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14:00 Uhr

Die Bettwurst

Filmvorführung |mit Einführung von Tetsuya Shibutani

Die Bettwurst © missing FILMs

Die Bettwurst © missing FILMs

Deutschland, 1971, 81 Min., Farbe, FSK: 16, Deutsch mit japanischen Untertiteln

Luzi und Dietmar lernen sich in der Hafenstadt Kiel kennen und lieben. Sie eine ältere, kleinbürgerliche Sekretärin, er ein junger Hilfsarbeiter aus Berlin. Beide spielen alle gutbürgerlichen Rituale durch, die sie durch Erziehung und Medien erlernt haben. Sie gehen zusammen in ein Ausflugslokal zum Tanz, sie zeigt ihm ihren Kleingarten und ihr Fotoalbum. Nach einer Liebesnacht hilft er ihr beim Staubsaugen. Sie feiern gemeinsam Weihnachten. Plötzlich treffen alte kriminelle Freunde von Dietmar ein und entführen Luzi, um Dietmar zu zwingen, wieder mit ihnen gemeinsame Sache zu machen…
In seinem zweiten Spielfilm arbeitet Praunheim mit den ästhetischen Mitteln des damals in Deutschland noch weitgehend unbekannten ‚Camp‘. Eng verbunden mit der Geschichte des Drag und davor mit der schwulen Subkultur im modernen England ist Camp eine parodistische Praxis, in der Übertreibung und schlechter Geschmack als Taktiken des queeren Widerstands verstanden werden. Camp verzerrt die ästhetischen und moralischen Konventionen der Mainstream-Kultur bis zum Äußersten.

Regie. Rosa von Praunheim
Mit: Luzi Kryn, Dietmar Kracht, Steven Adamczewski u.a.

Mit Einführung durch den Filmwissenschaftler Tetsuya Shibutani

Tetsuya Shibutani

Geboren 1965. Professor am College of Humanities and Sciences der Nihon University. Seine Fachgebiete sind deutscher Film und Kulturen visueller Repräsentation. Er veröffentlichte zahlreiche Texte zu Themen des deutschen Films mit einem besonderen Schwerpunkt auf Rainer Werner Fassbinder. Zudem übersetzte er Fassbinders Theaterstücke „Die Bremer Freiheit“ und „Müll, Stadt, Tod“ ins Japanische und schuf japanische Untertitel für eine große Zahl deutscher Filme.