Erklärungen der Einreichenden
Rasch Es ist in die Sprache 'Creolisch (Mauritius)' ausgewandert und bedeutet hier 'Schnell gehen/fahren/fliegen'. Wenn z.B. jemand sagt: "Ich bin rasch", bedeutet es, dass er schnell geflohen ist. Besonders wenn es um eine Gefahr oder ein irgend Problem geht.
Blat Ich bin Russlanddeutscher, meine Mutter hat mir mehr über dieses Wort erzählt. Vor Jahrhunderten, als noch Gesellen ausgebildet wurden, schickte ein jeder der konnte und wollte seinen Sohn zu einem Meister um ihn dort für eine Lehre zu lassen. Natürlich ging das nicht einfach so. Er gab ihm ein "Blatt" mit, wahrscheinlich eine Art Brief, Beweis usw... Nur jemand mit diesem Blatt, Schein, fand Anschluss, konnte sich sozusagen legitimieren. Die Russen benutzen das Wort heute sehr sehr oft. Er hat "Blat" bedeutet, er hat Vitamin B, "Connections". Ein Blatnoj/blatnaja ist eine moderne, gutangezogene, geschäftstüchtige Person, jemand der ständig Geschäfte treibt, reich ist, exklusiv lebt usw. Es gibt noch einige andere Formen, blatnim sein, Blat haben, Blatnoj, ohne blat (also ohne Vitamin B usw.)
loustic Es ist in die Sprache 'französisch' ausgewandert und bedeutet hier 'Eine besonders lustige Person, angrenzend zum Frechdachs oder Bazi auf Bayrisch?'. Zieht man ein etymologisches Wörterbuch heran, so wird man darauf hingewiesen, dass der "loustic" über Voltaire 1762 in die französische Sprache seinen Einzug gemacht hat. Es würde von den schweizerischen Regimentern herkommen. Allerdings, wenn ich dieses Wort eine Herkunft erdichten dürfte, würde ich gern behaupten, dass der König Lustig, Jérôme Bonaparte, Bruder Napoleons und König von Westphalen von 1807 bis 1813, auch zum Transfer des Wortes nach Frankreich beigetragen haben könnte. Seinen Spitzname "König Lustig" verdiente er sich durch seinen Hang zu oberflächliche Unterhaltungen und war selbst nicht abgeneigt, so genannt zu werden. Heute lustig, immer lustig. Er soll auch seine Schwierigkeiten gehabt haben, den gepflegten Spitznamen auszusprechen. War auch, zu einem gewissen Grad, Selbstironie am Werk? Mir gefällt es zumindest diese Wörterwanderung mit dem König Lustig in Verbindung zu setzen! Denn König Jérôme war so gesehen sicherlich "un sacré loustic"!
Kumpir Es ist in die Sprache 'Türkisch' ausgewandert und bedeutet hier 'Ofenkartoffel, Folienkartoffel'. Das Wort stammt ursprünglichen vom Pfälzischen "Krummbeere" ab und wurde von Balkantürken, die Kontakte mit deutschen Siedlern hatten, bis ins tiefste Anatolien eingeführt. Das Wort bezeichnet im Gegensatz zu "Patates" (Kartoffel) die zubereitete Ofenkartoffel. Kurioserweise begegnet uns dieses Wort immer häufiger als Reimport in Deutschland und zwar als "Kumpir-ci". Das ist ein türkischer Imbiss, der Kartoffel-spezialitäten anbieten. Also der "Krummbeer-koch"
hajzl Es ist in die Sprache 'Tschechisch' ausgewandert und bedeutet hier 'abstoßend, ekelerregend'. Das Häusel (bair. Lautung im ehemals deutschsprachigen Siedlungsgebiet in Böhmen: haisl) war der meist frei stehende Abort auf dem Land und erweckte wohl oft den Eindruck, den das tschechische Adjektiv wiedergibt. "To je hajzl" heißt "Das ist widerwärtig". Ein tschechischer Verwandter bestätigte mir, dass dieses Adjektiv so gebraucht werde.
Gerende Shupuringen Das deutsche Wort "Gelände" wird im Japanischen mit fast exakt gleicher Aussprache als „Gerende“ ausschließlich als Bezeichnung für Skipisten verwendet. In japanischen Lexika steht, es sei die Bezeichnung für einen Ort, an dem man Skifahren trainieren kann. Die ursprüngliche japanische Bezeichnung für solch einen Ort war wörtlich übersetzt ein "Gleitplatz". Demnach ist es nicht schwer nachvollziehbar, dass man in Japan statt "Ski Springen", "Gerende Shupuringen" macht. Heute wird dieses Wort jedoch überwiegend verkürzt als "Shupuringen" (Springen) benutzt, welches die gleiche Bedeutung hat. In so gut wie jedem Reisebüro in Japan, das Winter- und Skireisen anbietet, findet man daher "Gerende bzw. Shupuringen Gaido" - Skipisten, bzw. Skispringen Führer mit entsprechenden Angeboten für In- und Auslandsreisen.
vahtimestari "vahtimestari" (im Finnischen wird das "V" weich gesprochen und "H" vor Konsonant wie das deutsche "ch", also "wachtimestari"). Ursprung ist natürlich das deutsche Wort "Wachtmeister", jedoch wandelte sich die Bedeutung im Laufe der Zeit etwas. Heute wird das Wort als Berufsbezeichnung für Hausmeister, aber auch für Portiere oder Ordnungshüter in Nachtclubs und Bars benutzt.
wihaister etwas seltener im polnischen, aber durchaus verbreitet und umso lustiger ist das polnische wort "wihaister", das ich schon seit meiner kindheit kenne und von meiner großmutter übernommen habe. wihaister nimmt man oft für etwas her, das man nicht genau bestimmen kann. meistens sind es irgendwelche griffe, laschen, irgendetwas hängendes, rausstehendes. die etwas ungenaue definition weist auch deutlich auf den ursprung des wortes hin, nämlich auf das deutsche "wie heisst er", also grob für etwas das man nicht beim namen kennt.
"Wie geht's" Auf Ungarisch wird es folgendes geschrieben: "vigéc", phonetisch übernommen von der Deutschen Frage "Wie geht's?". Die Geschichte scheint mir einfach zu sein. Der Verkaufer, der von Tür zur Tür geht und versuch seine Ware zu verkaufen, muss höfflich sein um bei seinen Kunden einen guten Eindruck zu machen. Deshalb ist seine erste Frage "Wie geht's?". So kommt, dass wenn jemand klingelt, und beim Türöffnen als erstes "Wie geht's?" sagt, kann man davon ausgehen, dass derjenige irgendwas verkaufen will. Die Geschickte geht, denke ich, an die Österreichische-Ungarische Monarchie zurück, als Deutsch auch in Ungarn die offizielle Sprache war. Heutzutage begrüßen die Verkaufer natürlich auf Ungarisch, aber der Ausdruck, die Bezeichnung dieser Art von Verkaufer ist geblieben. Außerdem wird von diesem Nomen auch ein Werb abgeleitet; auf Ungarisch: "vigéckedni", also als "vigéc" tätig sein und sein Geld auf diesem Weg zu verdienen.
lumpen Es ist in die Sprache 'Kastillisch aus Argentinien' ausgewandert und bedeutet hier 'Penner oder Obdachloser'. Wahrscheinlich ist das Wort durch die deutsche Einwanderungswelle im letzten Jahrhundert gewandert bzw. abgewandelt worden in dem Sinne, dass "lumpige, mit Fetzen bekleidete Menschen" mit diesem deutschen Wort bezeichnet wurden. Beispiel:: "Ese tipo es un lumpen." [Dieser Typ da ist ein Penner bzw. Obdachloser].