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19:00–21:00 Uhr

[ABGESAGT] Beyond Cancel Culture

Diskussion|mit Carolin Emcke

  • Goethe-Institut Tokyo, Saal, Tokyo

  • Sprache Englisch und Japanisch mit Simultanübersetzung
  • Preis Eintritt frei, Anmeldung erbeten

Carolin Emcke Diskussion © Goethe-Institut Tokyo

[Wichtiger Hinweis] Aufgrund eines Todesfalls in der Familie musste Carolin Emcke ihre geplante Reise nach Japan leider absagen. Die für den 12. und 13. September geplanten Veranstaltungen müssen daher ausfallen. Wir werden versuchen, die Veranstaltung zu verschieben und informieren Sie über einen neuen Termin, sobald dieser feststeht. Wir bitten um Ihr Verständnis und hoffen, diese wichtigen Veranstaltungen nachholen zu können.
Der Terrorangriff der HAMAS am 7. Oktober und das Bombardement Gazas haben nicht nur Israel und Palästina, sondern auch die internationale Politik in eine Krise gestürzt. Diese Krise bleibt nicht allein in der politischen Sphäre verhaftet, sondern trägt zu einer Verschärfung der schon vorher zu beobachtenden Polarisierung der Kulturszene bei. Die permanente Diskussion über Fragen, was gesagt werden darf und wer überhaupt ihre/seine Meinung zu bestimmten Themen äußern darf, führte zu einer zunehmenden Unversöhnlichkeit der verschiedenen Lager und zur Absage zahlreicher Veranstaltungen. Hat die Cancel Culture die Kontrolle über die Kunst- und Kulturszene übernommen? Wie ist es in dieser hochpolarisierten Debatte möglich, Methoden der Deeskalation zu entwickeln und Kanäle der Kommunikation neu zu öffnen? Der Journalist Daisuke Tsuda spricht mit der Philosophin und Autorin Carolin Emcke, dem Regisseur Akira Takayama und mit der Kunsttheoretikerin Yuzu Murakami über Absagen, Boykotte, unversöhnliche Statements und die Frage der Diskurshoheit.


Carolin Emcke
Carolin Emcke, geb. 1967. Studium der Philosophie, Politik und Geschichte in London, Frankfurt am Main und an der Harvard University. Von 1998–2006 war sie Redakteurin beim Spiegel und als Auslandsredakteurin in vielen Krisengebieten unterwegs. 2003/04 Visiting Lecturer für Politische Theorie an der Yale University. Von 2007 bis 2014 internationale Reporterin für die ZEIT, seit 2014 Kolumnistin für die Wochenend-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung und freie Publizistin.
Seit der Spielzeit 2004/2005 kuratiert und moderiert Carolin Emcke die Gesprächsreihe Streitraum an der Schaubühne Berlin.
Jüngere Publikationen u. a. »Stumme Gewalt – Nachdenken über die RAF« (2008), »Wie wir begehren« (2012), »Weil es sagbar ist. Über Zeugenschaft und Gerechtigkeit« (2013), »Gegen den Hass« (2016). Auszeichungen (Auswahl): Otto-Brenner-Preis für Kritischen Journalismus (2010), Deutscher Reporterpreis in der Kategorie »Beste Reportage« (2010), Wahl zur Journalistin des Jahres (2010), Johann-Heinrich-Merck-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung für ihr Gesamtwerk (2014), Lessing-Preis des Freistaats Sachsen (2015), Preis der Lichtenberg Poetik-Dozentur, Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2016).

Akira Takayama
Regisseur und Leiter der Theatergruppe Port B. Er schafft in internationalem Rahmen Installationen, Tourperformances, und soziale Experimente, die den urbanen Raum nutzen, um sich mit städtischen Communities und lokalen Strukturen zu vernetzen. Durch Kollaboration mit Spezialist*innen anderer Disziplinen wie Bildende Kunst, Tourismus, Literatur, Architektur und Stadtforschung hat er die Reichweite seiner künstlerischen Praxis in den letzten Jahren zunehmend erweitert. Er arbeitet daran, durch theaterpädagogische Ideen und Denkweisen neue Möglichkeiten in verschiedenen Genres zu erschließen. Seit 2016 ist er Assoziierter Professor an der Graduate School of Film and New Media der Tokyo University of the Arts.

Yuzu Murakami
Geboren 1991. Assistenzprofessorin im Bereich Bildende Kunst an der Akita University of Art. Autorin des Buches „Art to Feminism ha darenomono?” [Wem gehören Kunst und Feminismus?] (Kōbunsha, August 2023). Sie schreibt regelmäßig für Magazine und Online-Medien, unter anderem die Serie „Somosomo Shashin Kyōshitsu [Eigentlich ein Fotokurs]“ in dem Magazin POPEYE. Bis März 2024 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Tokyo Metropolitan Human Rights Promotion Center tätig und organisierte dort Ausstellungen.

Daisuke Tsuda
Journalist / Medienaktivist. Chefredakteur von Politas / Politas TV-Moderator. Geboren 1973 in Tokio. Abschluss an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Waseda-Universität. Tsuda arbeitet unter anderem zu Themen wie Medien und Journalismus, Technologie und Gesellschaft, Meinungsfreiheit und Menschenrechtsverletzungen im Internet, Lösung lokaler Probleme, staatlich geförderte Kulturprojekte, Urheberrecht und Content-Geschäft. Zu seinen Publikationen gehören „Jōhō Sensō wo ikinuku“ [Überleben im Informationskrieg] (Asahi Shinsho), „Uebu de Seiji wo ugokasu!“ [Politik im Internet gestalten!] (Asahi Shinsho), „Dōin no Kakumei“ [Die Revolution der Mobilisierung] (Chuko Shinsho Rakure), „Jōhō no Kokkyūhō“ [Atemtechniken der Information] (Asahi Shuppan), Twitter-sha Kairon [Twitter-Debatte] (Yosensha Shinsho) u.a. Seit September 2011 betreibt er das wöchentliche E-Mail-Magazin „Media no Gemba“ [Medien-Szene].