Fotoausstellung Arno Fischer_Ein Fotograf in Ost-Berlin

Arno Fischer, New York, 1984, Silbergelatineabzug © Estate Arno Fischer, ifa

Do, 23. Juni 2022–
So, 21. August 2022

Sungkok Art Museum

Internationale Fotoausstellung

Das Sungkok Art Museum präsentiert eine Retrospektive des Berliner Fotografen Arno Fischer, der eine einflussreiche Figur für die Fotografie in Ostdeutschland und darüber hinaus war.

Die Ausstellung zeigt rund 180 Werke einschließlich Erstabzüge und umspannt seine gesamte Schaffenszeit, von 1953 vor dem Bau der Berliner Mauer über den Mauerfall 1989 bis hin zu seinem Tod im Jahr 2011. Ausgangspunkt ist das Frühwerk „Situation Berlin“, in dem Fischer die Vier-Sektoren-Stadt ins Visier nahm. Mit dem Bau der Mauer 1961 wurde eine geplante Veröffentlichung der Serie untersagt. In den Arbeiten für die DDR-Zeitschrift „Sibylle“ und den legendären Porträts von Marlene Dietrich und anderen Persönlichkeiten zeigt Fischer seine Qualitäten als Mode- und Peoplefotograf. Bilder von Reisen durch die DDR, nach Indien und in afrikanische Länder sowie nach New York sind ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung.
Der letzte Teil zeigt Polaroidfotos aus dem Garten des Künstlers, seinem Refugium in Gransee bei Berlin. Diese Stillleben und Detailaufnahmen hat er in Gruppen arrangiert, was die Wirkung und Aussagekraft verstärkt.

Arno Fischer bewahrte Zeit seines Lebens seine Identität als Künstler und Pädagoge jenseits aller gesellschaftlichen und politischen Ideologien. Er arbeitete mit vielen berühmten Fotograf*innen seiner Zeit zusammen, wie Henri Cartier-Bresson, Helmut Newton, Robert Frank, Barbara Klemm und Ellen Auerbach. Als Pädagoge beeinflusste er drei Generationen in Ost- und Westdeutschland nachhaltig und seine Schwarz-Weiß-Bilder sind bis heute stilbildend für Generationen von Fotografen.

Die Ausstellung ist auch eine lebendige Dokumentation der deutschen Nachkriegszeit aus der Perspektive eines Künstlers, der Krieg, Teilung und Wiedervereinigung am eigenen Leibe erlebte. Im nach wie vor geteilten Korea hat sie damit eine besondere Bedeutung. Eine weitere Besonderheit der Ausstellung ist, dass sie vom Fotografen selbst entwickelte Erstabdrucke (vintage prints) umfasst, die die Besucher Fotografie in ihrer reinsten Form erleben lassen.

Die Ausstellung ist eine weltweite Tourneeausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa). Sie wurde kuratiert vom auf Fotografie spezialisierten Kunsthistoriker und engen Freund Arno Fischers, Matthias Flügge, und findet in Kooperation mit dem Goethe-Institut Korea statt.

Rahmenprogramm
 
Vorträge von Park Sang Woo (Associate Professor für Ästhetik, Seoul National University)
Eine Geschichte der „Straight Photography“
Sa, 9. Juli 2022, 14:00 Uhr
Sungkok Art Museum Building 2

Eine Geschichte der deutschen Fotografie
Sa, 16. Juli 2022, 14:00 Uhr
Sungkok Art Museum Building 2

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