Gespräch | Filmausschnitt De man die geen hekel had aan Joden | Autorin Chaja Polak im Gespräch mit Jannetje Koelewijn

Chaja Polak: De man die geen hekel had aan Joden – Een botsing met het verleden © Uitgeverij Atlas Contact (links) | Tessa Posthuma-de Boer (rechts)

Do, 14.02.2019

Goethe-Institut Amsterdam

Herengracht 470
Amsterdam

De Jodenvervolging in foto's – Nederland 1940-1945

Im März 2017 veröffentlichte das NRC Handelsblad ein Interview mit der Autorin des Buchs Oorlogsouders (Kriegseltern). Der Vater der Autorin, Willem van Boetzelaer, war der Waffen-SS beigetreten und wurde dennoch von seiner Tochter als jemand porträtiert, der lediglich Pech hatte und zur falschen Zeit in den falschen Kreisen verkehrte, denn er hatte schließlich keine Abneigung gegen Juden. Mit wachsender Verwunderung verfolgte Chaja Polak die unkritische Aufmerksamkeit, die das Buch erhielt. Erst Monate später soll es Publikationen geben, die die Manipulation und Unwahrheit thematisieren. Chaja Polak beginnt auch darüber zu schreiben. Präzise, nüchtern und anschaulich enthüllt sie ihre eigene, sehr persönliche Suche.
Im April 1944 wurden ihre Eltern aus ihrem Versteck heraus verhaftet und deportiert. Einer der Polizisten sollte Monate später einer der engsten Mitarbeiter von Van Boetzelaer werden, in dem nach ihm benannten Kommando Van Boetzelaer, einer Unterabteilung des Sicherheitsdienstes.
In De man die geen hekel had aan Joden verwebt Polak Vergangenheit und Gegenwart zu einer scharfen Anklage gegen Unwissenheit, Gleichgültigkeit und die Verdrehungen geschichtlicher Tatsachen.

Chaja Polak (1941) ist Schriftstellerin und bildende Künstlerin, deren Leben stark durch die Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg geprägt wurde. Ihre Mutter überlebte Ausschwitz, ihr Vater jedoch nicht. Chaja Polak absolvierte die Rietveld Academie und veröffentlichte 1989 ihr vielbeachtetes und hochgelobtes literarisches Debüt Zomaar een vrijdagmiddag. Seitdem ist sie fester Bestandteil des niederländischen Literaturbetriebs. Einige ihrer Bücher wurden für den Libris-Literaturpreis nominiert und ins Englische, Deutsche, Italienische und Ungarische übersetzt.

Jannetje Koelewijn (1959) ist eine niederländische Journalistin und Autorin. Seit 1997 ist sie Redakteurin bei der niederländischen Tageszeitung NRC Handelsblad.

In Zusammenarbeit mit Uitgeverij Atlas Contact, dem Joods Cultureel Kwartier, dem NIOD (Instituut voor Oorlogs-, Holocaust- en Genocidestudies) und dem Duitsland Instituut Amsterdam.

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