Nahschuss

Anfang der 1970er‑Jahre in der DDR erhält der karriereorientierte Wissenschaftler Dr. Franz Walter ein verlockendes Angebot der Hauptverwaltung Aufklärung, des Auslandsnachrichtendienstes der DDR. Als Gegenleistung für eine Professur soll er im Vorfeld der Fußball‑Weltmeisterschaft 1974 einen in die Bundesrepublik geflohenen Fußballspieler beobachten.

Die anfängliche Euphorie über Dienstreisen in den Westen und die neue privilegierte Lebenssituation weicht jedoch rasch wachsender moralischer Zweifel an den Methoden des Systems. Ein Rückzug ist nicht mehr möglich.

Der Titel verweist auf die Art der Urteilsvollstreckung in der DDR: den „Nahschuss“, einen unerwarteten Pistolenschuss in den Nacken. Klaustrophobisch inszeniert und intensiv gespielt, basiert der Film lose auf der Geschichte von Dr. Werner Teske, der letzten in der DDR hingerichteten Person. Nahschuss ist ein eindringliches politisches Drama über Macht, Schuld und die zerstörerische Logik eines autoritären Systems.

Deutschland 2021
116 Min.


Regie: Franziska Stünkel

Drehbuch: Franziska Stünkel

Darsteller*innen: Lars Eidinger, Luise Heyer, Devid Striesow​​​​​​​

Auszeichnungen: Filmfest München 2021: Förderpreis Neues Deutsches Kino (Bestes Drehbuch); One Future Preis: Prädikat „Besonders wertvoll“, Filmbewertungsstelle Wiesbaden; Zahlreiche internationale Festivalteilnahmen​​​​​​​

Sprache: Deutsch