Balkan Affairs
Die fragile Kunst des Zusammenlebens

Balkan Affairs © Martin Sigmund

Ein transnationales Musikprojekt mit neuen Werken für Stimmen und Elektronik, in dem Komponist*innen aus dem ehemaligen Jugoslawien die Nachwirkungen von Krieg, Erinnerung und Gegenwart reflektieren.

Über das Projekt

In einem mehrjährigen künstlerischen Prozess haben sieben Komponist:innen aus den ehemaligen jugoslawischen Staaten die Balkan-Kriege und deren Nachwirkungen reflektiert. Entstanden sind neue Werke für Stimmen, Elektronik und Video, die Themen wie Nationalismus, Gewalt, Erinnerung, politische Narrative und den radikalen Optimismus einer Nachkriegsgeneration verhandeln. Die Neuen Vocalsolisten präsentieren diese Arbeiten in Konzerten, Workshops und Panels, die künstlerische, gesellschaftliche und historische Perspektiven miteinander verbinden.

Ziel

Ziel von BALKAN AFFAIRS ist es, zeitgenössische vokale Musik als Raum für Reflexion, Dialog und Perspektivwechsel erfahrbar zu machen. Das Projekt verbindet künstlerische Produktion mit Vermittlung, Austausch und öffentlicher Diskussion und richtet sich sowohl an Fachpublikum als auch an Studierende und eine interessierte Öffentlichkeit im westlichen Balkan.

Ablauf

Das Projekt umfasst Workshops zur zeitgenössischen Vokalmusik, Konzerte mit neuen Werken sowie öffentliche Panel‑Diskussionen. In Belgrad und Podgorica stehen Konzerte und Workshops im Mittelpunkt, ergänzt durch moderierte Gespräche mit Komponist:innen und Beteiligten. Weitere Stationen folgen im Herbst 2026 in Sarajevo und Skopje.

Zeitraum

Mai 2026 - Oktober 2026

Teilnehmende

Die sieben Mitglieder der Neuen Vocalsolisten suchen stets nach neuen vokalen Ausdrucksformen – oft in der Verbindung von Komposition mit Poesie, Video-, Konzept- und Theaterkunst. Vermehrt arbeiten sie dabei mit Künstler*innen, die die Möglichkeiten digitaler Medien ausreizen, mit Lust auf Vernetzung, im Spiel mit Genres, im Auflösen von Raum, Perspektiven und Funktionen. Im Zentrum der Ensemblearbeit steht das vokale Kammer-Musik-Theater: Hunderte von Werken wurden den Sänger*innen „auf den Leib“ komponiert.   

Zentral ist auch ihre Auseinandersetzung mit unterschied­lichsten Musikkulturen. Ihre internationalen Gastspiele ergänzen sie stets durch Meisterkurse für Stimme und Vokalkomposition. Eine wichtige Aufgabe sehen sie darin, Künstler*innen zu ermutigen, zu fördern und ihnen einen angemessenen Spielraum für ihre künstlerischen Ideen und Sehnsüchte zu ermöglichen.  

Für ihre einzigartige Arbeit wurde den Neuen Vocalsolisten 2021 der Silberne Löwe der Biennale Venedig verliehen und 2022 der italienische Kritikerpreis Premio Abbiati.

Partner

  • Baden Württemberg Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
  • Musik der Jahrhunderte

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