Im Mittelpunkt des Marunouchi Film Festivals, das 2023 zum ersten Mal als Begleitprogramm zum Tokyo International Film Festival stattfindet, steht das filmische Schaffen von Wim Wenders, der dieses Jahr beim TIFF als Jurypräsident und mit seinem neuesten Film „Perfect Days“ prominent präsent ist.
Das Marunouchi Film Festival gibt Gelegenheit, im Rahmen einer Wenders-Retrospektive einige Werke des bekannten Vertreters des deutschen Autorenkinos (neu) zu entdecken. In Kooperation mit der Deutschen Botschaft Tokyo präsentiert das Goethe-Institut Tokyo ein Screening von Wenders‘„Tokyo-Ga“ mit anschließender Lecture des Filmwissenschaftlers und Wenders-Forschers Prof. Joern Glasenapp. Nach der Lecture kommt Joern Glasenapp ins Gespräch mit dem japanischen Regisseur Kei Ishikawa, der sich für das Drehbuch für seinen jüngsten Film "A Man" durch einen Aufenthalt in Yasujiro Ozu's Stammryokan "Chigasakikan" inspirieren liess.
Das Gespräch wird moderiert von der Filmjournalistin Rie Tsukinaga.
Tokyo-Ga
Von den Werken des Regisseurs Yasujirô Ozu inspiriert, reist Wim Wenders nach Japan, um sich auf die Suche nach dem Tokio zu begeben, das in Ozus Filmen zu sehen ist. In Interviews mit Ozus regulärem Kameramann sowie einem der Lieblingsschauspieler des Regisseurs, nähert Wenders sich dessen Arbeit an und fängt in weiteren Szenen darüber hinaus ein neues, gegenwärtiges Tokio ein.
In einer Suchbewegung durch Tokio, fragt Wenders nicht nur nach den Überresten der Bilder und Menschen, die Ozu in seinen Filmen zeigt, sondern auch nach der Essenz und Bestimmung des Films als Medium.
Nach der Filmvorführung wird Prof. Jörn Glasenapp in einer Lecture und einem Gespräch den Bezugspunkten von Wim Wenders‘ Werk zu dem ‚Übervater‘ des japanischen Kinos Yasujirô Ozu nachspüren.
Tokyo-Ga
1985, Westdeutschland/USA, 92 min
Regie: Wim Wenders
Mit: Chishu Ryu, Yuharu Atsuta, Werner Herzog, Chris Marker
Kei Ishikawa
1977 geboren. Er studierte Filmregie an der Staatlichen Hochschule für Film, Fernsehen, und Theater in Łódź, Polen. Zu seinen bisherigen Filmen zählen "Gukoroku: Traces of Sin" (2017), "Listen to the Universe" (2019), "Arc" (2021) und "A Man" (2022). "A Man" wurde im letzten Jahr bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig vorgestellt und gewann bei den japanischen Academy Awards Preise in acht Kategorien.