Deutsch-Japanische Beziehungen
Bericht von Seako Suzuki
Lehrkraft an der Dokkyo Mittel- und Oberschule
Lehrkraft an der Dokkyo Mittel- und Oberschule
Zu Beginn erhielten wir eine Einführung in die Rolle der Botschaften und die Arbeitvon Diplomat*innen.Während der Fragerunde konnten wir eine Vielzahl von Fragen stellen. Diese beschäftigten sich unter anderem mit den deutsch-japanischen Beziehungen, der Position Deutschlands innerhalb der EU und der G7. Besonders beeindruckend waren die sorgfältigen Antwortender Mitarbeitendenauf jede einzelne Frage. In Bezug auf die Angelegenheiten im Nahen Osten hob er die diplomatische Unterstützung Deutschlands für Israel hervor und wies gleichzeitig darauf hin, dass Deutschland der weltweit größte Geber von Wirtschaftshilfe für Palästina sei. Er erklärte, dass dies auf einem tiefen Verantwortungsbewusstsein hinsichtlich der Nazi-Vergangenheit Deutschlands beruht.
Besonders interessant war es herauszufinden, wie die EU funktioniert. Dabei stellten wir uns die Frage, wie es zu einem gemeinsamen Konsens kommen kann, wenn die Diplomatie von den einzelnen Nationen betrieben wird, der Handel jedoch von der EU als Ganzes und es innerhalb der EU eigentlich viele Meinungsunterschiede gibt. Auch die deutsche Esskultur war Thema der Diskussion. Es wurden Frühlingsspezialitäten wie zum Beispiel weißer Spargel mit Kartoffeln und Schinken in Soße Hollandaise, süddeutsche Brezeln und Weißwürste sowie norddeutsche Fischbrötchen vorgestellt, die einen Einblick in die Vielfalt Deutschlands, anhand seiner Esskultur, gaben.
Das Gespräch weitete sich dann auf das Leben in Japan aus. Es wurde über die Schönheit des Rhythmus der japanischen Sprache, die minimalistische Ästhetik in Pop-Songs und Gedichten und den tiefen Eindruck gesprochen, den die „Ästhetik der Subtraktion” in japanischen Gärten hinterlässt. HerrGrothusenbemerkte, dass er immer wieder von der subtilen Aufmerksamkeit in Japan überrascht sei, beispielsweise wenn jemand die Aufzugstüren für andere offenhalte, und hob somit einen Moment hervor, der die Bedeutung des gegenseitigen kulturellen Verständnisses unterstreiche.
Anschließend konnten wir noch bei Tageslicht durch den japanischen Garten in der Residenzder Botschafterinschlendern, der im November letzten Jahres aufgrund der Dunkelheit kaum zu sehen war.
Das Durchlaufen der Sicherheitskontrolle war wie eine Art Simulation der Kontrollen bei einer Auslandsreise. Für uns war der Besuch in der Botschaft eine wertvolle Gelegenheit, uns mit den Realitäten der internationalen Gemeinschaft auseinanderzusetzen und uns stärker mit den politischen und diplomatischen Entwicklungen auf der ganzen Welt verbunden zu fühlen. Wir möchten allen danken, die uns diese Gelegenheit gegeben haben.
PASCH Botschaftsbesuch 2025 | © Goethe-Institut Tokyo