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16:00–18:00 Uhr
“For the long time, we hold the world on our shoulders”
Filmvorführung mit hybrider Zoom-Diskussion|Kuratiert von Sarnt Utamachote, im Gespräch mit Parichat Pai, Vertreterin von Ban Ying (Berlin) via Zoom und Mitglied des Philippines Sexwork Collective (Person
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Teatro Marco
- Preis Eintritt Frei
- Teil der Reihe: Dealing in Distance
Das Programm startet mit einem frühen Dokumentations-Kurzfilm über queere Migration nach Japan; “The Sex Warriors and the Samurai” von Nick Deocampo. Die Doku folgt Joan, welche in der Unterhaltungsbranche arbeitet, um Geld für ihre Geschlechtsangleichung zu sparen. Die zweite Doku, “Westwarts: Southeast Asian women in West Germany,” wurde von Sarnt aus dem Archiv gesammelt und digitalisiert. Sie ist eine Kollaboration zwischen dem Southeast Asian Information Center Bochum und der Foundation for Women Thailand aus dem Jahre 1989, und zeigt Thai Sexarbeitende, Ehebräute, Filipino Dienstmädchen, und Frauen verschleppt nach Westdeutschland. Ebenfalls gezeigt wird die Organisation Ban Ying (Thai für “Haus der Frauen”); Berlins älteste Unterkunft und Beratungszentrum für Frauen, die vom Menschenhandel betroffen waren. In Fortsetzung dieser Migrationsgeschichte verbunden mit Sexarbeit (und dessen politischer Differenzierung von Prostitution), ist der letzte gezeigte Film zugleich der erste Thai-Film, welcher von Sexarbeitenden selbst erstellt wurde (Empower Foundation Thailand). Er verspottet das Erzählmuster der "Opfer," die von NGOs gegen Menschenhandel "gerettet werden." Damit wird Verständnis für das aktuelle politische Umdenken dieser Erzählmuster geschaffen.
Zusammen mit Parichat Pai, der derzeitigen Koordinationsperson von Ban Ying Berlin (tritt via Zoom bei), sowie einem hochrangigen Mitglied des Philippines Sexwork Collective aus Manila, wollen wir die geschichtliche Hintergründe genauer betrachten und über die Veränderungen in der gesellschaftlichen Akzeptanz dieses Themas diskutieren.
Filme:
- "The Sex Warriors and The Samurai," von Nick Deocampo, Philippinen 1995, 26 min. Tagalog mit engl. Untertiteln
- "Westward: Southeast Asian women in West Germany," von dem Southeast Asian Information Center Bochum & der Foundation for Women Thailand, Westdeutschland 1990, 38 min.
- "The last rescue in Siam," von der Empower Foundation Thailand, Thailand 2012, 10 min.
Länge des Gesprächs: 30 Minuten
Über Dealing in Distance
Initiiert von den Goethe-Instituten in Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt, Jakarta und Manila ist Dealing in Distance ein reisendes Kunstfestival, das Künstler*innen aus Südostasien und Deutschland zusammenbringt, um Themen wie Migration und Identität über Entfernungen hinweg zu erkunden. Diese Veranstaltung ist Teil von Dealing in Distance — Manila, das vom 30. Januar bis 1. Februar stattfindet.
Kuratierende
Sarnt Utamachote
Sarnt Utamachote ist eine südostasiatische nichtbinäre Filmschaffende und Kuratierende mit Wohnsitz in Berlin (Deutschland). Sarnt hat das Kollektiv un.thai.tled mitgegründet, eine Plattform für thailändische diasporische Kunstschaffende mit Sitz in Deutschland, und zugleich Teil des Kollektivs Cruising Curators.
Sarnts jüngstes kuratorisches Projekt "Young Birds From Strange Mountains," präsentiert im Schwulen Museum Berlin (2025), widmet sich queeren Kunstschaffenden und Archiven aus Südostasien sowie deren Diaspora. Sarnts Forschung zu im Exil lebenden kambodschanischen Kunstschaffenden in der DDR wurde unter anderem im D21 Leipzig, der MDBK Leipzig, im Rahmen von Echoes of the Brother Countries (2024) am Haus der Kulturen der Welt Berlin sowie im Kunst Raum Mitte Berlin vorgestellt. Sarnts kürzlich erschiener Kurzfilm "I don't want to be just a memory" (2022-24) premierte im 74. Berlinale Forum.