Frühe Mehrsprachigkeit

Versuchen Sie einmal, Kindern schon zu einem frühen Zeitpunkt fremde Sprachen nahe zu bringen. Zum Beispiel über einfache Hör- oder Lesetexte, fremdsprachige Lieder oder auch über kleine szenische Spielereien.

Sie werden deutlich spüren, wie offen die kleinen Lerner auf die neuen Klänge reagieren und wie neugierig und gespannt sie sie aufnehmen. Auch, wenn sie nicht sofort alles vollständig verstehen, genießen sie das Neue und hören sehr genau hin. Die fremdsprachigen Impulse sind eine Bereicherung, sie stören den Lernprozess in der Muttersprache nicht, sondern ergänzen ihn. Probieren Sie es aus und setzen Sie mehrsprachige Texte in Ihrem Fremdsprachenangebot ein.

In den meisten Ländern ist Englisch die erste Fremdsprache, die Kinder nach dem Curriculum lernen sollen. Nicht selten bleibt es bei dieser einen Fremdsprache, auch deshalb, weil sich über das Englische eine große Vielfalt an Informationen erschließen lässt und auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist, worin der Sinn des mühsamen Erlernens mehrerer Fremdsprachen liegt. Kinder früh mit Mehrsprachigkeit zu konfrontieren bedeutet nicht nur Spracherwerb, sondern vor allem Öffnung für andere Kulturen. Ein reiches Sprachlernangebot fördert damit – je früher es gemacht wird, desto intensiver und erfolgreicher – eine offene Haltung gegenüber einer vielschichtigen multikulturellen und mehrsprachigen Gesellschaft.

Kinder, die erkennen, dass Sprachen Ähnlichkeiten aufweisen, die sich nutzen lassen oder Kinder, die erfahren, dass es nützlich ist, neben dem Englischen andere Sprachen zu lernen, weil sie damit eine konkrete Kommunikation führen können, die ihnen sonst verwehrt bliebe, werden auch dem Deutschen als Fremdsprache offen begegnen können.

Nicht nur die sogenannten „kleinen“ Sprachen, auch das Deutsche als Lernfach in der Schule hat es schwer. Das ist ein gewichtiges Argument, sich für das Deutsche besonders da verstärkt einzusetzen, wo das ehemals vorhandene Interesse zur Zeit schwindet. Denn es schwindet vermutlich zu Gunsten des Englischen und auf Kosten von Mehrsprachigkeit. Wenn das Englische bereits als erste Fremdsprache im Fokus steht, kann es dazu dienen, Barrieren zum Erlernen weiterer Fremdsprachen abzubauen. Im Englischunterricht können andere Fremdsprachen ins Blickfeld gerückt werden, Wortschatz-, Laut- und Textvergleiche stattfinden. So wie es unser multikultureller Alltag uns bereits vorlebt: Wie oft erleben wir, wie Kinder mit Migrationshintergrund ihre Kenntnisse in verschiedenen Sprachen mischen, um eine möglichst großen Nutzen aus ihrer Kommunikation zu ziehen. Sie sind offenbar in der Lage, die Sprachen auseinander zu halten und verwenden sie zweckgebunden

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    11 Fragen zur Mehrsprachigkeit

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    Leonard Orban, Mitglied der Europäischen Kommission zuständig für Mehrsprachigkeit