Performance | Gespräch Joseph Sassoon Semah im Gespräch mit Rick Vercauteren | Performance

On Friendship / (Collateral Damage) IV – How to Explain Hare Hunting to a Dead German Artist [The usefulness of continuous measurement of the distance between Nostalgia and Melancholia] © Joseph Sassoon Semah

Do, 11.11.2021

20:00

Goethe-Institut Amsterdam

Joseph Sassoon Semah: Letter to Albrecht Dürer (1982)

On Friendship / (Collateral Damage) IV – How to Explain Hare Hunting to a Dead German Artist [The usefulness of continuous measurement of the distance between Nostalgia and Melancholia]

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Vom 28.10. bis 23.12.2021 wird im Goethe-Institut Amsterdam die Ausstellung On Friendship / (Collateral Damage) IV – How to Explain Hare Hunting to a Dead German Artist [The usefulness of continuous measurement of the distance between Nostalgia and Melancholia] zu sehen sein. Diese Ausstellung des Künstlers Joseph Sassoon Semah ist Teil eines kritischen Projekts über den Nachkriegskünstler Joseph Beuys.
Kuratorin: Linda Bouws

2021 und 2022 wird in Europa der 100. Geburtstag des Künstlers Joseph Beuys gefeiert, unter anderem mit der Sonderveranstaltung Beuys2021. Joseph Beuys (1921-1986) ist einer der einflussreichsten deutschen Nachkriegskünstler, der vor allem durch seine Performances, Installationen, Vorträge und Fluxus-Konzerte bekannt wurde.
Doch wer war Beuys wirklich? Joseph Beuys mythologisierte seine Kriegsgeschichte als Nationalsozialist und die problematische und posttraumatische Vergangenheit Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich Beuys vom Täter zum Opfer. Sein Dienst in der Luftwaffe hat seine künstlerische Praxis nicht beeinträchtigt. Während der 100-Jahr-Feier wird nach Auffassung von Joseph Sassoon Semah keiner dieser kontroversen Aspekte von Beuys' Arbeit, Werten und Ideen in den Mittelpunkt gestellt. Im Rahmen dieser Feierlichkeiten sei es, laut Semah, höchste Zeit, einen kritischeren Blick auf Beuys' Werk und sein Verhältnis zur deutschen Nachkriegsgeschichte zu werfen.

In On Friendship / (Collateral Damage) IV – How to Explain Hare Hunting to a Dead German Artist [The usefulness of continuous measurement of the distance between Nostalgia and Melancholia] ("hare hunting", also Hasenjagd, ist nach Auffassung des Künstlers das Codewort für die Ermordung von Juden während des Zweiten Weltkriegs) nimmt uns Joseph Sassoon Semah mit auf eine Reise der kritischen Analyse von Beuys' Verwendung von Symbolen und Mythen.
 
Joseph Sassoon Semah und der niederländische Publizist und Kunsthistoriker Rick Vercauteren werden am 11.11.2021 im Goethe-Institut Amsterdam zunächst (zusammen mit Freunden) eine Performance darbieten und danach zu zweit über sowohl die Ausstellung als auch über den deutschen Künstler Joseph Beuys diskutieren.

Joseph Beuys manifestierte sich nach dem 2. Weltkrieg als neuer Messias, als Heiler, als Schamane für die Deutschen, um sich selbst als Täter  und die Deutschen von ihrer Schuld zu befreien. Wolf Vostell verkörpert das Opfer und erhebt den Anspruch, die deutsche Schuld auf sich zu nehmen, um das Vakuum zu füllen, das der Völkermord hinterlassen hat. Vostell behauptet seit den frühen 1950er Jahren, dass seine Mutter eine sephardische Jüdin war, doch erst viele Jahre entlarvten Wissenschaftler diese "erfundener" Autobiografie.
Joseph Sassoon Semah und Rick Vercauteren werden über das deutschen Künstlerduo Joseph Beuys und Wolf Vostell sprechen.

Über die Sprecher:

Joseph Sassoon Semah wurde in Bagdad geboren, wo sein Großvater Hacham Sassoon Kadoori (1886-1971) Oberrabbiner der babylonischen Juden war. Joseph Sassoon Semah wuchs in Israel auf und kam 1981 in den Westen, dessen Kultur im fremd war.
Joseph Sassoon Semah untersucht seit mehr als 40 Jahren die Beziehung zwischen dem Judentum und dem Christentum als Quelle der westlichen Kunst- und Kulturgeschichte. Dabei bekommt Semah zufolge das jüdische Narrativ zu wenig Aufmerksamkeit in der Kunstgeschichte und er fühlt die Dringlichkeit dieses aufzuarbeiten und die leere Seite zu füllen.
Semahs Werk umfasst Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen, Installationen, Performances und Texte.

Rick Vercauteren (1956) arbeitet als Redakteur, Publizist und Kunsthistoriker. Von Zeit zu Zeit ist er auch als unabhängiger Berater für bildende Künstler tätig. Er arbeitet regelmäßig als Gastkurator in den Niederlanden und in Deutschland. Manchmal ist er auch Tagesvorsitzender, Interviewer und Zeremonienmeister in verschiedenen kulturellen Bereichen in den Niederlanden, Deutschland und Belgien.
Als Dozent hat er nacheinander für das NBKS in Oirschot, die Open University in 's-Hertogenbosch und Sittard, die Academie voor Beeldende Vorming in Tilburg und die Amsterdamse Hogeschool voor de Kunsten (AHK) gearbeitet. Als Museumsmitarbeiter ist er auch langjähriger Mitarbeiter des Noordbrabants Museum in 's-Hertogenbosch und des Museum Van Bommel Van Dam in Venlo. Er hat einen offenen und äußerst kritischen Blick auf aktuelle, internationale Entwicklungen in den Bereichen Bildende Kunst, Film, Literatur und Musik.

Partner in diesem Projekt von Stichting Metropool Internationale Kunstprojecten sind u.a. das Gerard-Marcks-Haus Bremen, das Goethe-Institut Niederlande, das Duitsland Instituut Amsterdam, Landgoed Nardinclant-Amsterdamgarden, die Lumen Travo Gallery, Redstone Natuursteen & Projecten und das Maastricht Institute of Arts.

Das Projekt wird zum Teil mit Unterstützung des Mondriaan-Fonds (ein öffentlicher Fonds für visuelle Kunst und Kulturerbe) und Redstone Natuursteen & Projecten realisiert.

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