IGNACIO TOLORZA
Ignacio Tolorza studierte Schauspiel an der Universidad Finis Terrae (Santiago) und spielte in einer Vielzahl von Produktionen, unter anderem Nacional von Gabriel Castillo, Patronato 999 mts der brasilianischen Kompanie Teatro da Vertigem unter der Regie von Antônio Araújo (2015), El purgatorio des Colectivo CTM (2016), El Guarén und Hogar von Teatro Serendipia (2017) und Oratorium des deutschen Kollektivs She She Pop (2019). Als künstlerischer Leiter und Regisseur war er verantwortlich für die Inszenierungen Se-name, Desdemona und Apocalipsis Flaite des Colectivo CTM. Seit 2018 ist er Teil der der freien Gruppe Asociación por la Irrelevancia (A.P.L.I) und war Teil der Theater- und Performanceprojekte DramaExpress (Theaterstücke, die in 10 Tagen geschrieben, inszeniert und präsentiert werden), Manual Para Un Suicidio Virtual (Videoperformance), Feria de Privilegios und Repositorio de Ideas (Eine Aktion zum Ideensammeln für die neue chilenische Verfassung).
Im Jahr 2017 wurde er Teil der Gruppe Colectivo de Yerro, die Theater als Methode des allgemeinen Lernens auffasst und in diesem Kontext das menschliche Verhalten beobachtet, dokumentiert, analysiert und zum Gegenstand offener Diskussionen macht. Die Gruppe entwickelt künstlerische Projekte, die aus freiem Experimentieren und unterschiedlichen kreativen Methodologien entstehen. Zusammen mit Colectivo de Yerro realisierte Ignacio Tolorza ebenso das Stück #LASILLA, das unter anderem auch im Rahmen des von Balmaceda Arte Joven organisierten Festival Sin Fronteras 2019 präsentiert wurde. Parallel zu seiner Arbeit als Regisseur, Schauspieler und Performer gehört Ignacio Tolorza zum Team des Teatro del Puente (Santiago).
#LA SILLA
#LASILLA hinterfragt die Beziehung zwischen uns Menschen und Stühlen und macht sich auf die Suche nach einem Phänomen, welches das alltägliche Leben und die zeitgenössische Kunst still und leise erobert hat: der „Syllismus“. In dem Versuch, den bisherigen menschlichen Konventionen zu entkommen und eine neue Beziehung zwischen dem Menschen als Subjekt und dem Stuhl als Objekt zu etablieren, verlieren sich die Syllisten (sprich, die Anhänger des Syllismus) zwischen Theorie und Praxis und fragen schließlich das Publikum: Was ist das, ein „Objekt“? Können ein Baum, ein Stuhl und ein Körper wirklich als "Objekte" bezeichnet werden? Ist der Mensch ein "Objekt" des Universums? Dies sind einige der Fragen, die im Stück aufgeworfen werden und letztlich aber eher als Vorwand dienen, um aktuelle politisch-philosophische Probleme zu diskutieren. Das Projekt ist von interdisziplinärem Charakter und vereint Theater/Performance, Fotografie/Bildende Kunst und Dokumentation. Es basiert auf der aktiven Teilnahme der Zuschauenden, die durch die (De)Konstruktion gängiger Dichotomien dazu provoziert werden, die eigene Konstruktion von Realität zu hinterfragen.
#LASILLA wurde in zwei aufeinander aufbauenden Etappen kreiert: Auf eine erste theoretische Recherche zu Stühlen als Objekten und dem Akt des Sitzens folgte in der zweiten Etappe die szenische Arbeit bei der der Stuhl als Vorwand genommen wurde, um unsere eigene Beziehung zur Umwelt und ihren Objekten zu abstrahieren. Seit Jahrhunderten wird die Subjekt-Objekt-Beziehung als die einzige Realität validiert, die unsere Beziehung zur Umwelt grafisch darstellt: Der Körper (Subjekt) steht im Dialog mit seiner Umwelt (Objekt). Diese Art von Beziehung bestimmt über unser tägliches Leben und im Spiel mit Realität und Fiktion öffnen sich neue Sichtweisen und Räume.
#LASILLA wurde 2017 im Rahmen von drei Interventionen im öffentlichen Raum präsentiert, im Oktober 2018 und März 2019 im Teatro del Puente sowie im Juli 2019 im Teatro Nacional Chileno (Santiago) gezeigt.
Trailer
Bildergalerie zum Stück
Fotos des Probenprozesses
Kritiken
#LASILLA: investigar, exponer, experimentar - escribode.wordpress.com
#LASILLA: “Queremos manifestar el movimiento syllista y reflexionar en torno a cómo nos relacionamos con los objetos” - fundacionteatroamil.cl