Filme zu Colonia Dignidad am MMDH
Filmreihe mit Publikumsgespräche | Erinnerungen rund um die Colonia Dignidad im Museo de la Memoria y los Derechos Humanos
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Museo de la Memoria y los Derechos Humanos , Santiago
- Sprache Spanisch
- Preis Gratis
Alle diese Aktivitäten werden in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut durchgeführt, um zum kulturellen, historischen, gesellschaftlichen und politischen Dialog zwischen Chile und Deutschland der vergangenen Jahre beizutragen.
An vier Mittwochen im November werden im Auditorium des MMDH Filme über die Colonia Dignidad gezeigt. Begleitet werden die Vorführungen von ihren Regisseurinnen und Regisseuren, die nach jeder Vorstellung mit dem anwesenden Publikum ins Gespräch kommen.
Termine
Mittwochs im November, 18:30 Uhr- 4.11. Die Kolonie – Orlando Lübbert im Gespräch mit José Manuel Rodríguez
- 11.11. Casa Lobo – León & Cociña im Gespräch mit Wolfgang Bongers
- 18.11. Un lugar llamado Dignidad – Matías Rojas im Gespräch mit Isabel Mardones
- 25.11. Una historia porfiada + Kaffee Morgenthau – Carola Fuentes und Wolfgang Bongers im Gespräch mit Angélica Franken
Programm
DIE KOLONIE
Farbe, 96 min
1985/86 Orlando Lübbert
„Die Kolonie“ ist ein deutscher Spielfilm von Orlando Lübbert aus dem Jahr 1985/86, dessen Hauptrollen mit Michael Degen, Elisabeth Degen und Grischa Huber besetzt sind. Die Handlung beruht auf den Vorgängen rund um die Colonia Dignidad in Chile, einer faschistisch organisierten Sekte; dazu mischen sich erzählerischen Elementen des politischen Terrors in Chile.
Nicole Brunner ist in Chile in die Fänge der deutschen Sekte „Colonia Dignidad“ geraten, die mit Drogen handelt. Als sie es schafft, ihrem Vater eine Nachricht mit der Bitte um Hilfe zukommen zu lassen, reist er in das südamerikanische Land, in dem Augusto Pinochet und seine Militärdiktatur das Sagen haben. Tief besorgt setzt er alles daran, seine Tochter zu retten, aber anstatt ihm zu helfen, halten die chilenischen Behörden ihn hin und behindern ihn.
Tatsächlich kommt es dann in einem Lager doch noch zu einem Treffen zwischen Vater und Tochter, wobei Karl Brunner erkennen muss, dass er keine Chance hat, sein Kind mit nach Hause nehmen zu können. Vater und Tochter sind zu Marionetten in einem schrecklichen Spiel geworden.
Der Film startete am 15. Oktober 1987 in den bundesdeutschen Kinos. In Chile lief er unter dem Titel La Colonia. Am 22. August 1988 wurde er erstmals im deutschen Fernsehen im Programm der ARD ausgestrahlt.
LA CASA LOBO
Farbe, 75 min
2018 Cristóbal León & Joaquín Cociña
„La Casa Lobo“ erzählt die Geschichte von María (Amalia Kassai), einer jungen Frau, die vor einer deutschen religiösen Sekte flieht, um einer Bestrafung zu entgehen, nachdem sie zwei Schweine aus dem Gehöft befreit hat. Durstig und verängstigt wagt sie sich tief in einen Wald und findet Zuflucht in einem verlassenen Haus. Dort begegnet sie den beiden Schweinen erneut, die sich in Menschen verwandeln. Sie entwickelt eine mütterliche Beziehung zu den beiden, die jedoch zunehmend unheimliche und düstere Züge annimmt. Gleichzeitig lauert der Wolf aus dem Wald und versetzt sie durch die Wände des Hauses in Angst und Schrecken.
Unter starkem Einfluss der Märchen der Brüder Grimm ist „La Casa Lobo“ ein Horrormärchen und zugleich eine politische Horror-Fantasie, die in Stop-Motion-Technik realisiert wurde. Die Regisseure Cristóbal León und Joaquín Cociña erschufen über einen Zeitraum von fünf Jahren die Figuren und die Kulissenmalereien des Films in Lebensgröße. Szene für Szene, Teil für Teil und Pinselstrich für Pinselstrich wurden sie direkt vor der Kamera aufgebaut und animiert.
Auszeichnungen: Caligari Preis bei der 68. Berlinale, Preis der Jury im Annecy Filmfestival
UN LUGAR LLAMADO DIGNIDAD
Farbe, 90 mins
2021 Matías Rojas Valencia
Pablo, ein 12-jähriger Junge, erhält ein Stipendium, um die geheimnisvolle und isolierte Schule zu besuchen, die von Deutschen in Chile gegründet wurde und in der Colonia Dignidad liegt. Schnell wird er zum Liebling des Anführers der Kolonie, Onkel Paul. Mit der Zeit wird Pablo Zeuge der seltsamsten Dinge, die dort geschehen: Missbrauch, Verschwundene, dämonenähnliche Kreaturen, die benutzt werden, um die Kinder zu erschrecken. Aber in dieser perversen Welt braut sich eine Revolution zusammen, und sie könnte seine einzige Möglichkeit sein, zu entkommen.
Auszeichnungen: Beste Regie, Festival de Huelva de Cine Iberoamericano, Spanien, 2022
UNA HISTORIA PORFIADA
Farbe, 26 min
2022 Regie: Rafael Valdeavellano, Produktion: Carola Fuentes
Im Jahr 2003 gelang Franz Baar die Flucht aus der Colonia Dignidad, einer deutschen Sekte in Chile, in der Hoffnung, endlich Freiheit zu erlangen. Nachdem er jahrzehntelange Folter und Misshandlungen überlebt hatte, schloss er sich einem Journalisten und einem Anwalt an, um die Verbrechen der Sekte und ihres Anführers öffentlich zu machen. Seitdem sind die drei eng verbunden geblieben.
Doch Franz und seine Frau haben große Schwierigkeiten, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Widerwillig ziehen sie in ein Haus auf dem Gelände der ehemaligen Kolonie zurück, wo sie bald erneut Ausgrenzung erfahren. In einem Akt der Verzweiflung tut Franz schließlich das Undenkbare, was ihn ins Gefängnis bringt. Doch die Freiheit ruft ihn weiterhin aus der wunderschönen, zugleich jedoch abgelegenen 11. Region Chiles.
Auszeichnung: Bester Kurzfilm (Studentenjury), Internationales Filmfestival von Lebu, Chile, 2024.
KAFFEE MORGENTAU: ¿QUIERE IR A VER EL SÓTANO?
KAFFEE MORGENTAU: MÖCHTEN SIE DEN KELLER SEHEN?
Farbe, 56 min
2015 Inti Gallardo & Wolf Bongers
Die Colonia Dignidad ist eine deutsche kriminelle Sekte, die 1961 nach Chile kam. Auf ihrem Gelände wurden Kinder bis Ende der 1990er Jahre missbraucht und gefoltert. Während der Militärdiktatur von General Augusto Pinochet (1973–1989) arbeitete die Sekte eng mit den Geheimdiensten zusammen und trug zur Professionalisierung der Folter- und Tötungsmethoden gegen politisch Verfolgte bei.
In Santiago de Chile, nur einen Block vom Estadio Nacional entfernt, erwarb die Sekte 1974 ein Haus und eröffnete dort in den 1990er Jahren das Café „Kaffee Morgentau“. Dieses Haus ist ein stummer Zeuge der von den Sektmitgliedern begangenen Verbrechen und zugleich der jüngeren chilenischen Geschichte. Der Dokumentarfilm ist eine experimentelle Reflexion über dieses Haus und die verschiedenen Erinnerungsschichten der Zeit der Diktatur sowie des postdiktatorischen Chile. Dabei werden Bilder des Hauses, Archivmaterial, literarische Zitate sowie Fragmente von Stimmen und Geräuschen montiert und miteinander verwoben.
Links zum Thema
Ort
Matucana 501
Santiago
Chile
Ort
Matucana 501
Santiago
Chile