July: All the Saints
All the Saints von Wesley Roodt
In der Geschichte sehen wir, wie Izzy über seine Kindheit nachdenkt, darüber, wie er als „anderer“ aufgewachsen ist, und wie er versucht, sich selbst zu verstehen und seine Gefühle für seinen engen Freund Devon Edwards einzuordnen, den er als blond, mit „großen blauen Augen und wunderschönen langen Wimpern“ beschreibt. Die schüchterne Unschuld, mit der der Autor versucht, dem Leser seine Gefühle zu beschreiben, sowie seine Verwirrung und Unsicherheit darüber, wie er damit umgehen soll, und auch, wie sein „im Schrank sein“ ihn erstickt und ihm ein unangenehmes Gefühl bereitet, ist es, was uns tiefer in diese fesselnde Geschichte von verbotenen Schwärmereien in der Kindheit und feuchten Träumen hineinzieht.
Die ungezwungene Kameradschaft zwischen Izzy und seinen Kumpels sowie die Art und Weise, wie er seine Beziehungen zu Lehrern, Eltern und anderen Mitgliedern seiner scheinbar eng verbundenen Gemeinschaft gestaltet, mit denen er in Kontakt kommt, ermöglichen dem Leser einen unromantisierten und dennoch ehrlichen Einblick in seine Welt.
Die Umgangssprache, die verwendet wird, mit Begriffen wie „okes“ (Jungs), „kotching“/„blowing chunks“ (Slang für Erbrechen), „doos“ und sogar „kak“ – allesamt Wörter, die aus dem Afrikaans stammen –, macht die Geschichte facettenreich und nachvollziehbar, da die Leser durch deren Verwendung einen Einblick in die Gemeinschaft erhalten, in der Izzy aufwächst und die wiederum seine Weltanschauung prägt.
Verweise auf Filme wie „Die Chroniken von Narnia“, „Harry Potter“, „Full Metal Jacket“, „Police Academy“, „Titanic“, „Jurassic Park“, „Der König der Löwen“, „Der Herr der Ringe“, „Fast and Furious“, „Seven“, „The Blind Side“, „Ice Age“ und andere verleihen dieser Geschichte ein noch größeres Maß an Identifikationspotenzial.
Als Roman wirkt „All the Saints“ wie eine Art filmisches Bekenntnis – eine Entscheidung, die es dem Erzähler ermöglicht, die Geschichte ohne Unterbrechungen zu erzählen, ohne abschweifen zu müssen, wenn andere Figuren in die Handlung ein- oder aus ihr ausscheiden. Das sorgt zwar für eine interessante, wenn auch ungewöhnliche Art der Erzählung, macht es aber manchmal mühsam und gelegentlich auch nervig, dem Geschehen zu folgen – was der Geschichte selbst jedoch keinen allzu großen Abbruch tut.
Letztendlich ist „All the Saints“ ein Buch, das jeder Junge lesen sollte, der sich „anders“ fühlt, und das jeder besitzen sollte, der aus welchem Grund auch immer das Gefühl hat, nicht dazuzugehören. Ich konnte nicht anders, als eine Träne der Freude für Izzy zu vergießen, der sich endlich selbst akzeptiert und sich seinen Eltern „outet“, die ihn daraufhin liebevoll in die Arme schließen und ihm ihre volle Unterstützung anbieten. Für viele „ausgegrenzte“ Menschen in dieser extrem homophoben Gesellschaft, in der wir leben, endet es nicht immer so gut, daher ist es erfrischend, auch wenn es vielleicht etwas zu märchenhaft ist.