Literarischer Übersetzungsworkshop
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Online in Yangon, Myanmar
Juli bis Oktober 2022


Wir unterstützen eine junge Generation, die sich in literarischer Übersetzungsarbeit fortbilden möchte und suchen neue Talente. Um gute Übersetzungspraktiken in Übereinstimmung mit internationalen Standards erreichen zu können, wurde dieser Workshop von bekannten literarischen Organisationen organisiert.

Erstmals wurde in 2022 ein literarischer Übersetzungsworkshop Deutsch-Myanmarisch angeboten, der sich speziell an Personen richtete, die bereits über B1-Deutschkenntnisse verfügen und Interesse an der Übersetzung deutscher Belletristik hatten. Um an diesem Workshop teilnehmen zu können, mussten alle Kandidat*innen einen Online-Test absolvieren, aus dem die Workshop-Leitung 6 Kandidat*innen auswählte.

Der Übersetzungsworkshop wurde von Frau Kyithar Swe geleitet, einer erfahrenen Übersetzerin, die auch Ausbilderin und Coach für Deutschlehrer*innen ist. Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen wurde Helene Bukowskis Debütroman „Milchzähne“ (2019) ins Myanmarische übersetzt. Dieser Roman wurde unter anderem für den Mara-Cassens-Preis, den Rauriser Literaturpreis und den Kranichsteiner Literaturförderpreis nominiert. Der Roman wurde bereits ins Französische und Englische übersetzt und eine Verfilmung ist in Vorbereitung.

Während des Workshops arbeiteten alle Teilnehmer*innen zusammen mit der Workshop Leiter*in an einer Konsensübersetzung eines kurzen Textes, ein Auszug aus dem Buch „Milchzähne“. Ziel der Konsensübersetzung war es, dass die Teilnehmer*innen gemeinsam an einer Version der Übersetzung arbeiten. Sie hatten die Gelegenheit, ihre Ideen auszutauschen und die Herausforderungen der Übersetzung des Textes gemeinsam mit der deutschen Autorin zu diskutieren.

Dieses Projekt wurde realisiert in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Buchmesse, dem Yangon Book Plaza, dem Singapore Book Council, dem National Centre for Writing und dem Goethe-Institut Myanmar.
 


„Zuerst bedanke ich mich bei allen Organisationen, nämlich beim Goethe-Institut Myanmar, bei der Frankfurter Buchmesse, beim National Centre for Writing, beim Singapore Book Council und bei einer Partnerorganisation ganz herzlich, dass sie so ein einzigartiges Programm ins Leben gerufen haben. Dank ihnen bzw. dank den Organisatoren, die im Hintergrund stehen und uns unterstützen, liegt nun eine schöne Erinnerung hinter uns. 

Die Chance und den geplanten Zeitraum haben wir gut ausgenutzt, indem wir über Übersetzungstheorien, -techniken, Praxisbeispiele intensiv und kritisch diskutiert haben. Von Anfang an waren wir uns dabei einig, dass wir zu dem Deutsch-Myanmarisch Übersetzungsbereich etwas beitragen möchten, dass wir dafür unser Bestes geben werden.

Aus meiner Sicht waren alle Teilnehmer*innen motiviert und lernbereit. Als Workshop-Leiterin war ich sehr begeistert davon, wie meine Teilnehmer*innen ihre Hausaufgaben und Recherchen gut gemacht haben und wie sie kritisch, kreativ, offen für Neues und teamfähig sind. Es war klar ersichtlich, dass sie den Workshop für relevant gehalten haben. 

Trotz fehlender Kenntnisse über die deutsche Kultur, das Klima, Fachbegriffe und Referenzbücher haben die Teilnehmer*innen exzellente Fortschritte gemacht. Es gab intensive, zielorientierte und oft hitzige Diskussionen, Besprechungen, Recherchen, sowie Meinungsaustausche. Auf diese Art konnten sie bei ihrer Arbeit das beste Ergebnis erzielen. 

Missverständliche Interpretationen, unpassende Wortwahl und fehlerhafter Satzbau haben wir mit der Zusammenarbeit, Hartnäckigkeit, Zielstrebigkeit und Leidenschaft gemeinsam überwunden. Das Ergebnis und wie meine Teilnehmer*innen an der Übersetzung professionell gearbeitet haben, hat sogar den Gasteditor und mich überrascht. Die Zeit vergeht, die Erinnerung nie. Es ist eine schöne Erinnerung, über die man sich immer freuen kann. Des Weiteren hoffe ich, dass alle Teilnehmenden wundervolle Erfahrungen bei dem Workshop sammeln konnten. In diesem Sinn wünsche ich allen viel Erfolg in dem Deutsch-Myanmarisch Übersetzungsbereich.“
Sayarma Kyithar Swe
 

„Während des Übersetzungsworkshops hatte ich die Möglichkeit, Übersetzungstheorien und -methoden nicht nur von den professionellen Lehrer*innen, sondern auch von meinen Teamkolleg*innen zu lernen.  Außerdem musste ich lernen systematisch zu denken, zu übersetzen und Literatur zu schreiben.  Ich eignete mir gute Schreib- und Übersetzungsfähigkeiten an. Durch diesen Workshop konnte ich meine Fehler korrigieren und meine Fähigkeiten verbessern. Daher möchte ich den Organisator*innen, der Leitung, den Autor*Innen dieses Workshops und meinen Übersetzungsteamkolleg*innen danken.“
Khant Wai Thi

„Der Workshop dauerte vier Monate. Wir waren Teil des Deutsch-Myanmarischen Teams. Das Ziel unseres Teams war den Roman ,,Milchzähne'' von Helena Bukowski zu übersetzen. Wir übersetzten die ersten neunzehn Seiten aus dem Roman ,,Milchzähne''. Bei der Gruppenarbeit besprachen wir dann komplizierte Wörter. Während des Workshops konnten wir auch die Autorin selbst zu ihrem Roman befragen. Es war großartig. Der Workshop war gut gestaltet. Und ich finde, dass unsere Workshop-Leiterin fachlich sehr kompetent war. Bei dem Workshop und bei der Gruppenarbeit hatte ich viele Spaß. Die Zeit für unsere Übersetzung war ausreichend, was mir besonders gut gefallen hat. Ich empfehle beim nächsten Workshop Gedichte zu übersetzen.“
Kyaw Zay Yar Linn

„Ich finde, dass der Workshop gut gestaltet war. Es gab dabei auch sehr interessante zusätzliche Programme. Die Vorträge und Diskussionen von den Fachpersonen waren sehr spannend und ich habe sie sehr interessiert verfolgt. Unsere Workshop-Leiterin Frau Kyithar Swe war fachlich sehr kompetent. Sie kennt nicht nur die Theorie, sondern auch die Praxis der Übersetzung. Wir haben durch den ganzen Workshop von ihr viel gelernt. Und der Workshop war  gut organisiert. Die Organisator*innen informierten die Teilnehmer*innen immer rechtzeitig über die Termine. Wir haben auch eine finanzielle Unterstützung für die Internetkosten bekommen. Das Goethe-Institut Myanmar hat uns sogar angeboten, die Bibliothek wegen der besseren Internetverbindung an den Workshoptagen (auch wenn diese am Wochenende waren) zu nutzen. Ich hatte Spaß bei dem Workshop und ich habe neue Freunde mit dem gleichen Hobby gefunden. Dass ich die Möglichkeit hatte, die Autorin zu ihrem Buch zu befragen und zu erfahren, wie sie den Roman geschrieben hat, hat mir bei diesem Workshop besonders gut gefallen. Aber die Gruppenarbeit bei der Übersetzung eines Romans hat mir weniger gut gefallen. Meiner Meinung nach verliert man dabei den Stil und die Freiheit. Hätten die Teilnehmer*innen mehr Möglichkeiten individuell zu arbeiten, wäre der Workshop besser gewesen. Ich empfehle diesen Workshop weiter, weil die Teilnehmer*innen dadurch viele Erfahrungen sammeln können. Wir haben von den Profis gelernt, wie sie (die Autorin, die Workshop-Leiterin/die Übersetzerin, der Verleger und der Redakteur) zusammenarbeiten. Der Workshop Titel passt wirklich sehr gut. Es verbindet uns mit der Welt. Ich habe als Hobby einige deutsche Texte und einen deutschen Roman ins Myanmarische übersetzt. Nach der Teilnahme an diesem Workshop verstehe ich jetzt besser, wie man professionell und kreativ an einer Übersetzung arbeitet.“
Mu Mu Nyunt

„Der Übersetzungsworkshop war sehr interessant, weil wir die deutsche Kultur durch den Roman besser kennenlernen konnten. Sowohl die Leiterin als auch die Teilnehmer*innen sind sehr hilfsbereit. Ich lernte viel von ihnen über die deutsche Kultur und die myanmarische Literatur. Wir hatten auch die Chance, mit der Autorin (Helene Bukowski) über ihr Buch zu diskutieren. Meiner Meinung nach war das das beste Erlebnis in diesem Workshop. Man sollte an diesem Workshop teilnehmen, wenn man sich für die deutsche Kultur und myanmarische Literatur interessiert. Ich garantiere, dass es die Zeit wert sein wird.“
Myo Khant Zin Soe

„Mein Name ist Su Su Nyein Aye. Ich habe Deutsch an der Fremdsprachen-Universität in Mandalay gelernt. Ich freue mich darüber, dass ich die Gelegenheit hatte, an dem Workshop teilzunehmen. Der German-Myanmar Translation Workshop hat mir persönlich gut gefallen. Grund dafür sind die gute Organisation, die bemerkenswerten Vorträge von der Workshop-Leiterin und auch das gute Klima in der Gruppe. Aus diesen Gründen war der Workshop gut gestaltet. Und ich persönlich fand den Workshop exzellent strukturiert. Er war zeitlich gut durchgeplant. Die Workshop-Leiterin war offen und hat eine entspannte Atmosphäre geschaffen. Sie war auch fachlich kompetent. Ihre Theorie-Vorträge waren sehr hilfreich, gerade bei den praktischen Teamwork-Übersetzungen. Der gute Austausch zwischen den Teilnehmer*innen spielte auch eine wichtige Rolle im Workshop. Alle fragten sehr offen und antworteten ehrlich. Außerdem konnte jeder frei seine Meinung äußern. Auf diese Weise konnten wir die Übersetzung weiter verbessern. Mit der Gruppenarbeit war ich sehr zufrieden. Ich empfehle diesen Workshop weiter, weil man als Fremdsprachenlerner*in die Übersetzungsmethode kennen sollte. Am wichtigsten war mir aber, dass man die Übersetzung mit der Hilfe von theoretischem Input im Team ausprobieren kann. Man kann auch neue Leute kennenlernen. Besonders hat mir gefallen, dass wir nach jeder Übung eine Beurteilung von der Leiterin bekommen haben. Dadurch konnten wir viel über die Übersetzung lernen. Das ist eine gute Mischung aus Theorie und Praxis. Der größte Gewinn für mich bei diesem Workshop war die Kenntnis, wie man die Übersetzung systematisiert und wie man die passenden Wörter auswählt und nutzt. Ich achte nun vermehrt auf die Schreibweise und auf den Satzbau nicht nur im Deutschen, sondern auch in meiner Muttersprache. Außerdem erhielt ich durch den Workshop die Motivation, um im Bereich Übersetzung weiterzumachen. Wenn es einen ähnlichen Workshop gibt, würde ich sehr gern wieder daran teilnehmen. Ich bin mir sicher, dass ich damit mehr als zufrieden sein werde. Mein Horizont hat sich sehr erweitert. Danke für den interessanten und spannenden Workshop.“​​​​​​​
Su Su Nyein Aye

„Über Ihr Interesse an unserem Workshop freue ich mich sehr. Ich bin eine der Teilnehmerinnen, die den Roman auf Myanmarisch übersetzt hat. Und ich hatte viel Spaß daran. Obwohl die Internetverbindung schlecht war, haben wir alle den Workshop erfolgreich beendet. Unsere Workshop-Leiterin Frau Sayama Kyithar hat uns die Theorie und Methoden der Übersetzung geduldig erklärt. Außerdem hat sie uns Tipps zu Arbeitsmöglichkeiten gegeben, wenn wir gut Deutsch können. Das ermutigte mich meinen Traum zu realisieren. Ich habe viele Methode gelernt und auch, dass unsere Meinungen, Gedanken und Erfahrungen unsere Übersetzungen verbessern können. Man muss auch viele Texte und Bücher lesen, was meine Schwäche ist. Ich habe wenig Lesenserfahrung. Ich möchte jetzt mehr Bücher der Zielsprache und auch meiner Muttersprache lesen, damit ich passende und schöne Wörter für die Übersetzung nutzen kann. Was mir bei dem Workshop besonders gut gefallen hat, war die Gruppenarbeit. Alle Teilnehmer*innen waren optimistisch, freundlich, hilfsbereit und qualifiziert, so dass unsere Diskussionen über die passenden Wörter immer gut verlaufen sind. Durch diese Erfahrung kann ich selbst den Umgang mit fremden Menschen verbessern. Was mir weniger gut gefallen hat, war die geringe finanzielle Unterstützung. Die Internetverbindung ist in Myanmar gerade sehr langsam und sehr teuer, wir haben aber nur 10000 Kyats pro Workshoptag erhalten. Außerdem waren mir 2-mal pro Woche zu viel, einmal pro Woche am Workshop teilzunehmen wäre mir lieber gewesen. Dieser Workshop sollte weitergeführt werden, weil dieser German-Myanmar Translation Workshop bei uns eher unbekannt ist und es aber besonders für Deutschlerner*innen zur Motivation dienen kann. Ich wünsche diesem Workshop viel Erfolg, damit er in Zukunft bei uns bekannter wird.“​​​​​​​
Thandar Tun
 

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