichten es ihr, ihre Frühjahr/Sommer-Kollektion 2020 zu entwerfen.
"Mein Schwerpunkt lag schon immer auf „ready-to-wear-Designs", sagt Aseel Qawasmeh. In Takween wurde sie ermutigt, "künstlerischer" zu werden und ihre Entwürfe weiter zu erforschen. Inspiriert von handwerklichen Techniken, die in authentischen Beduinenteppichen verwendet werden, stellte Aseel während der Amman Design Week 2019 eine Konzept-Installation in der takween pop-up Ausstellung aus.
 
Amman Design Week Amman Design Week- Aseel Qawasmeh | Goethe-Institut Jordanien Guter Deal für Designer: flexible Stipendien zum Reisen und Kreieren
Das kleine Stipendienprogramm von Takween war eine Gelegenheit, die es mehreren Designer*Innen ermöglichte, ihre innovativen Ideen in Produkte und Installationen mit einer gesellschaftlichen und ökologischen Wirkung umzusetzen. Von 67 Bewerbungen und nach einem langen Auswahlverfahren erhielten neun Designer*Innen Stipendien, die zwischen 500 JOD und 3000 JOD lagen. Die meisten der Stipendiat*Innen haben ihre Arbeiten auch auf der Amman Design Week 2019 präsentiert.

Eine weitere spannende Möglichkeit, die Takween den Designer*Innen bietet, sind Netzwerk- und Reisestipendien. Takween fördert den interkulturellen Austausch und ermöglichte es Designer*Innen und Unternehmer*Innen durch dieses Programm, mit anderen Designerkolleg*Innen in der Region und der Welt in Kontakt zu treten. In der ersten Runde des Programms hatten mehrere jordanische Designer*Innen die Möglichkeit, die Beirut Design Week 2019 zu besuchen. Während ihres Aufenthaltes besuchten sie Galerien, Museen und Ateliers. Sie hatten auch Takween's Schwesternprogramm "Fantasmeem" im Libanon besucht. Diese Reise erweiterte ihr Netzwerk in der regionalen Kunst- und Kreativszene.


Takween trifft auf Fantasmeen in Beirut Takween trifft auf Fantasmeen in Beirut | Goethe-Institut Jordanien In der zweiten Runde der Takween-Reisestipendien wurde es sechs Designer*Innen ermöglicht, einflussreiche Orte von ihren Listen abzuhaken. Das Programm zielte darauf ab, die Stipendiat*Innen dabei zu unterstützen ihr Netzwerk zu vergrößern und ihre Szene zu erkunden. Die Stipendiat*Innen entwarfen ihre eigenen Zeitpläne innerhalb eines Zeitrahmens und eines Budgets, und Takween half ihnen dabei, diese Pläne in reale Erfahrungen umzusetzen. Einige Stipendiat*innen organisierten Praktika und Job-Shadowings, andere besuchten Museen und knüpften Kontakte zu Designerkolleg*Innen in Deutschland und der MENA-Region. Sie haben ihr Reisestipendium eigenständig organisiert und vorbereitet, um die Erfahrungen zu bekommen, die sie für ihre kreative Karriere für notwendig hielten.

Wenn Sie als Designer*In in Jordanien tätig wären, würde für Sie "Unterstützung" bedeuten, dass Sie eine inspirierende, kooperative Gemeinschaft haben, mit Programmen zum Kapazitätsaufbau und eines Angebots an flexibler Finanzierung. Das war es, was Takween im vergangenen Jahr in seinen verschiedenen Programmen angeboten hatte. Für viele Designer*Innen, kreative Unternehmer*Innen und Designliebhaber*Innen war Takween ein freundlicher und einladender Ort, an dem Ideen entfacht, Erfahrungen ausgetauscht, Freundschaften geschlossen, schöne Erinnerungen geschaffen und viele Träume wahrgemacht wurden.

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