CARLOS SOTO
Carlos Soto Molina lebt und arbeitet als Theatermacher in der Region Biobío im mittleren Süden Chiles. Nach seinem Schauspielstudium an der Universidad Católica de Chile in Santiago war er der Assistent des chilenischen Regisseurs Alfredo Castro. Gemeinsam mit seiner Theatergruppe La Facha Pobre realisierte er in seiner Rolle als Regisseur und Autor die Theaterprojekte Evita (2017) und Kristal (2018). Carlos Soto schrieb zahlreiche dramatische Text, die unter anderem durch den Verlag der Universidad Austral de Chile und ENSAD in Peru veröffentlicht wurden. 2018 war er Mitglied des Directors Labs am Lincoln Center Theatre in New York. Aktuell arbeitet er primär als Theaterpädagoge und -lehrer an der Escuela Municipal de Teatro de los Ángeles.
DESEMBOCADURA
Das Projekt DESEMBOCADURA verortet sich in der Stadt Talcahuano in der Region Biobío. Wie jeder Ort auf dieser Welt, ist auch dieser voller Lebensgeschichten und Zeugnisse, die sich in einem binären System unterordnen. Die sich darin bewegenden Körper übernehmen automatisch das binäre System, es wird ihnen gemeinsam mit der darin innenwohnenden Gewalt vererbt und ihr Verhalten wird dadurch von Generation zu Generation auf dieselbe Art und Weise gesteuert. Diejenigen Körper, die die Gewalt ausüben, sind hauptsächlich Männer. Wie aber werden diese Codes vererbt? Wie lernt man heute, ein Mann zu sein? Was bedeutet es heutzutage ein Mann innerhalb eines binären und heterosexuellen Kontexts zu sein? Um dieser Frage auf szenische Art und Weise zu begegnen, führte die Theatergruppe La Facha Pobre zahlreiche Interviews mit Männern aus Talcahuano, um deren Sichtweisen und Meinungen aufzufangen. Hierbei war die Suche vor allen Dingen darauf ausgerichtet, Belege dafür zu finden, wie die Nachahmung gewisser Praktiken die immer selben Verhaltensweisen sichert, sowohl im beruflichen wie auch im sozialen oder affektiven Kontext. Letztlich lassen sich diese Belege in jedem und jeder von uns aufspüren.
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