Filmfestival IYFFL Plattform für Studenten aus aller Welt, um sich weiter zu entwickeln

Viele der Jugendlichen hier produzieren ihre eigenen Filme, und die größten, bekannten Festivals zeigen diese eben nicht. Das sagt Kurt Salo über die Teilnehmer des IYFFL. Hier das komplette Intervju.

Die Entwicklung und Geschichte dieses Festivals interessiert mich besonders. Zum Beispiel wann Ihnen die Idee gekommen ist, und so weiter. Vielleicht können sie mir etwas aus Ihrer Perspektive berichten?

KURT SALO: Das Projekt fing an, als wir 2011 nach Langesund zogen. Wir waren auf der Suche nach Filmemachern und einem Milieu, in dem Menschen sich mit Film beschäftigen. Wir wollten unseren Hintergrund und Erfahrungen nutzen, um etwas zurückzugeben. Allerdings hat alles etwas gedauert, weshalb die konkrete Planung dieses Jahr im Februar begann. Wir haben uns dazu entschieden, ein Filmfestival, und zwar ein Jugend-Filmfestival, zu arrangieren.

Was hat denn dazu geführt, dass das Festival im Februar in die Planung ging? Gab es einen „a-ha“-Moment?

KURT SALO: Wir hatten die Idee schon lange im Kopf …

Aber im Februar wurde die Idee konkret und alles nahm seinen Lauf?

KURT SALO: Genau, uns schwirrte die Idee schon so lange im Kopf herum, und dann haben wir uns gesagt: Wenn wir es jetzt nicht anpacken, dann wird es nie etwas.

Also eine Art „jetzt oder nie“-Entscheidung?

KURT SALO: Ganz genau.

Ein guter Vibe, um so etwas in Gang zu setzen. Wenn Sie also jetzt an die jungen Leute hier denken. Was sollen die jungen Leute von dieser Woche mit Ihnen in Langesund mitnehmen?

KURT SALO: Ich möchte, dass das Festival als eine Plattform benutzt wird, um sich weiterzuentwickeln und das Milieu besser kennenzulernen – nicht nur in Langesund, sondern in ganz Telemark. Für junge Filmemacher ist diese Plattform sehr wichtig, besonders zur Weiterentwicklung.

YVONNE SALO: Und natürlich „Networking“, das absolut Wichtigste in der Filmwelt. Deshalb nimmt es auch einen so zentralen Aspekt des Festivals ein. Diese Form von „Networking“ gibt es eben nur bei Festivals, wie ich finde. Zwar kommunizieren die jungen Leute heutzutage über facebook und andere soziale Medien, aber bei so einem Festival kann man sich persönlich kennenlernen, und gucken, ob die Energie stimmt. Man merkt schnell, ob man zusammenpasst – oder nicht. Das ist ja das Großartige an einem Festival. Außerdem gibt es für die Altersgruppe bisher kaum Festivals. Und Langesund ist einfach perfekt für so ein Event:  Mit wunderschöne Umgebung ist es gut erreichbar für junge Leute aus ganz Europa. Eine klasse Möglichkeit für Jugendliche!

In Ihrem Fokus stehen Jugendliche. Warum haben Sie sich dazu entschieden, gerade diese Zielgruppe erreichen zu wollen? Die nächste Generation?

KURT SALO: Viele der Jugendlichen hier produzieren ihre eigenen Filme, und die größten, bekannten Festivals zeigen diese eben nicht. Bei uns allerdings wissen die Teilnehmer, dass von ihnen erwartet wird, dass sie aktiv teilnehmen und ihre eigenen Arbeiten mitbringen können.

Wir haben gestern eine ganz besondere Erfahrung mit einem Film gemacht. Der Filmemacher war ein junger Schwede, der mit einem sehr aussagekräftigen Film ein sensibles, soziales Thema angesprochen hat. Ich fand es so faszinierend, weil ja oft von der nächsten Generation als Ganzes gesprochen wird. Aber man vergisst, dass es innerhalb der Generation so viele verschiedene Stimmen gibt.

YVONNE SALO: In der Tat. Es gibt so viele verschiedene Filme. Sie zeigen eindeutig, wie unterschiedlich die Jugendlichen der nächsten Filmgeneration sind. Sie haben sowohl unterschiedliche Filmstile, als auch Persönlichkeiten. Das sagt einfach viel aus über diese Generation.

Vielleicht können Sie mir ein bisschen über die Organisation des Festivals berichten – insbesondere aus der Planungsphase. Ich vermute mal, dass ab Februar viel Arbeit anstand? Und offensichtlich immer noch ansteht, jetzt wo das Festival in vollem Gange ist. Wie war also dieser Prozess? Oder, einfach gefragt: Was haben Sie gemacht?

KURT SALO: Selbstverständlich brauchten wir zunächst eine zentrale Figur hinter dem Festival. Das allererste Meeting fand im Bambler Rathaus statt. Wir mussten den Stadtrat an Board bekommen.

YVONNE SALO: Ja, natürlich mussten die das Festival auch arrangieren wollen, und nicht nur wir.

KURT SALO: Also haben wir denen unsere Idee vorgeschlagen.

Und, wie kam diese an?

KURT SALO: Der Stadtrat war sehr positiv. Und nachdem wir die Unterschrift des Bürgermeisters hatten, konnten wir weiter zum Landesrat Telemarks ziehen.

Also fing die Planung hier an, und dann zog sie immer weitere Kreise?

KURT SALO: Das kann man so sagen. In Zusammenarbeit mit dem Landesrat konnten wir finanzielle Unterstützung von der Regierung  und der Kinos bekommen. Und natürlich war das Goethe-Institut ein toller Mitspieler.

YVONNE SALO: Allerdings, das Goethe Institut hat uns einige Türen geöffnet.
Das Alter der Regisseure war sehr wichtig. Sie mussten zwischen 14 und 26 Jahre alt sein. Bei vielen Filmen war der/die Regisseur/in 27 oder 28 Jahre alt. Die Filme waren natürlich klasse, aber trotzdem war das Alter das Hauptkriterium. Selbstverständlich mussten die Filme außerdem von einer gewissen Qualität sein.